Waldorfkindergarten

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Waldorfkindergärten sind Einrichtungen der anthroposophischen Erziehung für Vorschulkinder. Sie sind teilweise an Waldorfschulen angegliedert, häufiger jedoch eigenständige Einrichtungen. So gibt es in Deutschland 556 Waldorfkindergärten (Stand April 2015[1]). Weltweit existieren ca. 2000 Waldorfkindergärten in 60 Ländern (davon 29 in Österreich und 64 in der Schweiz). Der erste Waldorfkindergarten wurde auf Betreiben von Elisabeth von Grunelius und Herbert Hahn Ostern 1926 in Stuttgart für die Kinder der Mitarbeiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet.

Pädagogisches Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Puppenspiel zum Märchen Frau Holle der Gebrüder Grimm - Waldorfkindergarten Trier

Das pädagogische Konzept in Waldorfkindergärten ist weniger festgelegt als bei den Waldorfschulen und wird durch die jeweiligen Erzieher geprägt. Kernelemente sind feste Rhythmen im Tagesablauf, im Wochenablauf und ein starker Bezug zu den Jahreszeiten. Wichtigster Ansatz der Waldorf-Pädagogik ist die Nachahmung. Diese Fähigkeit des Kindes „richtet sich nicht nur auf Dinge und Ereignisse der äußeren Welt. Kinder nehmen die Atmosphäre, die innere Haltung und Gesinnung der Erwachsenen wahr und ahmen auch sie nach.“[2] Den Kindern wird durch Tun und Schaffen der Erzieherinnen ein Vorbild gegeben. Das Spielzeug ist oft ungegenständlich und besteht aus Naturmaterialien wie Holz, Wolle, Filz, Tüchern, Körben mit Nusskernen und ähnlichem. Häufig ist die Eurythmie Teil des Tages- oder Wochenablaufs.

„Zu den Kräften, welche bildsam auf die physischen Organe wirken, gehört die Freude an und mit der Umgebung. Heitere Mienen der Erzieher und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe. Solche Liebe, welche die physische Umgebung warm durchströmt, brütet im wahren Sinne des Wortes die Formen physischer Organe aus. Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher Atmosphäre der Liebe möglich ist, dann ist das Kind im richtigen Element.“

Rudolf Steiner: Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft.

Trägerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Träger der Waldorfkindergärten sind meist gemeinnützige eingetragene Vereine, die vorwiegend aus den Eltern bestehen (Elterninitiative). Die Kindergärten werden von den Kommunen mit Geld- und Sachleistungen bezuschusst. Teilweise sind die Beiträge der Eltern höher als bei städtischen und kirchlichen Einrichtungen. Daneben beteiligen sich viele Eltern an der Gestaltung und Pflege des Kindergartens und werden stark eingebunden. Die Einbindung erfolgt in Belangen wie baulichen Maßnahmen oder Finanzierungsplänen, nicht jedoch im pädagogischen Kontext.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldorf pedagogy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Waldorfkindergärten in Deutschland. Vereinigung der Waldorfkindergärten, abgerufen am 19. April 2015.
  2. Webseite: Waldorfkindergartenseminar: Waldorf, was ist das?