Willy Berking

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Willy Berking (* 22. Juni 1910 in Düsseldorf; † 21. Mai 1979 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Orchesterleiter, Posaunist und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willy Berking studierte Musik (Klavier, Komposition) in Düsseldorf und anschließend in Berlin, wo er im Alter von 18 Jahren seine erste Big Band gründete. Er hatte sich dem Jazz und besonders dem Swing verschrieben, was jedoch von den Nationalsozialisten abgelehnt wurde. Als Posaunist tourte er mit verschiedenen Tanz- und Unterhaltungsorchestern dieser Zeit, unter anderem bei der „Goldenen Sieben“ und dem Telefunken-Swing-Orchester unter Heinz Wehner (mit dem er 1934 nach Berlin ging). Ab 1934 studierte er Posaune; 1937 spielte er mit The Lanigiros, 1938 leitete er ein Studioorchester für die Imperial-Schallplatte („Berking-Spitzenserie“). Auch nahm er mit Adalbert Lutter, Michael Jary und Hans Rehmstedt auf[1] und war in der Propaganda-Bigband „Charlie and His Orchestra“ aktiv.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er 1946 die Leitung des neugegründeten Tanzorchesters des Hessischen Rundfunks, aus der das Große Tanz- und Unterhaltungsorchester des Hessischen Rundfunks hervorging. Mit diesem Orchester feierte Willy Berking in den 1950er Jahren seine größten Erfolge. Er schrieb Schlager und Instrumental-Titel wie Mixed Pickles oder Trumpet Jump sowie die fünfteilige Suite Brasiliana.[1] Seine Kompositionen wurden von den namhaften Interpreten dieser Zeit gesungen. Für eine Million verkaufter Platten erhielt er 1957 eine Goldene Schallplatte. Zu einer nationalen Berühmtheit wurde Willy Berking durch die Fernseh-Show EWG mit Hans-Joachim Kulenkampff.

Nach einem Herzinfarkt musste Willy Berking die Leitung des Orchesters 1972 aufgeben, sein Nachfolger wurde aus den Reihen des Orchesters Heinz Schönberger. Berking starb 1979 an einer Krebserkrankung.

Ehrungen/Benennungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein für Willy Berking auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main, mit Originalgrabplatte des aufgehobenen Grabes

Im Frankfurter Stadtteil Praunheim wurde nach ihm eine Straße in „Willy-Berking-Straße“ benannt. Sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof, Gewann E an der Mauer 339a.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Erster Band. A–L (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. XIX, Nr. 1). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7829-0444-3, S. 59.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Reclams Jazzführer 1970, S. 72