VERNOF

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Vereniging van Nederlandse Fabrikanten van Eetbare Oliën en Vetten
(VERNOF)
Zweck Interessenvertretung der niederländischen Öl- und Fettproduzenten, -händler und -verarbeiter
Vorsitz: Henk Kant[1]
Gründungsdatum: 1979[1][2]
Mitgliederzahl: 7[1]
Mitarbeiterzahl: 1[3]
Sitz: Zoetermeer[1]
Website: www.vernof.nl

VERNOF (Vereniging van Nederlandse Fabrikanten van Eetbare Oliën en Vetten, KvK-Nummer 40409397) ist die Vereinigung der niederländischen Produzenten von essbaren Ölen und Fetten.[1] Die Vereinigung wurde 1979 durch den Zusammenschluss der 1912 gegründeten Vereinigung niederländischer Ölproduzenten und der 1940 gegründeten Vereinigung der niederländischen Öl- und Fettverarbeiter gegründet.[1] Nach Angaben von Jan Willem van Gelder aus dem Jahr 2005 und basierend auf offiziellen Angaben der Finanzbehörden gibt es in den Niederlanden 14 Unternehmen in diesem Bereich.[4]

Aktivitäten und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der durch die American Oil Chemists’ Society ausgerichteten World Conference on Oilseed and Vegetable Oil Processing Technology (1. bis 5. März 1976, Amsterdam) wirkte VERNOF als Mitorganisator.[5] Auch auf weiteren Konferenzen nimmt VERNOF aktiv teil, beispielsweise in Cannes (1985).[6]

In Unterlagen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1992 wird VERNOF als einzige niederländische Organisation zur Vertretung der Interessen der Ölproduzierenden und -verarbeitenden Industrie genannt.[7] Durch die zunehmende Kritik an den nicht nachhaltigen Methoden im Palmölanbau engagiert sich VERNOF in der Task Force des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RTRS).[8]

VERNOF ist das niederländische Mitglied in der FEDIOL, der Föderation der europäischen Pflanzenöl- und Ölkuchenindustrie.[9][10] FEDIOL repräsentiert nach eigenen Angaben 85 % des Umsatzes mit Ölen- und Fetten in Europa.[9]

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederlande sind seit den frühen Anfängen des internationalen Handels mit Ölen und Fetten ein bedeutender Importeur dieser Waren.[11] Das ist unter anderem auch daran zu erkennen, das Van den Bergh & Jurgens schon in den 1930ern verbesserte Produktionsmethoden einführte und so den Grundstock für Unilever legte, eines der größten Unternehmen in diesem Sektor.[11]

Durch die für den Handel wichtige Position der niederländischen Häfen an der Mündung des Rheins, wirken die in den Niederlanden vorwiegenden Handelsusancen der VERNOF auch weit nach Europa, wo sich Käufer von Ölsaaten den niederländischen Vertragsbedingungen unterwerfen. Aus der Weltjahresproduktion 2012 von 46,6 Mio. Tonnen Palmöl werden ca. 2 Mio. t durch die Niederlande in Europa importiert. Der Handel mit dem Rohprodukt und verarbeiteten Komponenten wirkt damit weiter in anderen Ländern, wo die VERNOF-Bedingungen und auch Schiedssprüche durch lokale Gerichte anerkannt werden.

Analog zu den Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel definieren die VERNOF-Usancen für den Handel mit Ölfrüchten, fetten Ölen, Fetten und Ölen Handelsrecht. Die Usancen stehen dabei auch in Konkurrenz mit den im Welthandeln hauptsächlich verwendeten Verträge der Federation of Oils, Seeds and Fats Associations (FOSFA). Die erste Version der VERNOF-Vertragsbedingungen wurde 1981 vorgelegt[2], die aktuell gültige sind die Bedingungen von 2004.

Als Interessenvertretung ist VERNOF involviert in Analysen und Bewertungen zum Handel mit Ölfrüchten und vertritt auch den umstrittenen Import von Palmöl nach Europa oder unterstützt Forschungen, deren Ergebnisse den Mitgliedern Vorteile verschaffen[12].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Selbstdarstellung von VERNOF auf der eigenen Web-Seite, abgerufen am 15. August 2013
  2. a b Angebot einer Erstausgabe der VERNOF-Bedingungen von 1981, abgerufen am 17. August 2013
  3. Bedrijfsgegevens (Memento des Originals vom 10. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nationalebedrijvengids.nl, abgerufen am 17. August 2013
  4. Jan Willem van Gelder gibt als Quelle die an: Advies van de Bestuurskamer van de Sociaal-Economische Raad tot instelling van een productschap op het gebied van de bereiding van, be- en verwerking van en de handel in vetten en oliën, Sociaal- Economische Raad (SER), The Hague, 2 October 2002
  5. World Conference on Oilseed and Vegetable Oil Processing Technology In: Journal of the American Oil Chemists’ Society, 1975, Volume 52: 623
  6. C. J. M. Meershoek (1985) World Reports: The European Community, in A. R. Baldwin (Herausgeber) World Conference on Emerging Technologies in the Fats and Oils Industry - Proceedings of the World Conference on Emerging Technologies in the Fats and Oils Industry (1985, Cannes Frankreich); American Oil Chemists’ Society; ISBN 0935315136
  7. Dokumentenarchiv der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, abgerufen am 17. August 2013
  8. INTERVIEW : Building national commitments to sustainable palm oil in Belgium, the Netherlands and the UK auf der Webseite des World-Wildlife Fund, veröffentlicht am 21. Juni 2013
  9. a b Mitgliederverzeichnis der FEDIOL, abgerufen am 15. August 2013
  10. Eintrag über FEDIOL im Transparenzregister des Europäischen Parlaments, abgerufen am 15. August 2013
  11. a b Marktstudie des malayischen Wirtschaftsministeriums (MATRADE), Dezember 2004, PRODUCT MARKET STUDY: PALM OIL IN THE NETHERLANDS, abgerufen am 17. August 2013
  12. Arjen Rinzema (1988) Anaerobic Treatment of Wastewater with High Concentrations of Lipids or Sulfate; Dissertation zum Doktor der Agrarwissenschaften, Landbouwuniversiteit te Wageningen