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Volksgarten (Düsseldorf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Uhreninstallation Zeitfeld von Klaus Rinke am Nordeingang des Volksgartens

Der Volksgarten ist eine Parkanlage aus dem späten 19. Jahrhundert in Düsseldorf, die seit der Bundesgartenschau 1987 in den Südpark integriert ist.

Der Volksgarten wurde in den 1890er Jahren angelegt. Seinerzeit plante Düsseldorf das Stadtgebiet mit mehreren Parks aufzuwerten. Der Ostpark, der Florapark und der Düsseldorfer Zoo stammen aus derselben Epoche.

Die Stadt Düsseldorf erwarb 1892 zu diesem Zweck 11 Hektar Land von den Gütern der gräflichen Familie Arenberg. Die Patronen- und Zündhütchenfabrik Braun & Bloem kaufte das Gebiet für eine Fabrikerweiterung. Die Stadt schrieb aber im Kaufvertrag ausdrücklich die Anlage des Volksgartens fest. 1893 erteilte der damalige Oberbürgermeister Düsseldorfs die Anordnung, das gesamte Gelände mit angekauftem Park, Stoffeler Friedhof und Kleingartenanlage neu zu ordnen. Der Volksgarten wurde als naturnaher Park in der Form angelegt, wie er bis 1987 bestand.

1895 wurde ein Architekturwettbewerb für ein Gastronomiegebäude im Volksgarten durchgeführt, unter den vier prämierten Entwürfen wurde der des Düsseldorfer Architekten Peter Paul Fuchs zur Ausführung ausgewählt.[1]

Innerhalb des Zweiten Weltkrieges, ab Oktober 1942, wurde hier das einen Hektar große KZ-Außenlager "Stoffeln" errichtet, dessen Häftlinge im ganzen Stadtgebiet zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Das Lager befand sich zudem in unmittelbarer Nähe zur Gaststätte Haus Kolvenbach, wodurch die Häftlinge für alle Bewohner Düsseldorfs sichtbar waren. Acht Baracken wurden von Stacheldraht umzäunt, mit Leuchtmasten erhellt und von Einheiten der SS sowie der Düsseldorfer Schutzpolizei bewacht. Das Lager existierte nur wenige Monate und wurde am 21. Februar 1943 aufgelöst. Bis dahin kamen 111 der ca. 600 Häftlinge ums Leben oder wurden ermordet.[2][3]

Das ehemalige Industriegelände nebenan wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr genutzt. Dort entstand ein Schuttabladeplatz, der keine weitere Beachtung fand.

1987, ein Jahr vor dem 700-jährigen Stadtjubiläum, fand die Bundesgartenschau in Düsseldorf statt. Nachdem der Nordpark wegen zu geringer Fläche als Austragungsort ausgeschieden war, entschied man sich für die völlige Neukonzeption eines Geländes bestehend aus dem Südpark, der Schrebergartensiedlung Stoffeln, einem Teil des Stoffeler Friedhofs, dem Volksgarten und der benachbarten Brachfläche. Der Volksgarten wurde zum Haupteingang. Große Teile des Bundesgartenschau-Geländes sind heute in der Gestalt von 1987 erhalten.

Der Volksgarten heute

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Graureiher im Volksgarten Düsseldorf

Heute ist der Volksgarten ein 27 Hektar großes Teilgelände des Südparks. Im Gegensatz zu dem südlicher gelegenen Teil des Parks, der als Schau vieler Pflanzenarten und Landschaftsbaukunst deutlich künstlich geformt ist, ist der Volksgarten eher naturbelassen.

Kinder erfreuen sich bei hohen Temperaturen auf einem Wasserspielplatz. Studierende der nahen Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entspannen auf den Wiesen gerne bei einem Picknick. Kabarettfreunde besuchen die Kleinkunstbühne des Komikers Manes Meckenstock im Kurhaus, zu dem auch eine Terrasse mit Außengastronomie und ein Weiher mit Bootshaus gehören.[4]

Mit dem Nahverkehr wird der Park über den S-Bahnhof Düsseldorf Volksgarten erschlossen.

Einzelnachweise

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  1. Deutsche Konkurrenzen, Band 5, Heft 11 = Nr. 59 (1896). (Digitalisat)
  2. KZ-Außenlager Stoffeln - Zwischen Volksfest und Verfolgung. 23. Februar 2024, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  3. Peter Henkel: Die Düsseldorfer KZ-Außenlager: der Einsatz von KZ-Häftlingen in Düsseldorf zwischen 1942 und 1945 (= Kleine Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Nr. 6). 1. Auflage. Droste Verlag, Düsseldorf 2016, ISBN 978-3-7700-6010-8 (Ob dieser Entwurf tatsächlich ausgeführt wurde, geht aus der Quelle nicht hervor).
  4. Homepage kurhaus-duesseldorf.de

Koordinaten: 51° 12′ 25,1″ N, 6° 47′ 55,8″ O