Vorwissenschaftliche Arbeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Vorwissenschaftliche Arbeit und Fachbereichsarbeit überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Big Muff (Diskussion) 11:46, 22. Sep. 2016 (CEST)

Die vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) ist die erste Säule der neuen Matura in Österreich. Die vorwissenschaftliche Arbeit ist in gewisser Weise der Nachfolger der Fachbereichsarbeit, anders als diese ist die vorwissenschaftliche Arbeit jedoch für alle Schülerinnen und Schüler der Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und der Berufsbildenden höheren Schulen (BHS) verpflichtend.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Lehrperson kann bis zu drei (auf eigenen Wunsch bis maximal fünf Schüler) betreuen. Bei der Wahl des Themas muss der Schüler das Einvernehmen mit der Betreuungsperson herstellen. Das Thema der VWA muss nicht einem Unterrichtsfach zugeordnet werden. Die Betreuungsperson muss eine berufliche oder außerberufliche Sach- und Fachkompetenz besitzen[1].

Der Schüler muss in Kooperation mit einer ihm zugeteilten Betreuungsperson in der 7. Klasse ein Thema formulieren an welchem er, nach der Bestätigung durch die Direktion und die Schulbehörde erster Instanz[2], arbeiten wird. Das Thema muss keinem Unterrichtsfach zugeordnet sein.

Zu Beginn ist ein so genannter 'Erwartungshorizont' vom Schüler abzugeben (elektronische Einreichung) bei welchem das schließliche Thema, geeignete Fragestellungen, persönlicher Impuls, erste Basisliteratur sowie eine ungefähre Gliederung eingegeben werden muss. Nach der Genehmigung durch die Betreuungsperson, den Direktor und die Schulbehörde erster Instanz verfügt der Schüler über eine genehmigte Themenstellung, die auch im Falle einer Wiederholung der 7. Klasse erhalten bleibt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur empfiehlt in seiner Handreichung folgenden Aufbau:[3]

  • Titelblatt
  • Abstract (Deutsch oder Englisch, unabhängig von der Sprache der Arbeit)
  • Vorwort (optional)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Textteil: Einleitung – Hauptteil – Schluss (Fazit)
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis (optional)
  • Abkürzungsverzeichnis (optional)
  • Glossar (optional)
  • Anhang (optional)
  • Begleitprotokoll und Aufzeichnungen der Lehrkraft

Weiters wären noch folgende Punkte denkbar:[4]

  • Deckblatt[5] (optional)
  • Formelverzeichnis (optional)
  • Tabellenverzeichnis (optional)
  • Personen, Orts- oder Sachverzeichnisse (optional)
  • Dankesworte (optional)
  • Eidesstattliche Erklärung

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Umfang der vorwissenschaftlichen Arbeit werden vom Ministerium "höchstens zirka" 60.000 Zeichen (exkl. Verzeichnisse)[6] genannt. Die Untergrenze von 40.000 Zeichen wurde aufgehoben[7]. Sollte eine Arbeit aus bestimmten Gründen mehr, als 60.000 Zeichen beinhalten, so müssen diese Gründe beim Begleitprotokoll angeführt werden. Problematisch ist der Umfang bei Arbeiten, die einen hohen experimentellen Charakter haben (Chemie, Physik), oder deren Arbeitsschwerpunkt im Konstruieren (Darstellende Geometrie) liegen.[8]

Fragestellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vorwissenschaftliche Arbeit muss verpflichtend eine Fragestellung beinhalten. Die Fragestellung ist in §8 Abs. 5 der Reifeprüfungsverordnung vom 30. Mai 2012 als verpflichtender Inhalt des Abstracts ausdrücklich erwähnt ("…die Fragestellung, die Problemformulierung…")[9] Am Beginn der vorwissenschaftlichen Arbeit (Einleitung) ist es somit notwendig, dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten eine Frage zum gewählten Thema stellen, auf die sie im Schlusskapitel eine Antwort geben. In älteren Dokumenten des Ministeriums wurde die Fragestellung manchmal als Forschungsfrage bezeichnet. Seit Oktober 2013 wird in den offiziellen Dokumenten nur mehr der Begriff Fragestellung verwendet.[10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker des Entwurfs bemängeln einerseits die Bezeichnung als „vorwissenschaftlich“, da dieser Begriff in der Wissenschaftsgeschichte eine ganz andere Bedeutung hat und eben eine Vorgangsweise bezeichnet, die mit einem kognitiven Ansatz nichts zu tun hat, sondern eher einem mythisch-religiösen Denken verbunden ist;[11] andererseits wird vor dem „Copy-and-Paste“-Syndrom gewarnt, also davor, dass diese Art der Aufgabenstellung viele Schüler dazu verleiten könnte, ihre Arbeit nicht selbstständig zu verfassen.[12]

Außerdem ist es im Februar 2015 beim verpflichtenden Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeit auf der dafür vorgesehenen Internetseite zu gravierenden Problemen aufgrund von Überlastung des Servers gekommen.[13] Weiters kam es zu diversen Fehlern bei der Einreichung der Themen für den Jahrgang 2015/16, wobei beispielsweise bei der erneuten Einreichung einer zurückgewiesenen Themenerstellung dem Betreuer und den folgenden Instanzen wieder die veraltete, bereits zurückgewiesene Version anstatt der vom Schüler überarbeiteten angezeigt wurde, und Schüler bekamen keine Benachrichtigung, wenn ihre Themenerstellung abgelehnt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. §8 (1) der Verordnung über die Reifeprüfung an den allgemeinbildenden höheren Schulen. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  2. Schulbehörde erster Instanz « VorWissenschaftliche Arbeit .Info. In: www.vorwissenschaftlichearbeit.info. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  3. Marlies Liebscher, Edgar Mayrhofer, Jürgen Rathmayr, Elisabeth Schallenberg, Werner Schöggl, Adelheid Schreilechner, Karin Tscherne, Friederike Zillner: 1. Säule: „Vorwissenschaftliche Arbeit“: Eine Handreichung. Standardisierte, kompetenzorientierte Reifeprüfung an AHS. Schuljahr 2013/14. (PDF; 169 kB.) Erstellt im Auftrag des österr. Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (Abt. I/3b)
  4. Aufbau und Inhalt einer vorwissenschaftlichen Arbeit
  5. Deckblatt vorwissenschaftlichearbeit.info
  6. Standardisierte, kompetenzorientierte Reifeprüfung an AHS: Säule 1: „Vorwissenschaftliche Arbeit“ (VWA) mit Präsentation und Diskussion bmbf.gv.at
  7. Änderung in der Verordnung zur Reifeprüfung vorwissenschaftlichearbeit.info
  8. Umfang (Seitenanzahl, Zeichenanzahl) der vorwissenschaftlichen Arbeit vorwissenschaftlichearbeit.info
  9. 174. Verordnung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur über die Reifeprüfung in den allgemein bildenden höheren Schulen
  10. Lexikoneintrag Fragestellung, www.VorWissenschaftlicheArbeit.info
  11. vgl. Der Standard, Leserforum, Mittwoch 1. Juli 2009
  12. Die Angst vor der Copy-paste-Teilmatura. Kommentar des Wissenschaftsministers Töchterle im Standard
  13. http://kurier.at/lebensart/familie/vwa-naechstes-problem-bei-der-zentralmatura/113.296.833