Wai-O-Tapu

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Im Vordergrund ein mit saurem Wasser gefüllter Kratersee eines 700 Jahre alten Vulkans. Frying Pan Flat in der Mitte, ein Krater mit instabilem Untergrund, dahinter ein Teil des grünen Kratersees Lake Ngakoro
Der Champagner Pool, der 65 m im Durchmesser große Teich mit dem höchsten Attraktionswert.
Gesteuerte Aktivität des Lady Knox Geyser
Schlammvulkan im Wai-O-Tapu-Geothermalgebiet
Im Schlamm des Schlammvulkans zerplatzende Gasblase

Wai-O-Tapu, vielfach auch zusammenhängend Waiotapu geschrieben, ist ein 18 km2 großes Geothermalgebiet in der Region Waikato auf der Nordinsel von Neuseeland. In ihm befinden sich kollabierte Krater, Fumarole, heiße Quellen, durch Minerale gefärbte heiße und kalte Teiche und Tümpel, sowie Schlammteiche, aus denen Gase vulkanischen Ursprungs aufsteigen und an der Oberfläche als Schlammblase zerplatzen. Das Geothermalgebiet zählten zu den größten Neuseelands.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Wai-O-Tapu entstammt der maorischen Sprache und bedeutet „heiliges Wasser“, wobei „Wai“ für „Wasser“ steht und „Tapu“ für „heilig“ oder „verboten“.[1]

Das Gebiet, das von dem Māori-Iwi Ngāti Tahu Ngāti Whaoa beansprucht wird, ist von den lokalen Stämmen nach dem Waiotapu Stream benannt worden, einem kleinem Fluss, der durch das Gebiet fließt und später in den Waikato River mündet.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geothermalgebiet von Wai-O-Tapu befindet sich rund 20 km südsüdöstlich von Rotorua und gut 40 km nordöstlich von Taupo[3], zwischen dem nördlichen Ende des Reporoa-Flachlandes und den beiden Vulkanen, Moungaongaonga, mit einer Höhe von 825 m und Moungakakaramea, der auch unter dem Namen Rainbow Mountain bekannt ist und eine Höhe von 743 m aufweist (Geokoordinaten 36° 18' 43 S, 176° 22' 43 O, 36° 18' 50 S, 176° 22' 24 O).[4] Durch das Geothermalfeld, das 18 km2 groß ist und zur Taupo Volcanic Zone gehört, führt der New Zealand State Highway 5, der nach Süden hin das Gebiet westlich streift.[5]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wai-O-Tapu, dessen Grundlage durch vulkanische Aktivitäten gebildet wurde die vor 160.000 Jahren stattgefunden haben[6], entstand in seiner heutigen Form durch Eruptionen erst vor rund 900 Jahren.[7] Es bildete sich in einer Verwerfungszone zwischen der Kaingaroa Fault, die knapp zwei Kilometer östlich verläuft und der Paeroa Fault, die sich westlich befindet. Unterhalb des Gebietes, in dem sich die geothermalen Aktivitäten sichtbar häufen, verläuft die Ngapouri Fault in SW-NO-Richtung. Sie stellt ein Zweig einer früheren Verwerfung dar, die durch die Paeroa Fault getriggert wurde.[8]

Das an die Erdoberfläche in heißen Quellen transportierte Wasser wird in den Schichte, in denen Magma früherer Eruptionen vorhanden ist, auf bis zu 300 °C erhitzt[6] und kühlt sich auf dem Weg nach oben auf zwischen 70 °C und 100 °C ab. In den Fällen, wo Minerale in hoher Konzentration ausgetragen werden, verfärbet sich das Wasser in Abhängigkeit der Minerale in unterschiedliche Farben, wobei gelbe Ausfällungen für Schwefel, orangefarbene für Antimon, weiße für Siliciumdioxid, grüne für Schwefel und Eisen(II)-sulfat, purpurne für Manganoxid, rote und braune für Eisenoxid und -oxidhydroxid und schwarze für Schwefel und Kohlenstoff stehen. Der bei den Ausgasungen entstehende penetrante Geruch nach „faulen Eiern“ ist dem Schwefelwasserstoff geschuldet, der sich in den Tiefen bildet und durch Erdspalte sowie durch aufsteigendes Wasser nach oben an die Erdoberfläche drängt.[6]

