Vitaphone

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Vitaphone war ein in fast 2.000 Kurzfilmen von Warner Bros. Entertainment benutztes Tonfilmverfahren. Die Eigenschaften waren: Bildaufnahme mit klassischer Kamera, wie Bell & Howell Standard samt Elektromotor, Tonaufnahme auf Wachsplatte. Die Bildfrequenz beträgt 22 in der Sekunde. Bei der Wiedergabe werden je ein klassischer Projektor und ein mechanisch angetriebener Plattenspieler starr miteinander gekoppelt, wobei die Schallplatten von 17 Zoll Durchmesser (rund 43 cm) mit 33⅓ Umdrehungen in der Minute von innen nach außen abgetastet werden. Je ein Filmakt von maximal 1000 Fuß Länge (rund 300 m) läuft synchron mit der zugehörigen Platte. Die Laufzeit von Akt und Platte beträgt im Mittel 12 Minuten. Die Filmplatten sind nur einseitig bespielt und tragen einen eingepressten Pfeil beim Rillenanfang. Die Filmvorführer können die Tonnadel exakt auf Pfeilspitze auflegen, während die Filmkopie ein Startbild einkopiert hat, das vor das Bildfenster zu stehen kommt.

Vitaphone hat 1924 vollständig der Industrie zur Verfügung gestanden. Es entstanden zunächst Kurzfilme mit Werbecharakter, bevor Warner Bros. den ersten abendfüllenden Film mit dem System produzierte. Don Juan und The Jazz Singer müssen bis heute mit Vorsicht genossen werden, wenn man damit rechnen muss, dass sie mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde wiedergegeben werden. Die zu hohe Stimme Al Jolsons sollte auffallen, wenn man The Jazz Singer im Fernsehen oder als Video verfolgt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Jossé: Die Entstehung des Tonfilms. Alber, Freiburg und München, 1984