Youthpass

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Youthpass ist ein Zertifikat, welches den Wert nichtformaler und informeller Lernerfahrungen[1] in den Vordergrund rückt. Es basiert auf einer Resolution des Europäischen Rates, und wurde zwischen 2005 und 2007 im Auftrag der Europäischen Kommission entwickelt.[2]

Kontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu formalem Lernen, das in klassischen Bildungsinstitutionen wie Schulen oder Universitäten stattfindet, können nichtformale Lernerfahrungen überall gemacht werden, zum Beispiel in Sportvereinen, Sommerlagern, Austauschprogrammen oder im Alltag. Youthpass soll dazu dienen, diese Erfahrungen europaweit anzuerkennen und zu validieren.[3]

Teilnehmer an Projekten, die im Rahmen des EU-Jugendprogramms „Jugend in Aktion“ gefördert werden, können mithilfe des Zertifikats über ihr Lernen reflektieren und es anerkennen lassen. Darunter fallen unter anderem der Europäische Freiwilligendienst sowie Mobilitätsmaßnahmen für Fachkräfte und Jugendinitiativen.[4] Im Jahr 2013 erhielten 80 Prozent aller Teilnehmer aus EU-geförderten Jugendprojekten ein Youthpass-Zertifikat.[5]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Youthpass-Zertifikat wird von den Projektteilnehmern online erstellt und besteht aus drei Abschnitten.[6] Die ersten beiden Abschnitte enthalten Informationen über den Teilnehmer, das Projekt, dessen Fokus und die verantwortliche Organisation. Im dritten Teil werden mit eigenen Worten die individuellen Lernerfahrungen beschrieben. Als Hilfestellung dienen hier die „Acht Schlüsselkompetenzen für Lebensbegleitendes Lernen“, die 2006 vom Europäischen Parlament und vom Europäischen Rat definiert wurden:[7]

  1. Muttersprachliche Kompetenz
  2. Fremdsprachliche Kompetenz
  3. Mathematische und naturwissenschaftlich-technische Kompetenz
  4. Computerkompetenz
  5. Lernkompetenz
  6. Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz
  7. Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz
  8. Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit

Das Zertifikat wird von den Projektverantwortlichen unterschrieben und kann dann zum Beispiel bei Bewerbungen als Nachweis für die persönliche Weiterentwicklung genutzt werden.[8][9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anerkennung des Wertes von nichtformalen und informellen Lernerfahrungen (im europäischen Jugendbereich). EUR-Lex Access to European Union Law, 14. Februar 2007, abgerufen am 10. April 2017 (deutsch).
  2. Youthpass is much more than simply a certificate | Blog | Eunetwork.lv. Abgerufen am 10. April 2017.
  3. Juan Ratto-Nielsen: From non-formal to transformative learning in the EU youth programmes: unleashing the potential of entrepreneurial learning in youth work. In: European Kommission (Hrsg.): Youth work and non-formal learning in Europe’s education landscape. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2015, ISBN 978-92-79-45427-1, S. 130–146.
  4. Youthpass. Abgerufen am 10. April 2017.
  5. Erkenne deine Stärken und rede drüber: Gute Noten für den Youthpass - jugendpolitikineuropa.de. Abgerufen am 10. April 2017.
  6. Youthpass - Youthpass Certificates. Abgerufen am 10. April 2017.
  7. Lebensbegleitendes Lernen – Schlüsselkompetenzen. EUR-Lex Access to European Union law, 10. Oktober 2016, abgerufen am 10. April 2017 (deutsch).
  8. Youthpass. Jugend in Aktion, abgerufen am 10. April 2017 (deutsch).
  9. Youthpass - HoT-Sinzig. Abgerufen am 10. April 2017.