Viveka

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Viveka (Sanskrit विवेकviveka) ist ein Begriff aus der indischen Philosophie (Jnana Yoga), der mit Unterscheidungskraft oder Diskriminierung wiedergegeben werden kann.

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der indischen Mythologie ist Viveka der Sohn des Manas und der Nivritti.

Definition und Begriffsklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwäne (Cygnus olor) - Symbole für Reinheit und Transzendenz im Vedanta

Viveka ist die menschliche Fähigkeit, zwischen Echtem (Unwandelbarem und Ewigem) und Unechtem (Wandelbarem und Zeitweiligem) zu unterscheiden. Laut Jean Herbert sehen die Mehrheit der indischen Moralisten und spirituellen Lehrer zwei Tugenden für spirituellen Fortschritt als unabdingbar an – Vairagya und Viveka. Sri Ramakrishna bezeichnet diese beiden Eigenschaften als Reinigungsmittel der Seele, die, obwohl sie unterschiedlich geartet sind, dennoch voneinander abhängen. Auch wenn Viveka ursprünglich die Unterscheidung zwischen Realem und Irrealem rationell ermöglicht, d. h. zwischen Brahman (Weltseele) und Maya (Illusion), so hilft sie uns letztendlich im täglichen Leben auseinanderzuhalten, was uns der Wahrheit näherbringt und was uns von ihr entfernt. Viveka lässt uns den Egoismus durchschauen – das große Hindernis für Fortschritte auf dem spirituellen Weg. Vairagya hingegen liefert uns anschließend die Methodik, Egoismus vollkommen loszuwerden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean Herbert: Spiritualité hindoue. Albin Michel, 1972, S. 207.