Wilhelm Johann Albert von Tettau

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Wilhelm Johann Albert von Tettau

Wilhelm Johann Albert von Tettau (* 20. Juni 1804 in Gut Tolks bei Marienwerder; † 3. Oktober 1894 in Erfurt) war ein deutscher Jurist, Regierungsrat und Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn des Oberlandesgerichtspräsidenten und Generallandschaftsdirektors Ernst Alexander Tettau (1776–1831) aus dem Adelsgeschlecht der Freiherren von Tettau. Nach der Schule studierte er Recht und Staatswissenschaften in Berlin und nahm dort auch an Seminaren bei Leopold von Ranke teil. 1833 wurde er Landrat des Kreises Conitz in der Provinz Preußen. 1836 wurde er Provinzial-Landtagsabgeordneter.

1847 wurde er zum Oberregierungsrat und Dirigent bei der Regierung von Erfurt ernannt. Sein Dienstjubiläum wurde am 15. Dezember 1875 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert.

Von Tettau war auch Verfasser zahlreicher historischer und anderer wissenschaftlicher Schriften. Von besonderer Bedeutung ist sein Denkmalinventar Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Erfurt und des Erfurter Landkreises von 1890.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juni 1835 heiratete er Wilhelmine Frederike Freiin von Rosenberg. Die Ehe wurde nach 20 Jahren am 8. März 1855 geschieden. Am 21. Mai 1859 heiratete er Adolfine Herrmann. Aus der Verbindung ging Wilhelm von Tettau hervor, der später ein bekannter Architekt wurde.

Mitgliedschaften und Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1852 Vizepräsident der Königlichen Akademie der Wissenschaften.
  • Ehrenritter des Johanniterordens
  • Mitbegründer und 1. Vorsteher des thüringischen Kunstvereins
  • Mitbegründer des Vereins für Geschichte und Altertumskunde in Erfurt
  • Mitglied im Gartenbauverein,
  • Erfurter Innungsverein,
  • Erfurter Gewerbeverein.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenbürger der Städte Conitz, Liegnitz, Weißensee und Erfurt
  • Dr. phil. hc. der Universität Halle
  • Die Tettaustraße in Erfurt wurde nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Liegnitz, L. Gerschel, 1846 (74 S.)
  • Ueber das staatsrechtliche Verhältniss von Erfurt zum Erzstift Mainz: ein Vortrag gehalten in der öffentlichen Sitzung der Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt den 15. Oktober 1859, Villaret, 1860 (140 S.)
  • Die Reduction von Erfurt und die ihr vorausgegangenen Wirren (1647-1665): Nach meist handschriftlichen und amtlichen Quellen dargestellt, Villaret, 1863 (342 S.)
  • Die Volkssagen Ostpreussens, Litthauens und Westpreussens (mit Jodocus Donatus Hubertus Temme), Nicolai, 1865 (286 S.) (E-Kopie).
  • Über die Quellen, die Ursprüngliche Gestalt und die allmählige Umbildung der Erzählung von der Doppelehe eines Grafen von Gleichen: ein kritischer Versuch, Villaret, 1867 (144 S.)
  • Beiträge zu den Regesten der Grafen von Gleichen, Teil 1 und 2, Erfurt 1868(176 S.)
  • Erlebnisse eines deutschen Landsknechts: (1484-1493), ein Beitrag zur Geschichte des schwarzen Heeres, Carl Villaret, 1869
  • Über einige bis jetzt unbekannte Erfurter Drucke aus dem 15. Jahrhundert: ein Beitrag zur Bibliographie der älteren deutschen Literatur und zur vergleichenden Sagenkunde, Villaret, 1870 (159 S.)
  • Ueber die epischen Dichtungen der finnischen Völker, besonders die Kalewala. Erfurt: Villaret, 1873 (163 S.)
  • Urkundliche Geschichte der Tettauschen Familie in den Zweigen Tettau und Kinsky, Stargardt, 1878 (508 S.) Digitalisat
  • Nachträge und Berichtigungen zur urkundlichen Geschichte der Tettauschen Familie J. A. Stargardt, Firma Stargardt, 1889 (213 S.)
  • Beiträge zur Kunstgeschichte von Erfurt, Verlag Villaret in Comm, 1889
  • Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Erfurt und des Erfurter Landkreises, Hendel-Verlag, Halle (Saale) 1890

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]