Wasserwerk Hohe Ward

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Wasserwerk Hohe Ward
Innenansicht

Das Wasserwerk Hohe Ward ist ein Wasserwerk der Stadtwerke Münster. Es liegt im münsterschen Stadtteil Hiltrup, mitten im Wald- und Naherholungsgebiet Hohe Ward. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Jugendstil-Gebäude ist bis heute in Betrieb und denkmalgeschützt. Damit zählt es zu den ältesten noch genutzten technischen Bauwerken Münsters.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1905 begann das Städtische Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerk, Vorläufer der späteren Stadtwerke Münster, mit dem Bau eines Pumpwerks in der damals noch eigenständigen Gemeinde Hiltrup. Die Hohe Ward liegt über dem Münsterländer Kiessandzug, aus dem das Grundwasser gefördert wird. Es war nach seiner Inbetriebnahme im Juli 1906 das fünfte Pumpwerk, das Trinkwasser für Münster gewann. 1911 musste das Pumpwerk für den Bau einer Enteisenungsanlage vorübergehend außer Betrieb genommen werden, war aber im Anschluss das erste münstersche Wasserwerk mit einer solchen Anlage. Nötig war diese geworden, nachdem sich durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels Eisenverbindungen im Wasser gebildet hatten, die das Trinkwasser in der Stadt trübten.[2]

Nach der Schließung eines anderen Pumpwerks in Münster in den 1920er Jahren wurde in der Hohen Ward mit der Grundwasseranreicherung begonnen: Über eine 3,5 Kilometer lange Leitung wurde Oberflächenwasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal in das Entnahmegebiet der Hohen Ward gepumpt und dort versickert.

1988, über 80 Jahre nach dem Bau, wurde das Gebäude des Pumpwerks unter Denkmalschutz gestellt. Im gleichen Jahr wurden auf dem Gelände zwei Trinkwasserspeicherbehälter gebaut, zwei Jahre später eine Aktivkohlefilteranlage für die Aufbereitung von Oberflächenwasser. Seit 2008 ist das Trinkwassergewinnungsgebiet Hohe Ward Teil eines Naturlehrpfades der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Tafeln klären unter anderem über die Wassergewinnung und Verhaltensrichtlinien auf. Da die Hohe Ward auch als Naherholungsgebiet für Münster dient, führen öffentliche Wege direkt an die Brunnen und damit auch durch die Wasserschutzzone II. Das Befahren dieser Wege mit motorisierten Fahrzeugen ist aufgrund von Wasserschutzbestimmungen nicht erlaubt.[1]

Trinkwassergewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Trinkwasserbrunnen

Im Wasserwerk Hohe Ward können die Stadtwerke jährlich bis zu 5,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gewinnen. Das sind rund 25 % des Wasserbedarfs für Münster.[3] Das Grundwasser wird von 28 Brunnen gefördert, über 18 Anreicherungsbecken wird das Oberflächenwasser versickert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wasserwerk Hohe Ward – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Westfälische Nachrichten: Tag des offenen Denkmals: Wasserwerk Hohe Ward besichtigen, Stadtwerke Nachrichten, Stadtwerke Münster, 5. September 2015
  2. Stadtmuseum Münster (Hrsg.): Energie & Bewegung. 100 Jahre Stadtwerke Münster. Münster 2001, Seite 18.
  3. Flyer „100 Jahre Wasserwerk Hohe Ward“.

Koordinaten: 51° 53′ N, 7° 41′ O