Wildbad (Mörnsheim)

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Wildbad
Koordinaten: 48° 51′ 34″ N, 11° 1′ 23″ O
Postleitzahl: 91804
Vorwahl: 09145

Wildbad ist eine Einöde der Gemeinde Mörnsheim im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildbad liegt, fast gänzlich von Wald umgeben, etwa zwei Kilometer südöstlich von Mörnsheim etwas abseits von der Straße Mörnsheim-Haunsfeld.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Mittelalter war Wildbad, das zum Besitz des Hochstifts Eichstätt gehörte, wegen einer klaren Bergquelle, die im nahen Wald in einer Mulde entspringt, eine Art Heilbad. Die Verwaltung oblag dem bischöflichen Pfleger, der seit 1363 auf der Burg Mörnsheim residierte. Das Wildbad war wohl bei Hofjagden im Mörnsheimer Forst in Benutzung. Es scheint im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden zu sein.

Im 17. Jahrhundert versuchte Michael Raphael Schmuz († 1679), Hofmedicus der Pfalzgrafen von Neuburg an der Donau, der 1645 das Werk "New warhaffte, unnd kurtze beschreibung, dern umb die Neustatt fürtrefflichen entspringenden Wildbädern" hat drucken lassen, den Fürstbischof Marquard II. Schenk von Castell zu bewegen, das verfallene Badehaus wiederzuerrichten und einen größeren Badebetrieb aufzuziehen. Trotz einer Werbe-/Bittschrift, die er eigens hierzu 1674 verfasste, konnte er beim Bischof mit seinem Plan nicht durchdringen. 1689 verkaufte der Fürstbischof das "öde" Wildbad, das aber wieder an das Hochstift zurückgekommen sein muss, denn 1752 wurde das Brunnenhaus mit zwei steinernen Bassins und einem Kreuzgewölbe auf Hochstiftkosten neu gebaut.

Mit dem Hochstift ging 1802 auch das Wildbad bei der Säkularisation in staatlichen Besitz über und wurde an Privatleute verkauft. Besitzer war u. a. seit 1932 Hubert Graf von Waldburg-Wolfegg, der in der Nähe eine Kapelle erbaute.

1959 wurde das Bauernanwesen Wildbad an das Stromnetz von Haunsfeld angeschlossen. 1992 wurde eine neue Kapelle eingeweiht.

Heute weiß man, dass das nach wie vor sprudelnde Quellwasser von Wildbad zwar von guter Trinkwasser-Qualität ist, aber keine Bestandteile enthält, die auf eine heilkräftige Wirkung schließen lassen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Raphael Schmuz(en) (von Poystorff): Kurtz, Neu und niemals Beschriebenes Wilt oder Walt-Bad zu Mörrersheim, im Bistum Eychstatt gelegen. Neuburg an der Donau: Hofdrucker Joh. Modest. Strasser 1674 (Digitalisat)
  • Rüth: Das Wildbad bei Mörnsheim. In: Neuburger Kollektaneenblätter. 50 (1886), S. 143 ff.
  • Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler vom Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt. München 1928, Nachdruck München/Wien: R. Oldenbourg Verlag 1982, S. 358
  • E. Riedelsheimer: Das Wildbad. In: Heimgarten. Beilage zur Eichstätter Volkszeitung – Eichstätter Kurier. 23. Jg. (1952), Nr. 48 und Nr. 52
  • Bernhard Eder: Dollnstein – Mörnsheim. Wandern, Schauen, Erleben. Kipfenberg: Hercynia-Verlag 1983, S. 148–151
  • Antonius Reith: Historisches Ortsnamenbuch Eichstätt. Stadt und Altlandkreis. München: Kommission für Bayerische Landesgeschichte, 2017. ISBN 978-3-7696-6590-1. (Historisches Ortsnamenbuch von Bayern; Band 8). S. 220 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]