Vogt und Weizenegger

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Vogt + Weizenegger (V + W) ist eine Designfirma in Berlin, die von Oliver Vogt (geb. 1966 in Essen) und Hermann Weizenegger (geb. 1963 in Kempten (Allgäu)) 1993 gegründet wurde. Die beiden Designer sind Schüler von Hans (Nick) Roericht, einem Vertreter der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG). Ihr Konzept radikalisiert den pragmatisch-soziologischen Ansatz der HfG und von Roericht, und sieht, in der Tradition des Bauhauses, die Bedeutung des Objekts in seinem Gebrauch. Den Nutzer ihrer Entwürfe sehen Vogt + Weizenegger dabei im Sinne des Futurologen und Soziologen Alvin Toffler als einen „prosumer“, d. h. als einen Konsumenten und Produzenten zugleich, der sich seine Welt selbst einrichtet.[1] Die Designfirma wurde aufgelöst.

Sinterchair, Design Vogt + Weizenegger, 2001

Wichtigste Entwürfe und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blaupause (1993). Der Kunde erhält statt eines Möbelstücks eine Bauanleitung samt einer Lizenz zum Nachbau.
  • DIM – Die Imaginäre Manufaktur (1998). Auf Einladung von V + W entwerfen internationale Designer Objekte für die Handwerker der Berliner Blindenanstalt in der Oranienstraße.
  • Plan A (2002). Mit einem Laser-Sinterverfahren können nach Wunsch des Kunden Unikate von Stühlen (Sinterchairs) hergestellt werden. Die Designer sehen das Modell als Teil einer Fabrik der Zukunft.
  • Jungwerk (2006). Behinderte Handwerker stellen nach Entwürfen von V + W Möbelrollen her und werden so auf dem freien Markt konkurrenzfähig.

Die Arbeiten sind in den Sammlungen des Deutschen Hygiene-Museums, des FNAC, dem MARTa Herford und anderen vertreten.

Vogt + Weizenegger gehören zu den Begründern des Berliner Designmai. Hermann Weizenegger wurde 2004 als Professor für Produkt- und Systemdesign an die Fachhochschule Potsdam berufen.

Anfang 2009 trennte sich das Duo.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Imaginäre Manufaktur. Blindenanstalt von Berlin 1998
  • The Imaginary Manufactury. Babylon Design Ltd., London 1999
  • Thought Spaces. Galerie Binnen, Amsterdam 2000
  • Workstation. A table/shelf. Galerie Almut Gerber Köln 2001
  • DIM 2001. Box Gallery, Lissabon 2001, Galleria Massimo de Carlo, 40th Salone Internationale del Mobile, Mailand 2001
  • DIM IM TAM (DIM – Die imaginäre Manufaktur). Tokyo Art Museum 2005
  • PLAN A. Galerie Schipper + Krome, Berlin
  • V + W Design_Matrix. Marta, Herford 2006

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Design and Identity. Museum of Decorative Arts and Design, Gent, Belgium. 1997
  • bewusst einfach. Institut für Auslandsbeziehungen, Wanderausstellung, 1998–2000
  • X-tra Monospace. Galleria Lluisa del Piane, Mailand 2001
  • Continuous Connection. Felissimo Design House, New York, 2001
  • Design Berlin! Vitra Design Museum, Berlin 2003
  • Anders als Immer. Institut für Auslandsbeziehungen, Wanderausstellung, Kairo 2005
  • Jung und Deutsch. Hillside Gallery, Tokyo, 2005

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marion Godau, Bernd Polster: Design Directory Germany. Pavilion, London 2000, ISBN 1-86205-333-2.
  • Guerrillas in Our Midst: Oliver Vogt and Hermann. In: I.D. (Magazin), Januar–Februar 2001.
  • Vogt, Oliver; Weizenegger, Hermann. In: Mel Byars: The Design Encyclopedia. The Museum of Modern Art, New York 2004, ISBN 0-87070-012-X.
  • Christian Wurster (Hrsg.): V + W Privatbuch. Ein Buch über Vogt und Weizenegger. Berlin 2005, ISBN 3-00-015966-5.
  • Marta Herford (Hrsg.): V + W design matrix: Marta Herford. Hatje Cantz, Ostfildern 2006, ISBN 3-7757-1813-3.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Victor Margolin: Vogt und Weizenegger und die postkapitalistische Avantgarde. In: Marta Herford (Hrsg.): V + W Design_Matrix. Katalog. Hatje Cantz, Ostfildern 2006, ISBN 3-7757-1813-3, S. 38.