Wandhydrant

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Wandhydrant mit Druckschlauch-W
Brandschutzzeichen für Wandhydrant nach DIN EN ISO 7010

Wandhydranten sind in Gebäuden installierte Wasserentnahmestellen, die zur ersten Brandbekämpfung vorgesehen sind.

In einer meist plombierten Wandnische ist ein Ventil angebracht, an das ein gerollter Druckschlauch mit dem dazugehörigen Strahlrohr angeschlossen ist. In Deutschland dient dazu meist ein formbeständiger Druckschlauch-W, der von Wasser durchflossen werden kann, auch wenn er noch aufgerollt ist. Eine Normierung existiert durch die Norm DIN 14 461. In Österreich wird eher ein C-Druckschlauch verwendet. Zwar muss er vor dem Einsatz komplett abgerollt werden, dafür ist sein Platzbedarf wesentlich geringer. Sie müssen der Norm ÖNORM EN671 und der TRVB F-128 00 entsprechen.

Versorgt werden Wandhydranten über eine unter Druck stehende "nasse" Steigleitung oder alternativ über eine trockene Steigleitung. In letzterem Fall erfolgt die Aktivierung der Pumpe nicht über den Druckabfall in der Steigleitung, sondern über einen Tastschalter am Ventil am jeweiligen Wandhydrant. Die Kennzeichnung von Wandhydranten veränderte sich in den letzten Jahren durchgängig. Derzeit erfolgt die Kennzeichnung nach ASR i. V. m. der DIN EN ISO 7010 durch die Darstellung des Löschschlauches in weiß auf rotem Grund mit seitlich angeordneten Flammen. Eine explizite Angabe des Wandhydrantentyps erfolgt entgegen der früheren Vorschriften nicht mehr. Diese kann entsprechend ergänzt werden. Aufgrund trinkwasserrechtlicher Vorgaben muss eine Kennzeichnung erfolgen, dass es sich nicht um Trinkwasser handelt.

Wandhydranten sind nicht nur für die Feuerwehr vorbereitet, sondern ähnlich einem Feuerlöscher für jedermann zugänglich, um einen Brand in der Entstehungsphase bekämpfen zu können. Häufig sind daher neben dem Wandhydranten auch ein Feuerlöscher und ein Handfeuermelder (früher Druckknopfmelder) untergebracht. Der Platz vor einem Wandhydranten muss immer frei bleiben, damit er leicht zugänglich ist.

In der Norm DIN 14 461, Teil 1, werden Wandhydranten seit der Ausgabe 2003-07 in die Typen „S“ und „F“ unterschieden.

TYP „S“ beschränkt sich auf Wandhydranten „zur Selbsthilfe“. Die Ausführung des Feuerlöschschlauchs ist zwingend aus einem formstabilen Material (min. 3/4″) auszuführen. Die geforderte Wassermenge beträgt nach 24 l/min bei einem Fließdruck von 2 bar bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 2 Wandhydranten und können somit abweichend den üblichen Installationsregeln der DIN 14 461 mit den Nennweite DN 25 (1″) angeschlossen werden. Die Piktogramme sind nach BGV A8 mit einem zusätzlichen „S“ zu versehen.

TYP „F“ beschreibt die Wandhydranten „zur Selbsthilfe und zum Einsatz der Feuerwehr“. Die Ausführung des Feuerlöschschlauchs kann entweder aus formstabilem Material (min. 1″) oder aus einem vollsynthetischen C-42-Druckschlauch bestehen. Die Dimensionierung der Steigleitungen wird in der DIN 1988 geregelt, während die nötigen Löschwassermengen der DIN 14 461, Teil 1 zu entnehmen sind. Am letzten Wandhydranten des Steigstranges müssen 100 l/min (6 m³/h) bei einem Fließdruck von 3 bar bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 3 Wandhydranten bereitgestellt werden.

In den letzten Jahren sind Wandhydranten aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Trinkwasserhygiene zunehmend in die Kritik geraten. Obgleich dies auch aus vertrieblichen Gründen sehr kontrovers diskutiert wird, gilt auch für Wandhydranten zunächst der Bestandschutz, so lange die Beprobung des Trinkwassers keine Auffälligkeiten hinsichtlich der Trinkwasserhygiene aufweist. Für Neuinstallationen und ggf. Anpassungen sind entsprechende Systemtrennungen vorzusehen, die Regelwerke DIN EN 1717 sowie DIN 1988 sind hier führend anzuwenden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Ungerer (Hrsg.): Praxis-Handbuch betrieblicher Brandschutz. Schmidt-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-503-12083-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wandhydranten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien