Alkoholgehalt

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Der Alkoholgehalt ist der Anteil oder Gehalt von Ethanol (Alkohol) in einer Flüssigkeit. Er wird bei alkoholischen Getränken meist in Volumenprozent (abgekürztes Einheitenzeichen: % Vol. oder Vol.-%[1]) angegeben, frühere Einheiten waren das Grad Stoppani, das Grad Tralles, das Grad Gay-Lussac und das Grad Sikes. Da Alkohol eine wesentlich geringere Dichte als Wasser besitzt, ist die Volumenprozentzahl höher als die Gewichtsprozentzahl. Die Bestimmung des Alkoholgehalts nennt man Alkoholometrie.

Gesetzliche Kennzeichnungspflicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alkoholgehalt in Getränken muss in Deutschland gemäß § 7b der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) bzw. gemäß Anhang XII der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV)[2] als Volumenprozent mit höchstens einer Dezimalstelle, gefolgt von „% vol“ angegeben sein; der Prozentzahl darf „Alkohol“ oder „Alk.“ vorangestellt werden. Statt „Alk.“ sah die LKMV „alc.“ vor, um diese Möglichkeit wurde die LMIV durch eine Berichtigung vom 18. November 2011 erweitert.[3] Der tatsächliche Alkoholgehalt darf dabei folgende Abweichungen aufweisen (Anlage 4 LMKV):

  • Biere mit einem (ausgewiesenen) Alkoholgehalt bis 5,5 % vol, sowie gegorene Getränke aus Weintrauben, die nicht Erzeugnisse im Sinne des Weingesetzes sind: 0,5 % vol
  • Biere mit einem Alkoholgehalt über 5,5 % vol, sowie weinähnliche und schaumweinähnliche Getränke und schäumende gegorene Getränke aus Weintrauben, die nicht Erzeugnisse im Sinne des Weingesetzes sind: 1,0 % vol
  • Getränke mit eingelegten Früchten oder Pflanzenteilen: 1,5 % vol
  • andere Getränke: 0,3 % vol

Alle Gehaltsgrößen, die den Volumenbegriff enthalten, sind temperaturabhängig. Zu einer eindeutigen Angabe von Konzentrationen, Volumenanteilen und Volumenverhältnissen gehört daher auch die Nennung der zugehörigen Temperatur. Bei alkoholischen Getränken betrifft dies die Volumina des enthaltenen Ethanols, des enthaltenen Wassers und des Getränks als Mischung. Die Verordnungen schreiben vor, dass der Alkoholgehalt bei 20 °C zu bestimmen ist. Dies deutet an („deutet an“ deutet hier an, dass die Texte unklar formuliert sind und gewisse Interpretationsspielräume bieten), dass etwa die Angabe Ein Liter des Getränks enthält 40 %, also 400 Milliliter Alkohol so zu verstehen ist: Bei 20 °C enthält ein Liter des Getränks eine Stoffmenge oder Masse Alkohol, die bei ebenfalls 20 °C ein Volumen von 400 Milliliter einnehmen würde. Praktisch wohl noch wichtiger ist, dass die direkte Bestimmung des Alkoholgehalts einer Probe durch vollständiges „Herausfiltern“ (Destillieren) und anschließendes Vermessen des Alkohols viel zu aufwändig wäre. Stattdessen macht man sich zunutze, dass die Dichte einer wässrigen Ethanollösung um so geringer ist, je höher ihr Ethanolgehalt ist, bestimmt dessen Dichte etwa einfach anhand dessen, wie tief ein Probekörpert in das Gemisch einsinkt (archimedisches Prinzip), und schließt aus dem Messergebnis auf den Alkoholgehalt. Die Beziehung zwischen Gemischdichte und Alkoholgehalt hängt jedoch ebenfalls von der Temperatur des Gemischs ab. Manche Messgeräte sind mit einer Skale versehen, die den Alkoholgehalt des Gemischs direkt anzeigt, korrekt aber nur bei einer bestimmten Temperatur. Die Vorschriften geben also an, dass für die Bestimmung des Alkoholgehalts solche Instrumente verwendet werden müssen, die auf eine korrekte Anzeige bei 20 °C Gemischtemperatur geeicht sind.

In diesem Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Bestimmung bei 20 °C: Zahlenbeispiele für Relevanz
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Alternative Gehaltsangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Artikel DIN 1310 und Gehaltsangabe bietet neben „Teilvolumen zu Gesamtvolumen“ mindestens 12 weitere Möglichkeiten an, den Alkoholgehalt einer Flüssigkeit anzugeben. In der medizinischen Forschung und Praxis zum Konsum alkoholischer Getränke werden von ihnen noch Massenkonzentration – etwa g/l – oder Massenanteil – etwa g/kg – verwendet.[1]

In diesem Artikel fehlen folgende wichtige Informationen: Volumenkonzentration vs. Volumenanteil: Zahlenbeispiele? (aus Volumenkonzentration einsichtiger), Richtlinie 87/250/EWG vs. Lebensmittel-Informationsverordnung, § 3 Branntweinsteuerverordnung, Anhang I Nr. 11 Spirituosenverordnung
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Beispiele für Alkoholgehalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alkoholgehalte einiger alkoholischer Getränke[1]
Getränk Alkoholgehalt
in Volumenprozent
Alkoholfreies Bier 0,3–0,5
Leichtbier 2,3–2,8
Untergäriges Bier (Pils) und obergäriges Bier (Kölsch, Altbier) 4,5–5,4
Exportbier 4,8–5,5
Bockbier 5,5–11,7
deutsche Tafelweine 7–10
Spätlesen 9–12
Burgunder, Bordeaux 10–13,5
Champagner, Sekt 8,9–12,8
Wermut 14
Sherry, Portwein, Samos 15–19
Weinbrand 38–42
Likör 30–45
Rum 38–80
Klosterfrau Melissengeist 79

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Manfred Singer, Stephan Teyssen: Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten: Grundlagen – Diagnostik – Therapie. 2005, S. 552
  2. Volltext der VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV) als PDF (1,2 MiB) / als HTML, beide abgerufen am 24. April 2016.
  3. Berichtigung der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 über die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission. In: Amtsblatt der Europäischen Union L 304 vom 22. November 2011. 18. November 2014, abgerufen am 25. April 2016.