Erdoberfläche

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Die Oberfläche der Erde (Computeranimation)

Die Erdoberfläche ist die Grenzfläche zwischen der festen Erdkruste (einschließlich der Böden) oder den Gewässern auf der einen und der Atmosphäre auf der anderen Seite. Sie lässt sich nach verschiedenen Kriterien in Hemisphären (von griechisch ἥμισυς hemisys ‚halb‘ und σφαῖρα sfaira ‚Kugel‘) in Halbkugeln einteilen, also in Hälften der Erdoberfläche.

Gelände­höhen auf der Erdoberfläche werden auf den mittleren Meeresspiegel bezogen. Diese Niveaufläche – das Geoid – hat genähert die Form eines Ellipsoids und eine Oberfläche von 510 Millionen km², wovon 71 % von Meeren bedeckt sind.

Betrachtungsweisen der Geowissenschaften[Bearbeiten]

  • Die Geographie beschäftigt sich mit den Großformen der Erdoberfläche und ihren Systemzusammenhängen.
  • Die Geomorphologie (Teil der Geographie) erforscht die genaue Form (das Relief) der Erdoberfläche und (gemeinsam mit der Geologie) seine Entstehung.
  • Die Geodäsie befasst sich mit der Vermessung der Erdoberfläche und ihrer Infrastruktur, sowie – gemeinsam mit der Geophysik – mit dem Erdschwerefeld.
  • Die Bodenkunde untersucht die oberste, organisch geprägte Schicht unterhalb der Erdoberfläche.

Boden bildet vor allem in Ebenen die oberste Schicht unterhalb der Erdoberfläche. Er entsteht durch Verwitterung von Festgestein und aus Lockergestein durch Anreicherung dieser mineralischen Substanzen mit organischer Substanz (Humus). Je nach Grad der Verwitterung, den chemischen und physikalischen Eigenschaften des Ausgangsgesteins sowie den herrschenden Umweltbedingungen (v. a. Klima) entstehen unterschiedliche Bodenarten und Bodentypen. In gebirgigen Gegenden, vor allem im Hochgebirge, wird die Erdoberfläche hingegen oft von nacktem Fels gebildet.

Gliederung nach Hemisphären[Bearbeiten]

Daneben bezeichnen Nord- und Südhemisphäre wie auch West- und Osthemisphäre kultur- und wirtschaftspolitische Einteilungen, die aber verhältnismäßig willkürlich gewählt sind. Die Verwendung in diesem Zusammenhang etablierte sich in der Zeit des Kalten Kriegs in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Südhemisphäre bezog sich auf die Dritte Welt, Osthemisphäre auf den vom Kommunismus bzw. Realsozialismus beeinflussten Raum Europas und Asiens (Zweite Welt). Heute wird diese Einteilung aufgrund der geänderten geopolitischen Lage in der Fachliteratur kaum mehr verwendet.
In den Verträgen von Tordesillas und Saragossa (1494, 1529) wurde im Zuge des Kolonialismus die Erdoberfläche nach Längengrad in einen spanischen und einen portugiesischen Machtbereich aufgeteilt.
Üblich ist noch die Einteilung in Alte Welt (Eurasien, Afrika) und Neue Welt (beide Amerika), die auch relativ unspezifisch ist.

Gliederung nach Wasser und Land[Bearbeiten]

Die Geomorphologie gliedert die Erdoberfläche in Gebiete, die von Gewässern bedeckt sind: Seen, Flüsse und Meere, sowie in Gebiete, die nicht von Gewässern bedeckt sind: Festland und Inseln.

Während der Ausdruck „Oberfläche“ bei den nicht von Gewässern bedeckten Gebieten relativ eindeutig zu handhaben ist (Grenzfläche), bezieht er sich bei Gewässern entweder auf die sichtbare Gewässeroberfläche (Wasserspiegel) oder die Oberfläche des Erdkörpers (Gewässergrund). Bei genauerer Betrachtung aber ist auch bei den Landmassen wahlweise die „von oben sichtbare“ Fläche einschließlich der Vegetationsdecke und Überbauung (Topographie), oder nur Gelände­oberfläche (Orographie) gemeint. Bei vereisten und vergletscherten Regionen wie der Arktis und der Antarktis stellt sich die Frage, ob die Oberfläche der Eiskörper (Gletscher i.w.S.) zur Erdoberfläche zählt oder nicht.

Daten[Bearbeiten]

Gesamtfläche
der Erde
510.000.000 km2 100 %
Wasserfläche 360.570.000 km2 70,7 %
Landfläche 149.430.000 km2 29,3 %
Landwirtschaftlich
genutzte Fläche 2009[1]
48.827.330 km2 9,6 %
Waldfläche 2010[2] 40.204.320 km2 7,9 %

Die Oberfläche der Erde misst 510 Millionen km².

Landfläche

Der Anteil der Landfläche beträgt etwa 148,9 Mio. km² (29 %); das Land verteilt sich auf Kontinente und Inseln:[3]

Kontinent Landfläche Anteil
Asien (ohne Polarinseln) 044,4 Mio. km² 031 %
Amerika (ohne Polargebiete) 038,3 Mio. km² 027 %
Afrika 029,3 Mio. km² 020 %
Antarktika 013,2 Mio. km² 009 %
Europa (ohne Island, Nowaja Semlja, atlantische Inseln) 009,9 Mio. km² 007 %
Australien (mit Tasmanien) 007,7 Mio. km² 005 %
gesamt 148,9 Mio. km² 100 %
Wasserfläche

Der Anteil der Wasserfläche beträgt ca. 361,2 Mio. km² (71 %); das Wasser verteilt sich hauptsächlich auf Ozeane:

Ozean  % mittlere Tiefe
Pazifischer Ozean 47 % 3870 m
Atlantischer Ozean 24 % 3380 m
Indischer Ozean 20 % 3600 m
Südlicher Ozean 05 %
Arktischer Ozean 04 %
Höhen

Die mittlere Höhe des trockenen Teils der Erdoberfläche berechnet man auf ungefähr 700 m (Europa 300 m, Asien 880 m, Amerika 610 m, Afrika 660 m, Ozeanien und Australien 300 m). Ihren höchsten Punkt erreicht die Erdoberfläche mit dem Mount Everest bei 8.848 Metern, den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche bildet das Tote Meer, dessen Wasseroberfläche – und Ufer­bereich – sich 423 Meter unter Meeresniveau befindet. Insgesamt beträgt die mittlere Tiefe der Meere etwa 3.500 m.

Andere Himmelskörper

Vergleich der Oberfläche der Erde mit anderen Planeten unseres Sonnensystems und dem Erdmond:

Himmelskörper Oberfläche in km²
Jupiter * 61.420.000.000
Saturn * 42.610.000.000
Uranus * 8.083.000.000
Neptun * 7.620.000.000
Erde 510.100.000
Venus 460.200.000
Mars 144.600.000
Merkur 74.760.000
Mond 37.960.000

(*) Zu beachten ist hierbei, dass Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun Gasplaneten ohne feste Oberfläche sind. Bei ihnen wird die „Oberfläche“ anhand des Nullniveaus berechnet, welches per Definition das Niveau ist, bei dem der Gasdruck 1 Bar beträgt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Erdoberfläche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hemisphäre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Weltbank – World Bank Data
  2. nach Weltbank – World Bank Data
  3. Alle Angaben sind grobe Zahlen. Quelle: http://www.spacenews.de/