Virtueller Desktop

Ein virtueller Desktop ist ein Desktop, der mit Hilfe von Software größer als der anzeigende Bildschirm ist. Dies kann entweder durch Vergrößerung der Arbeitsfläche in der Horizontalen oder Vertikalen, bei der sich der sichtbare Bereich (Bildausschnitt) der größeren logischen Fläche hin- und herschieben lässt, oder durch mehrere gleichartige Desktops, zwischen denen sich hin- und herschalten lässt, erzielt werden. Virtuelle Desktops sollen den begrenzten Raum auf einem Bildschirm erweitern, daher kommen sie umso stärker zum Einsatz, je kleiner der Bildschirm ist.[1][2] Gerade bei Subnotebooks ist die Einrichtung eines größeren virtuellen Desktops oft die einzige Möglichkeit, Anforderungen an die Monitorauflösung zu erfüllen. Bei mehreren Desktops lassen sich Anwendungsfenster auf den verschiedenen, meist mit Nummern oder Namen versehbaren Desktops verteilen, was die Übersichtlichkeit teilweise enorm erhöht.
Insbesondere unter Linux wird die Bezeichnung „Virtueller Desktop“ gemeinhin als Synonym für den einzeln sichtbaren Arbeitsflächenbereich verwendet.[3] Virtuelle Desktops = multiple Arbeitsflächen(bereiche) werden von jeder grafischen Linux-Oberfläche und jedem Linux-Fenstermanager unterstützt.[4] Die Linux-Oberflächen Unity und Gnome Shell nennen die virtuellen Desktops „Arbeitsflächen“ bzw. „Workspaces“. Sie werden in der Gnome Shell über die „Aktivitäten“-Übersicht aufgerufen.[5] KDE SC dagegen verwendet „Aktivitäten“ als Begriff für (multiple) Arbeitsumgebungen, die wiederum eine Vielzahl von virtuellen Desktops = Arbeitsflächen enthalten können.[6]
Virtuelle Desktops waren mit dem Microsoft Powertoys für Windows XP mit dem Microsoft Virtual Desktop Manager verfügbar. Dieser bot 4 virtuelle Desktops, welche mit unterschiedlichen Hintergründen personalisiert können. Zwischen den virtuellen Desktops kann mit der Desktop Manager Symbolleiste an der XP Taskleiste oder mit den Tastenkombinationen Win+1, Win+2, Win+3 und Win+4 gewechselt werden. Das Powertoy funktioniert nur unter der 32-Bit-Version von Windows XP (die damit am meisten verbreitete Version von XP), die 64-Bit-Version (Windows XP Professional x64 Edition) von XP lässt das Powertoy nicht installieren aufgrund einer Prüfung der Kernelversion, nur NT 5.1 ist zur Installation zugelassen. Die 64-Bit-Version basiert auf Windows Server 2003 und damit NT 5.2.
Ab der Version 10 erhält Microsofts Windows-Betriebssystem standardmäßig virtuelle Arbeitsflächen/Desktops.[7]
In Apples Mac OS heißt das entsprechende Konzept der multiplen Arbeitsflächen Spaces.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Meredith Ringel: When One Isn’t Enough: An Analysis of Virtual Desktop Usage Strategies and Their Implications for Design. Stanford 2003.
- ↑ When One Isn’t Enough: An Analysis of Virtual Desktop Usage Strategies and Their Implications for Design (Meredith Ringel). Abgerufen am 1. November 2014.
- ↑ Virtual Desktops. Abgerufen am 1. November 2014.
- ↑ Linux Desktop: Virtual desktops. Abgerufen am 1. November 2014.
- ↑ Aktivitäten, Dash, oberes Panel … was ist das? Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Juli 2015. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ GNOME, KDE and Unity: Virtual Desktops. Abgerufen am 1. November 2014.
- ↑ Windows 10 bietet virtuelle Desktops. Archiviert vom am 2. November 2014; abgerufen am 11. November 2022.