Touristische Attraktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wai-O-Tapu Thermal Wonderland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage des Wai-O-Tapu Thermal Wonderland umschließt ein vom Department of Conservation konzessioniertes Gebiet mit einer Größe von 40 Hektar[9], ist das aktivste Gebiet des Geothermalfeldes von Wai-O-Tapu und umfasst 25 geothermale Sehenswürdigkeiten. Der Betrieb des Besucherzentrums und der Anlage wurde 2012 von der Te Arawa Group Holdings übernommen und wird seitdem von dem Unternehmen betrieben.[10]

Lady Knox Geyser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lady Knox Geyser

Ein Kilometer Luftlinie nordöstlich des Besucherzentrums des Wai-O-Tapu Thermal Wonderland befindet sich in einem nicht frei zugänglichen Gebiet der Lady Knox Geyser, eines aus einer heißen Quelle künstlich angelegten Geysirs. Jeden Tag um 10:15 Uhr wird der Geysir für zahlende Touristen mittels einer Zugabe von Seife aktiviert.[6]

Schlammvulkan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knapp zwei Kilometer nördlich des Besucherzentrums befindet sich der erodierte Schlammvulkan in einem vom Department of Conservation geschützten Gebiet. Einer Quelle aus dem Jahr 1902 zufolge soll der Vulkan seinerzeit noch ein Höhe von 10 bis 12 Fuß besessen haben[11], was einer Höhe von rund drei bis vier Meter entspricht. Andere Quellen gehen von bis zu 20 Fuß aus, was einer Höhe von rund sieben Meter entsprechen würde. Auch soll der Vulkan 1925 in dieser Form noch bestanden haben (siehe Foto in der Quellenangabe).[12] Doch die Erosion über die Jahre hinweg hat dazu geführt, dass der Vulkan heute nur noch aus einem Schlammkrater besteht, aus dem ständig kleine und größere Gasblasen entweichen und mit deutlichen Geräuschen an der Schlammoberfläche zerplatzen (siehe Foto in diesem Artikel).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waiotapu. In: The Cyclopedia of New Zealand. The Cyclopedia Company, Christchurch 1902, Auckland Provincial District, S. 815 (englisch, Online [abgerufen am 25. März 2017]).
  • E. F. Lloyd: The hot springs and hydrothermal eruptions of Waiotapu. In: New Zealand Journal of Geology and Geophysics. Volume 1, Issue 1, 1959, S. 141–176, doi:10.1080/00288306.1959.10431319 (englisch, Online [PDF; abgerufen am 25. März 2017]).
  • Jonet Ward, Bruce Burns, Vicki Johnson, David G. Simmons, John R. Fairweather: Interactions Between Tourists and the Natural Environment: Impacts of Tourist Trampling on Geothermal Vegetation and Tourist Experiences at Geothermal Sites in Rotorua. In: Lincoln University (Hrsg.): Tourism Research and Education Centre (TREC) Report. No. 16, Februar 2000, ISSN 1174-670X, S. 1–95 (englisch, Online [PDF; abgerufen am 25. März 2017]).
  • New Zealand Touring Atlas. 5th ed.. Hema Maps Australia, 2015, ISBN 978-1-877302-92-3, South Island, S. Map 13 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wai-O-Tapu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Māori Dictionary. Abgerufen am 25. März 2017 (englisch).
  2. Ngāti Tahu Ngāti Whaoa Environmental Management Plan. Waikato Regional Council, abgerufen am 25. März 2017 (englisch).
  3. Topo250 maps - Taupo - Hawke Bay. Land Information New Zealand, abgerufen am 25. März 2017 (englisch).
  4. Lloyd: The hot springs and hydrothermal eruptions of Waiotapu. 1959, S. 143.
  5. New Zealand Touring Atlas. 2015, S. Map 13.
  6. a b c d Wai-O-Tapu Guide Map, der bei einer Besichtigung an die Besucher verteilt wird. Stand: März 2017
  7. Lloyd: The hot springs and hydrothermal eruptions of Waiotapu. 1959, S. 141.
  8. Lloyd: The hot springs and hydrothermal eruptions of Waiotapu. 1959, S. 144.
  9. Ward, Burns, Johnson, Simmons, Fairweather: Interactions Between Tourists and the Natural Environment .... 2000, S. 24 (5).
  10. Kristin Macfarlane: Te Arawa buys major thermal tourism park. In: Rotorua Daily Post. 3. November 2012, abgerufen am 25. März 2017 (englisch).
  11. Waiotapu. In: The Cyclopedia of New Zealand. 1902, S. 815.
  12. Lloyd: The hot springs and hydrothermal eruptions of Waiotapu. 1959, S. 151.