Wagenerapfel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wagenerapfel
Synonyme Wageners Preisapfel, Annweiler Schläfer, Eisenacher, Holländischer Bellefleur, Pfingstapfel, Sankt Wendeler, Weberapfel
Art Kulturapfel (Malus domestica)
Herkunft Penn Yann, New York
bekannt seit 1791
Züchter George Wheeler, Abraham Wagener
Liste von Apfelsorten

Der Wagenerapfel ist eine alte, historische Tafel- und Wirtschaftsobstsorte des Kulturapfels.[1]

Frucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wagenerapfel ist ein flach gebauter, mittelgroßer, seltener großer Tafelapfel mit 5 flachen Kanten. Kleine Früchte sind eher kugelig. Die Schale ist glatt, zart, stark glänzend und wird bei Vollreife leicht fettig. Die Grundfarbe ist zur Ernte lindgrün und hellt bei Vollreife zu schwefelgelb auf. Die Früchte sind sonnenseits rot gestrichelt bis flächig blutrot. Das Fruchtfleisch ist zunächst saftig abknackend, wird jedoch bei Vollreife und auf dem Lager nach kurzer Zeit mürbe. Zu spät geerntete Früchte werden bereits am Baum mehlig. Der Geschmack ist harmonisch süß-säuerlich, mit einem gefälligen und sortentypischen Aroma, das an Zimt und Rosmarin erinnert. Die möglichst druckfreie Ernte erfolgt Ende Oktober. Wageneräpfel sind im Kühllager grundsätzlich mehrere Monate haltbar, jedoch muss die Ernte für Lagerware sehr frühzeitig erfolgen. Früchte, die bereits sichtbar aufhellen, eignen sich nur noch für den unmittelbaren Verbrauch. Lagertemperaturen unter 2,5 °C führen zu Schalen- und Fleischbräune. Der Apfel eignet sich besonders gut für Apfelkompott. Die Genussreife ist von November bis Februar.[1][2][3][4]

Baumeigenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baum wächst in der Jugend kräftig mit steil verzweigten Leitästen. Der Wuchs schwächt sich jedoch infolge des hohen Ertrags bald ab. Die Sorte zeigt eine ausgeprägte Alternanz, selbst auf schwachen Unterlagen, wenn der starke Behang nicht rigoros ausgedünnt wird. Laub und Früchte sind sehr anfällig für Schorf; in niederschlagsreichen Anbaugebieten faulen die Früchte oft schon am Baum. Die Früchte werden im Vergleich zu anderen Sorten zudem besonders gerne vom Apfelwickler und der Apfelsägewespe befallen. Die Anfälligkeit für Mehltau liegt im mittleren Bereich. Die Blüte entsteht mittelfrüh, ist aber relativ unempfindlich gegen Frost. Qualitätsfrüchte sind nur auf nährstoffreichen, hinreichend feuchten Böden und bei guter Pflege zu erwarten. Bei Überbehang bleiben die Früchte blass und schmecken fade. Die Sorte eignet sich für den Garten, empfiehlt sich jedoch nicht für den extensiven Anbau und für ungünstige Lagen.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wagenerapfel wurde bereits 1760 beschrieben. Die Herkunft der Apfelsorte ist unklar. Vermutlich stammt sie ursprünglich aus Deutschland oder Holland. Die weitere Züchtung der Sorte geht jedoch auf George Wheeler zurück. Er zog die ersten Bäume um 1791 in Penn Yann, New York, USA aus Samen, die er von Abraham Wagener übernommen hatte. Die Sorte ist zufällig nahezu identisch mit der Apfelsorte „Brabanter Bellefleur“. Andere Namen für den Wagenerapfel sind „Wageners Preisapfel“, „Annweiler Schläfer“, „Basliesle“, „Eisenacher“, „Holländischer Bellefleur“, „Roter Bellefleur“, „Pfingstapfel“, „Sankt Wendeler“, „Siebenschläfer“ und „Weberapfel“.[1][2][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c W. Hartmann (Hrsg.): Farbatlas Alte Apfelsorten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim), 2000.
  2. a b Obsttafel Nr. 368 – Wagener-Apfel. auf: obstsortendatenbank.de
  3. Wagener Apfel. auf: baumgartner-baumschulen.de
  4. a b F. Mühl: Alte und neue Apfelsorten. 7. Auflage. Miesbach 2011.