Wilfried Schaus-Sahm

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Wilfried Schaus-Sahm (* 1949 in Aachen) ist ein deutscher Festivalleiter, Maler, Grafiker, Fotograf, Lyriker und Kurator.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilfried Schaus-Sahm wurde 1949 in Aachen geboren. Er studierte in Aachen und Freiburg Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. 1991 gründete er in Duisburg den Jazzmusik-Förderverein Jam, den er bis zu dessen Auflösung 1996 leitete.

Als Lyriker veröffentlichte Schaus-Sahm unter anderem gemeinsam mit der Grafikerin Helga Schoenemann den Gedichtband „Beredt Sprachlos“.

1996 wechselte Schaus-Sahm in das städtische Kulturamt, wo er 1997 als Koordinator der Duisburger Akzente für die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) das internationale Traumzeit-Festival konzipierte. Das im Landschaftspark Duisburg-Nord angesiedelte Festival gewann unter der künstlerischen Leitung von Schaus-Sahm und unter Beteiligung von mehreren Redaktionen des Westdeutschen Rundfunks (WDR 3) internationale Anerkennung. Zu den Programmlinien des Festivals gehörten jährliche Auftragskompositionen, die Reihe „Music for Silent Films“, ein Programmblock „Musikkulturen“ sowie eine Klangkunst-Ausstellung.

2009 trat Schaus-Sahm nach Auseinandersetzungen mit der Stadt Duisburg über die programmatische Ausrichtung des Festivals von seinem Amt als künstlerischer Leiter zurück.

In mehreren Einzelausstellungen, darunter in der Cubus-Kunsthalle und der Galerie Rheinhausen des Lehmbruck-Museums zeigte Schaus-Sahm Arbeiten als Maler, Grafiker und Fotograf. Werke sind im Besitz von Sammlern in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien.

2011 wurde nach einer Idee von Wilfried Schaus-Sahm im Rahmen des Kurt-Weill-Festivals in Dessau eine Auftragskomposition des französischen Bassisten Renaud Garcia-Fons zu Lotte Reinigers Stummfilmklassiker Die Abenteuer des Prinzen Achmed auf der historischen Bühne des Bauhauses Dessau uraufgeführt.

2012 entwickelte Schaus-Sahm das Konzept der „Mercator Matinéen“, für die er seitdem auch das Programm kuratiert. Die Duisburger Mercator Matinéen, die inzwischen gemeinsam vom Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg, der Mercator-Gesellschaft Duisburg und der Duisburger Bürgerstiftung veranstaltet werden, versuchen Gerhard Mercators wegweisende kartographische Leistungen im Kontext seiner Zeit einzuordnen, einer Zeit bahnbrechender Neuerungen auf den Gebieten der Wissenschaft, der Kunst und der Philosophie.

Im gleichen Jahr gründete Schaus-Sahm gemeinsam mit anderen Musikbegeisterten den Verein „Marienthaler Festspiele e.V.“. Die kulturelle Initiative im Kreis Wesel rief mit den „Marienthaler Festspielen“ ein neues Festival am Niederrhein ins Leben. Das Festival, für das Schaus-Sahm als künstlerischer Leiter verantwortlich ist, präsentiert aktuelle Musik auf internationalem Niveau. 2013 fanden die „Marienthaler Festspiele“ unter erneuter Beteiligung des Kultursenders WDR 3 erstmals auf dem Gelände des Schlosses Diersfordt bei Wesel statt, wo sie ab 2014 unter dem Namen „Sommerton. Festival Diersfordt“ jährlich Ende August durchgeführt werden.

Schaus-Sahm ist verheiratet und Vater eines Sohnes und lebt in Duisburg.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Beushausen: Where are we landed here …? : 10 Jahre Traumzeit-Festival ; 1997 – 2006; eine fotografische Retrospektive, Klartext-Verlag Essen 2006, ISBN 3-89861-543-X
  • Robert von Zahn: Jazz in Duisburg, in: Jazz in Nordrhein-Westfalen seit 1946, Köln, Emons 1999
  • Beredt sprachlos : Gedichte / von Wilfried Schaus-Sahm, Wilfried Schaus-Sahm, Cremer Gladbeck, 1989, ISBN 3-927488-00-3
  • Christiane Schlüter: Hinter den Worten warten die Wunder, Jokers Augsburg 2011, ISBN 978-3-86800-462-5
  • „passagiere eng gesetzt“ – Gedichte / von Wilfried Schaus-Sahm, Tolino verlag, 2015, ISBN 978-3-7393-0465-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]