Volker Küster (Grafiker)
Volker Küster (* 4. März 1941 in Wernigerode; † 15. November 2025 in Kleve)[1] war ein deutscher Grafiker, Buchgestalter und Professor für Kommunikationsdesign an der Universität Duisburg-Essen.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Küster besuchte die Gerhart-Hauptmann-Oberschule in seiner Heimatstadt, und von 1959 bis 1961 lernte er Schriftsetzer. Von 1961 bis 1964 studierte er an der Fachschule in Berlin-Schöneweide Grafik. Von 1965 bis 1967 setzte er sein Studium bis zum Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig fort. Von 1968 bis 1975 war er dort Aspirant bzw. Assistent. Anschließend war er bis 1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter des VEB Typoart Dresden. Dann arbeitete er in Leipzig freischaffend. Er war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
1984 erfolgte seine Ausreise aus der DDR nach Hamburg. Von 1985 bis 1989 war Volker Küster Leiter des Schriftateliers des Fotosatzherstellers Scangraphic. Hier entstand 1988 – neben anderen Schriften – jene Schrift, mit der sein Name untrennbar verbunden ist: die Today Sans Serif, eine humanistische Groteskschrift. In der Zeit, in der der Übergang von Fotosatz zu digitalen Satzsystemen die Welt der Typografie grundlegend veränderte, schuf er eine Schriftfamilie, die diesen Wandel verkörperte.
1988 erfolgte zunächst der Ruf an die Fachhochschule Hamburg (heute: Hochschule für Angewandte Wissenschaften), im darauffolgenden Jahr wechselte er an die Gesamthochschule Essen (heute: Universität Duisburg-Essen). Am dortigen Fachbereich Gestaltung lehrte er im Bereich Grafikdesign, Schrift und Typografie.
Volker Küster starb am 15. November 2025 im Alter von 84 Jahren in Kleve.
Leistungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Volker Küster erhielt für seine buchgestalterische Arbeit mehrfach Auszeichnungen für das schönste Buch der DDR. 1982 wurde ihm die Goldmedaille der Internationalen Buchkunst-Ausstellung in Leipzig verliehen.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Baugebundene Werken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Typografie des Textes und Gestaltung des Türgriffs an der 2001 eingebauten Glastür am Essener Münster
- Glasaltar von 2011 in der alt-katholischen Friedenskirche Essen
Buchgestaltung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mohamed Hussein: Vom Papyrus zum Codex. Edition Leipzig, 1970
- Albert Kapr, Hans Fischer: Typoart Typenkunst. Ein Buch über das Entwerfen und die Herstellung typografischer Schriften. VEB Fachbuchverlag, Leipzig, 1973
- Gerhard Schmidt (Bearbeiter): Georg Büchner: Woyzeck. Faksimileausgabe der Handschriften. Edition Leipzig, 1981
Ausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2019: Berlin, Galerie Amalienpark („schwarz – weiss – heiten“; mit Achim Niemann und Henry Stöcker)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1972 bis 1983: Dresden, Kunstausstellung der DDR
- 1974: Leipzig, Bezirkskunstausstellung
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975
- Küster, Volker. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 496
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kurzbiografie mit Schriftentwurf Prof. Küster, PDF-Datei (88 kB)
- Ausführlichere Biografie mit weiteren Darstellungen seines Werkes, PDF-Datei (639 kB)
- Professoren Fachbereich Grafik/Typografie im Kommunikationsdesign Univ. Duisburg-Essen ( vom 27. September 2007 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Natascha Dell: Folkwang trauert um den Schriftkünstler Volker Küster. Folkwang Universität der Künste, 21. November 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Küster, Volker |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Grafiker und Professor für Kommunikationsdesign |
| GEBURTSDATUM | 4. März 1941 |
| GEBURTSORT | Wernigerode |
| STERBEDATUM | 15. November 2025 |
| STERBEORT | Kleve |