Verzerrung (Kartografie)

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Als Verzerrung wird in der Kartografie die Veränderung von Strecken, von Winkeln oder von Flächenausmaßen bezeichnet, die durch die Projektion der Erdkugel auf die (ebene) Fläche der Landkarte auftritt. Solche Verzerrungen sind bei Abbildungen aller in zwei Richtungen gekrümmten Oberflächen unvermeidlich; verzerrungsfreie Darstellung ist nur bei abwickelbaren Flächen (Ebene, Zylinder, Kegel) möglich.

Die Art der Verzerrungen hängt von der jeweiligen Kartenprojektion ab und wird generell umso stärker, je größer das dargestellte Gebiet der Erdoberfläche (bzw. auf dem Mond, Planet, Sternhimmel) ist. Daher treten beim Aneinanderlegen benachbarter Kartenblätter gewisse Klaffungen an den Rändern auf.

Zwar gibt es winkeltreue respektive flächentreue Projektionen, die jedoch Flächen resp. Winkel besonders stark verzerren. Generelle Streckentreue ist unmöglich, doch kann die Streckenverzerrung in bestimmten Richtungen vermieden oder gering gehalten werden.

Besonders anschauliche Beispiele für Winkelverzerrungen sind die Flächentreue Azimutalprojektion und die Gnomonische Projektion, während die Flächenverzerrung der Mercatorprojektion in der Arktis deutlich zu bemerken ist: Grönland erscheint dort so groß wie Afrika.

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