Wiede

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wiede (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Wiede, auch das Wiedel genannt, ist ein verdrehter Zweig aus pflanzlichem Material, aus dem Bänder geflochten werden oder das etwa beim Decken eines Reetdaches verwendet wird. Sie bestehen aus Hasel, Weide oder Traubenkirsche oder auch aus Eschen-, Tannen- und Fichtenstämmchen und sind sehr belastbar.

Zur Herstellung von Wieden wurden die Stämmchen in Wasser eingeweicht und in vier bis fünf Meter langen Bäh- oder Wiedöfen erhitzt („gebäht“). Anschließend wurden jene im heißen Zustand an Wiedstöcken zu Wieden gedreht und zu Kränzen geformt.

Wieden in Wiedlöchern wurden in der Flößerei zum Einbinden von Flößen verwendet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort wiede hat sich aus dem althochdeutschen witta, das Binde oder Band bedeutet, über das mittelniederdeutsche wide für gedrehten Strick und Band entwickelt. Vom selben Stamm leitet sich auch die Bezeichnung für den Baum Weide ab. Grundlage ist die indoeuropäische Wurzel *uieH-, die im Sinne von drehen bzw. biegen verwendet wurde, welches auf biegsame Zweige oder Flechtwerk übertragen wurde.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, dtv, München, 3. Auflage 1997, S. 1548. ISBN 3-423-32511-9