Volumenprozent

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Physikalische Einheit
Einheitenname Volumenprozent
Einheitenzeichen \mathrm{\% \; vol.} oder \mathrm{Vol.\!-\!\%}
Physikalische Größe(n) Volumenanteil
Formelzeichen \mathrm{p v}
Dimension \mathsf{\frac{m^3}{m^3} = \frac{L}{L} = 1}
In SI-Einheiten \mathrm{}
Siehe auch: Prozent

Volumenprozent oder Volumprozent (Abk. % vol., Vol.-% oder "% v/v") bezeichnet das Maß für den Anteil eines Stoffes an einem Gemisch bezogen auf das Volumen. Weicht die Dichte des Stoffes von derjenigen des Gemisches ab, unterscheidet sich dieser Volumenanteil damit auch stets vom massebezogenen Massenanteil.[1]

Rechtsgrundlagen[Bearbeiten]

Das Volumenprozent geht auf die Ausgabe der DIN 1310 Gehalt von Lösungen vom April 1926 zurück und ist heute veraltet, da es nicht mehr den einschlägigen Normen wie der DIN 5477 Prozent, Promille vom Februar 1983, der DIN 1310 Zusammensetzung von Mischphasen vom Februar 1984 und der ISO 31-0 Quantities and units – Part 0: General principles aus dem Jahr 1992 entspricht. Statt 35,2 Vol.-% soll daher heutzutage formuliert werden: Der Volumenanteil beträgt 35,2 %, es sei denn, dass dabei die Volumenkonzentration gemeint ist.

Anwendung[Bearbeiten]

Anwendung findet die Angabe vor allem bei Flüssigkeitsgemischen. Das prominenteste Beispiel dürfte der Alkoholanteil in Getränken sein, der immer in Volumenprozent angegeben wird. Die EU-Verordnung 1169/2011 schreibt vor, dass bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent im Allgemeinen der vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozent anzugeben ist.[2] Die vorgeschriebene Angabe lautet „% vol.“. Dieser Angabe darf das Wort „Alkohol“ oder die Abkürzung „Alk.“ vorangestellt werden.[3]

Da der Alkohol selbst eine relativ geringe Dichte von nur ca. 0,79 kg/l aufweist, die restlichen Zutaten dagegen meist eine von 1,0 kg/l oder mehr, ist der Unterschied zum Massenanteil ggf. beträchtlich.

Ebenfalls Anwendung findet die Angabe immer noch im Bereich von Gasgemischen bzw. Gaskonzentrationen. Beispielsweise werden der Methananteil im Erdgas oder auch die Explosionsgrenzen, d. h., der minimal oder maximal erforderliche Anteil eines explosionsfähigen Gases in Luft, in „Vol.-%“ angegeben.

Alkoholische Getränke[Bearbeiten]

Erreicht der natürliche Gärungsprozess bei alkoholischen Getränken 14 % Volumenprozent, wird die normale Hefe durch den entstandenen Alkohol abgetötet, der nicht vergorene Zucker verbleibt als Edelsüße. Höherer Alkoholgehalt ist mithin nicht durch Gärung zu erzielen, sondern durch Destillation. Deshalb ist der Portwein genau genommen kein echter Wein, da sein hoher Alkoholgehalt von bis zu 19 Volumenprozent durch Destillation erzeugt wird („Aufspritten“). Die Destillation wiederum bringt einen Alkoholgehalt von maximal 97,6 Volumenprozent hervor.

Volumenprozent einiger alkoholischer Getränke[4]
Getränk Alkoholgehalt
in Volumenprozent
Alkoholfreies Bier 0,3 – 0,5
Leichtbier 2,3 – 2,8
Untergäriges Bier (Pils) und obergäriges Bier (Kölsch, Altbier) 4,5 – 5,4
Exportbier 4,8 – 5,5
Bockbier 5,5 – 11,7
deutsche Tafelweine 7 – 10
Spätlesen 9 – 12
Burgunder, Bordeaux 10 – 13,5
Champagner, Sekt 8,9 – 12,8
Wermut 14
Sherry, Portwein, Samos 15-19
Weinbrand 38 – 42
Likör 30- 45
Rum 38 – 75
Klosterfrau Melissengeist 79

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Zusammensetzungsgrößen In: Fachlexikon ABC Chemie. Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt/Main 3. überarb. Auflage 1987
  2. [1] Art. 9 Abs. 1 Buchst. k, i.V.m. Art. 28 Abs. 1 Lebensmittelinformationsverordnung.
  3. [2] Anhang XII Lebensmittelinformationsverordnung.
  4. Manfred Singer/Stephan Teyssen, Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten: Grundlagen - Diagnostik - Therapie, 2005, S. 552