Wisigarde

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Wisigarde (auch Wisigardis) war im 6. Jahrhundert eine fränkische Königin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Leben Wisigardes sind nur wenige Daten von Gregor von Tours überliefert.[1] Sie wurde als Tochter von König Wacho am Langobardenhof an der mittleren Donau geboren. Als erwachsene Frau ehelichte sie nach einer ungewöhnlich langen Verlobungszeit von sieben Jahren den austrischen König Theudebert I. und kam an den merowingischen Königshof nach Köln. Die Verlobung war aus politischen Gründen von Theuderich I. um 531 arrangiert worden, kam aber aufgrund einer Liaison zwischen Theudebert und einer Romanin namens Deoteria erst 537/538 zustande. Nur kurze Zeit nach der Hochzeit verstarb Wisigarde.

Grablege im Kölner Dom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wisigarde in Verbindung gebracht wird ein reich ausgestattetes Frauengrab aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts unter dem Kölner Dom, das am 10. April 1959 bei archäologischen Untersuchungen im Zuge des Baus einer neuen Krypta entdeckt wurde. Der Leiter der damaligen Domgrabung, Otto Doppelfeld, deutete seinerzeit das Grab aufgrund seiner Ausstattung und Datierung als Begräbnisstätte der Wisigarde.[2] Diese Deutung ist jedoch weder inschriftlich noch mittels Quellen belegt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregor von Tours, Historiarum III, 20, 27

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Back: Zu den Unterschieden in den Grabausstattungen der Königinnen der Merowinger. in: Kölner Domblatt 78, Köln 2013. S. 261–269.
  • Carl Dietmar, Marcus Trier: COLONIA - Stadt der Franken: Köln vom 5. bis 10. Jahrhundert. DuMont Buchverlag, Köln 2011. S. 90ff.
  • Otto Doppelfeld: Das fränkische Frauengrab unter dem Chor des Kölner Domes. Germania 38. Frankfurt 1960. S. 89–113.
  • Otto Doppelfeld: Die beiden fränkischen Gräber unter dem Kölner Dom. In: Otto Doppelfeld, Renate Pirling: Fränkische Fürsten im Rheinland. Die Gräber aus dem Kölner Dom, von Krefeld-Gellep und Morken. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1966. S. 30–49.
  • Werner Eck, Hansgerd Hellenkemper, Heribert MüllerKöln. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 17, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2000, ISBN 3-11-016907-X, S. 88–102.
  • Eugen Ewig: Studien zur merowingischen Dynastie. In: Frühmittelalterliche Studien 8, 1974, S. 39–41.
  • Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. Stuttgart 2001. ISBN 978-3-17-017044-5, S. 34.
  • Egon Wamers, Patrick Périn: Königinnen der Merowinger. Adelsgräber aus den Kirchen von Köln, Saint-Denis, Chelles und Frankfurt am Main. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2689-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gregor von Tours, Historiae III,20, III,27.
  2. Dietmar/Trier 2011. S. 100.