Wildkamera

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Eine Wildkamera in Tarnfarbe mit Blitzlicht, Bewegungssensor und Kameralinse

Als Wildkamera oder Tierbeobachtungskamera wird eine Kamera (heute meist Digitalkamera) bezeichnet, die mit Bewegungssensoren und/oder Temperatursensoren ausgerüstet ist und für Aufnahmen von scheuen Wildtieren sorgen soll. Abhängig vom Modell wird die Wildkamera entweder mit Blitzlicht oder mit Infrarotblitz ausgestattet.

Geschichte der Wildkamera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Wildkamera unterhalb des Lusens im Nationalpark Bayerischer Wald

Die Geschichte der Wildkamera startete noch mit den Aufnahmen der Wildtiere von George Shiras III im späten 19. Jahrhundert. Im Jahr 1906 veröffentlichte National Geographic die ersten Bilder, die auf seinen Materialien basierten.[1] Die ersten Kameras waren mit einem 35 mm-Kleinbildfilm und einer Aufnahmemöglichkeit für bis zu 36 Bilder pro Band ausgerüstet. Die Entwicklung der Wildkamera führte über den Infrarotblitz bis zur Übermittlung der Aufnahmen durch MMS oder E-Mail.

Eigenschaften der Wildkamera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Radius der Aufnahme ist die Zone, in der die Kamera auslöst. Das bedeutet, wenn in diesem Bereich ein Lebewesen eindringt oder eine andere Bewegung erfolgt, wird eine Aufnahme gemacht. Die Reichweite variiert tagsüber zwischen 5 und 30 Metern und ist auch sehr stark von den Umgebungseinflüssen wie Temperatur, Wetter, Lichtverhältnisse und der Art des Objekts abhängig. Nachts kommen Anzahl und Leistung der IR-LEDs hinzu, die den ausgeleuchteten Bereich und damit die Reichweite weiter eingrenzen, die daher deutlich unter den tagsüber gemessenen Werten liegt.
  • Der Sensorwinkel, bei dem die Kamera ausgelöst wird, kann auf Werte von 10 bis zu 90° eingestellt werden.
  • Die Auslösezeit zeigt, wie schnell das Gerät ein Bild aufnimmt.
  • Da auf jedem Foto das Datum und die Uhrzeit abgebildet ist, weiß der Betrachter genau, welches Tier zu welcher Uhrzeit an der überwachten Stelle war.
  • Die Bildauflösung, also die Gesamtzahl der Bildpunkte, kann 1 MP(1152 × 864Pixel) bis 12 MP (4000 × 3000 Pixel) bei den neuesten Wildkameras gewählt werden.
  • Neuere Geräte können auch eine Funk-Option aufweisen. Sie können die aufgenommenen Fotos über ein eingebautes SIM-Karten-Modul als MMS auf ein Mobiltelefon oder an eine E-Mail-Adresse versenden.

Rechtliche Zulässigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist der Wald in der Regel öffentlich zugänglich. Die Zulässigkeit der Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume regelt § 6b des Bundesdatenschutzgesetzes. Die zuständigen Aufsichtsbehörden für Datenschutz der Länder, die sich mit der Frage befasst haben, entnehmen dieser Vorschrift, dass der private Einsatz von Wildkameras in öffentlich zugänglichen Wäldern grundsätzlich unzulässig, also illegal ist.[2] Zu wissenschaftlichen Zwecken können Ausnahmeregelungen beantragt werden.

Privatgelände, wie den eigenen Garten, darf der Besitzer überwachen. Aus Datenschutzgründen darf dabei keinen öffentlicher Raum (Straße, Gehwege) mit überwacht/fotografiert werden. Auch müssen Besucher (gut) erkennbar darauf hingewiesen werden, so dass sie die Möglichkeit haben, sich gegen einen Besuch zu entscheiden, wenn sie nicht fotografiert werden wollen. Halböffentliche Wege, z. B. von der Straße zum Briefkasten oder zur Türklingel, die beispielsweise ein Postzusteller nicht vermeiden kann, müssen ebenfalls ausgespart bleiben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. photography.nationalgeographic.com: Milestones in Wildlife Photography
  2. Hessischer Datenschutzbeauftragter, 41. Tätigkeitsbericht 2012; Hessisches Umweltministerium, Merkblatt zum datenschutzkonformen Betrieb von Tierbeobachtungskameras vom Oktober 2012; Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, Hinweise für den Einsatz von Wildkameras vom 3. Juni 2013; Landesdatenschutzbeauftragter von Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung vom 16. Oktober 2013; Landesdatenschutzbeauftragter von Baden-Württemberg, 31. Tätigkeitsbericht 2012/2013, S. 157.