Wehrtechnische Dienststelle 41

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WTD 41 neu.png
Wehrtechnische Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik
– WTD 41 –
WTD 41 (Rheinland-Pfalz)
WTD 41
WTD 41
Staatliche Ebene Bund
Stellung Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr
Aufsichtsbehörde Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)
Gründung 1957 als Erprobungsstelle 41
Hauptsitz Trier-Kürenz
Behördenleitung Wolfgang Wolf
Bedienstete 470
Website www.baain.org

Die Wehrtechnische Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik (WTD 41) in Trier-Kürenz (Rheinland-Pfalz) ist eine von sechs Wehrtechnischen Dienststellen, die zum Geschäftsbereich des Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (ehemals Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung) gehört. Das Areal am Grüneberg hat eine Größe von etwa 200 Hektar. Die Dienststelle wurde 1957 als Erprobungsstelle 41 gegründet und 1959 auf den Flugplatz Trier-Euren verlegt, 1960 erfolgte der Umzug auf den Grüneberg. Die WTD 41 beschäftigt etwa 470 Personen, davon 16 Soldaten (Stand: 2014) und ist nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2000 zertifiziert.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorführung der Panzerschnellbrücke Leguan in der WTD 41. Nach dem Verlegevorgang fährt der Brückenleger auf Leopard-2-Fahrgestell im Anschluss durch die Steilkurve der Testbahn.

Die WTD 41 bewertet, untersucht und erprobt landgebundene Fahrzeugsysteme (Rad-, Ketten- und Spezialfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Sonderaufbauten), Pionier- und Truppentechnik der Bundeswehr mit den zugehörigen Fahrzeugkomponenten. Darüber hinaus unterstützt die WTD 41 mit ihren Prüfständen die Rüstungsindustrie bei Forschungsaufträgen der Bundeswehr und stellt ebenfalls ihre Fähigkeiten zivilen Unternehmen zur Verfügung.

Für die Fahrzeugprüfungen sind unterschiedliche Prüfstände vorhanden. So werden am Rollenprüfstand die Versuchsfahrzeuge der Industrie unter stets gleichen Umweltbedingungen, unabhängig von Umwelteinflüssen, nach festgelegten Normen und Vorschriften getestet. Die Tests erstrecken sich dabei auf das gesamte Fahrzeug vom Antriebsstrang bis zur Leistungsfähigkeit der Klimaanlage bei gepanzerten Geräten. Für aktuelle Einsätze wie in Afghanistan werden so typische Bergfahrten simuliert gefahren, um die Standfestigkeit aktueller und zukünftiger Fahrzeuge sicherzustellen.

Für praktische Fahrtests stehen den Prüfern ein Außengelände mit mehreren Erprobungskursen (Schotterkurs, Schlechtwegstrecke, Geländekurs), ein 6,8 km langer, betonierter Rundkurs, ein Tiefwatbecken sowie verschiedene Erprobungsbahnen zur Verfügung. Die Bahnen mit den Namen „Waschbrett“, „Variables Waschbrett“, „Sinuswellenbahn“, „Knüppeldamm“, „Schweizer Bahn“, „Verwindungsbahn“, „Belgisch Block“ (Kopfsteinpflaster mit Schlaglöchern) und „Schrägbahn“ (mit 20 oder 30 Prozent Neigung) erlauben den Ingenieuren, die Belastbarkeit der Fahrwerke von Ketten- oder Radfahrzeugen zu prüfen. Des Weiteren stehen mehrere Erprobungsbahnen, darunter auch ein Teil des Flugplatzes Trier-Föhren, für Fahrsicherheitsuntersuchungen an Radfahrzeugen zur Verfügung. Außenanlagen befinden sich außerdem auf dem Truppenübungsplatz Baumholder und Fraulautern (Saarland).

Zusätzlich soll die WTD ein Klimazentrum erhalten, um Fahrzeuge und Material bei minus 50 Grad bis 70 plus Grad sowie eine Luftfeuchte von 10 % bis 100 % zu testen.[1]

Nach der Aufstellung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) am 1. Oktober 2012 wurde die zum 1. Januar 2013 aufgelöste Wehrtechnischen Dienststelle für Pionier- und Truppengerät (WTD 51) in Koblenz in die WTD 41 in Trier eingegliedert. Hierbei wurden die Aufgaben der WTD 51 überwiegend in die Strukturen der WTD 41 integriert, das Personal der WTD 51 wurde formell zur WTD 41 versetzt. Zudem wurde der Name der WTD 41 von Wehrtechnische Dienststelle für Kraftfahrzeuge und Panzer in Wehrtechnische Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik geändert.[2] Das Gelände der WTD 51 in Koblenz-Metternich soll bis 2017 geräumt werden. 2012–2014 wurden jedoch umfangreiche Bau- und Erneuerungsmaßnahmen an dem noch nicht an die Universität Koblenz/Landau abgegebenen Gelände (Wasserplatz) und Gebäuden durchgeführt. Der Außenplatz „Rübenacher Wald“ wird als Außenstelle der WTD 41 erhalten bleiben.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Dienststelle zeigt in einem gestrichelten Kreis einen Panzer über einer Brücke. Es wurde am 26. Februar 2013 durch Generalmajor Klaus Veit an den neuen Dienststellenleiter Wolfgang Wolf feierlich übergeben. Im Vorgängerwappen war lediglich die Brücke noch nicht enthalten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundeswehr investiert 56,5 Millionen Euro auf dem Trierer Grüneberg. 25. Oktober 2012, abgerufen am 26. März 2013.
  2. Wehrtechnische Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik (WTD 41), Trier. 20. August 2015, abgerufen am 28. Oktober 2015.
  3. Neues Wappen, neue Aufgaben, neuer Chef. Abgerufen am 26. März 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]