Waffenschrank

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Waffenschrank

Ein Waffenschrank ist ein Stahl- oder Wertschutzschrank (Tresor), in dem – je nach Abmessungen und Sicherheitsstufe – eine Anzahl von Schusswaffen und Munition untergebracht werden können. Die Konstruktion und sicherheitstechnische Einstufung, Verschluss und Aufstellung eines Waffenschrankes entsprechen dem Tresor. Diverse Einrichtungselemente, wie Waffenhalter für die senkrechte Lagerung der Langwaffen und MPs, Halteklammern für Kurzwaffen und Böden oder abschließbare Fächer für die Trennung von Waffen und Munition werden angeboten.

Die Verpflichtung zur Aufbewahrung von Waffen in gesicherten Behältnissen oder Räumen ergibt sich in Deutschland aus § 36 des Waffengesetzes „Aufbewahrung von Waffen oder Munition“. Das Waffengesetz regelt, wie und in welcher Sicherheitsstufe eines Waffenschrankes Waffen und Munition zu sichern sind; Beschränkungen gibt es beispielsweise bei der Anzahl und der gemeinsamen Verwahrung von Lang- und Kurzwaffen und Munition. Die Waffenbehörden können bei der Einstufung von Waffenschränken auf eine Empfehlung des Landeskriminalamts von Baden-Württemberg zurückgreifen[1]. In der Regel empfehlen die Waffenbehörden nicht einen Stahlschrank A oder B nach VDMA Einheitsblatt 24992, sondern einen zertifizierten Wertschutzschrank nach EN 1143-1 einer nach EN 45011 akkreditieren Zertifizierungsstelle für die Aufbewahrung von Waffen zu nutzen.

Der Erwerbsberechtigte für die im Waffenschrank aufbewahrten Waffen darf den Zugriff auf den Waffenschrank nur weiteren erwerbsberechtigten Personen gewähren, dies gilt auch und besonders für den Zugriff von Familienmitgliedern. In Schützenvereinen ist für die Erlaubnis zum Zugriff auf einen Waffenschrank ein Sachkundenachweis erforderlich, der erst nach einem Lehrgang durch einen übergeordneten Dachverband (Kreis- oder Bezirksschützenverband) ausgestellt wird. Ein Waffenschrank ist so aufzustellen, dass ein Einbrecher möglichst im Vorfeld zusätzliche Sicherungen überwinden muss.

Die Forderungen des Waffengesetzes beziehen sich in der Regel auf den privaten Wohnbereich; in unbewohnten Gebäuden wie Jagdhütten dürfen Waffen auch im Waffenschrank in der Regel nicht verwahrt werden; auch bei der Aufstellung in Sport- oder Schützenheimen sollten im Vorfeld Gespräche mit der Ordnungsbehörde geführt werden – nicht unwichtig ist hier auch die Einschätzung der Versicherung. Hilfestellung können neben der Jagdbehörde auch polizeiliche Beratungsstellen und LKA bieten.

Situation in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweizer Gesetzgeber regelt die Aufbewahrung von Waffen im privaten Bereich. Das Behältnis wird nicht genau definiert. Die Waffe muss durch den Zugriff von Dritten geschützt und getrennt von der Munition aufbewahrt werden. In den Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst wird vom Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) eigene Vorschriften erstellt. Diese sind in der Weisung für Technische Belange der Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst geregelt. Wenn keine Waffenkammern gebaut werden können, sind Waffenschränke von mindestens der Stufe B / S2 zugelassen. Wobei die Verschlüsse immer in separaten Behältnisse aufbewahrt werden müssen. Waffen und Munition dürfen nie im gleichen Magazin/Waffenschrank aufbewahrt werden. Für Munition und Waffen gelten die gleichen Anforderungen an Bauweise und Sicherheitsstufe.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ssvphilippsburg.de/Dokumente/LKA_Empfehlung_Waffenaufbewahrung.pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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