Wildwechsel

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Dieser Artikel behandelt das Thema Wildwechsel und seine biologischen Ursachen. Für das gleichnamige Theaterstück siehe Wildwechsel (Film), für die Zeitschrift siehe Wildwechsel (Zeitschrift).
Damwild quert den Long Walk, der zum Schloss Windsor führt

Wildwechsel[1] nennt man die Wege, die von Wildtieren und Wild regelmäßig benutzt werden. So wechselt Wild etwa vom Tageseinstand, meist einem vor allem ruhigen und oft sonnigen Bereich mit guter Deckung, auf eine Äsungsfläche, wo es Nahrung findet.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wild, insbesondere Schalenwild geht bevorzugt ihm bekannte Wege, die im Laufe der Zeit auf dem Boden deutlich erkennbare Pfade ausbilden. Der erfahrene Förster und Jäger kann zwischen dem Rotwild- und Reh­wildwechsel ebenso unterscheiden wie dem Pass (von niederem Haarwild und Raubwild), den Feldhase oder Fuchs regelmäßig benutzen.

Rotwild (Hirsche) und Schwarzwild benutzen oft so genannte Fernwechsel. Das sind immer dieselben Wege, die über viele Jahrzehnte benutzt werden, um weite Strecken zu überwinden. Riegel bezeichnet Wildwechsel im Hochgebirge. Eine Besonderheit sind so genannte „Zwangswechsel“. Dies sind Wege, die Tiere auf Grund örtlicher Gegebenheiten zwangsweise betreten müssen, z. B. Brücken über und Furten durch fließende Gewässer oder entlang von hohen Zäunen.

Insbesondere Zwangswechsel und -pässe werden jagdlich gerne genutzt um per Fallen Raubwild nachzustellen.

Wildwechsel als Ausbreitungswege von Pflanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildwechsel spielen auch eine Rolle bei der Ausbreitung von Pflanzen.

Viele Pflanzen haben sich durch spezielle Einrichtungen an ihren Früchten oder Samen an die Ausbreitung durch Tiere (Zoochorie) angepasst. Die Diasporen bleiben als Klettfrucht am Fell der Tiere haften (Epichorie) oder werden gefressen und meist keimfähig wieder ausgeschieden (Endochorie). Bei der Herkulesstaude konnte man beispielsweise zeigen, dass auch diese Pflanze zoochor verbreitet wird, da sich Neubesiedlungen des Neophyts vor allem an den Wildwechseln von Wildschweinen bildeten.[2]

Verkehrsschild Wildwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichen 142-10 - Wildwechsel als Rechtsaufstellung (Deutschland)
Historisches Verkehrszeichen für Wildwechsel an einer Reichsautobahn

In Deutschland weist das Verkehrsschild Wildwechsel (§ 40 Abs. 6 Straßenverkehrsordnung - Zeichen 142) auf eine häufige Wildunfallstelle hin. Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung sind Verkehrsteilnehmer zu reduzierter Geschwindigkeit und besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen. Wild wechselt schnell und unvermittelt über die Straße auf einem ihm vertrauten Wildwechsel. Die Zahl der Wildunfälle in Deutschland beträgt mehrere Hunderttausend pro Jahr. Die Zahlen zu Schalenwild: Knapp 212.800 Rehe, Wildschweine und Hirsche ließen ihr Leben 2015 auf deutschen Straßen. Das geht aus der aktuellen Wildunfallstatistik hervor, die der DJV veröffentlicht hat. Rehwild verursachte mit 86 Prozent die meisten Unfälle.[3] Sofern solche Wechsel bekannt sind und sie Straßen überqueren, versucht der Jagdausübungsberechtigte oft durch Wildwarner die Gefahr eines Wildunfalles zu verhindern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder S. 874
  2. bitte belegen!!
  3. [1] abgerufen 28. März 2016
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