Z23

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Zuse Z23 im Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda

Die Zuse Z23 war ein erstmals 1961 ausgelieferter Transistorcomputer, konstruiert von der Zuse KG in Bad Hersfeld. Bis 1967 wurden insgesamt 98 Einheiten an gewerbliche Kunden (Reaktorphysik, Ballistik, Vermessungstechnik, Energieversorgung, Verkehrstechnik, Bergbau) sowie an Behörden und an Hoch- und Fachhochschulen verkauft.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Z23 hatte eine Wortlänge von 40 Bit und verwendete einen 8192-Worte-Trommelspeicher als Hauptspeicher mit 256 Wörtern Ferritkernspeicher und arbeitete mit Fest- und Gleitkomma-Binärzahlen.[1]

Eine Festkomma-Addition dauerte 0,3 ms, eine Festkomma-Multiplikation dauerte 10,3 ms, eine Festkomma-Division dauerte 13 ms, eine Gleitkomma-Addition 10,6 ms und eine Gleitkomma-Division 20 ms.[1] Die Zuse Z23 arbeitete etwa dreimal so schnell wie die Zuse Z22.[2]

Es ähnelte im inneren Design dem früheren Röhrenrechner Z22. Verwandte Varianten waren die Modelle Z25 und Z26.[3]

Der bewährte Freiburger Code (eine Assembler-ähnliche und an mathematische Formeln angepasste Maschinensprache), war wie bei der Z22 ebenfalls vorhanden. Ein Algol 60 Compiler war ebenfalls verfügbar.

Der Rechner hatte eine Grundtaktfrequenz von ca. 140 kHz und verbrauchte etwa 4000 Watt elektrische Leistung.

Eine verbesserte Version Z23V wurde 1965 mit erweitertem Speicher und einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit veröffentlicht. In der Z23 wurden etwa 2700 Transistoren und 6800 Dioden verbaut, der Speicher war ein Magnetkernspeicher und wog ca. eine Tonne.[2] Der Rechner wurde damals zum Preis von 180.000 DM verkauft.[1] Er war der am weitesten verbreiteter Transistorrechner in Deutschland.[1]

Anwendung an Universitäten fand die Zuse Z23 bei Heinz Bittel an der Universität Münster, er hatte dort eine Professur und war Gründungsdirektor des Instituts für Angewandte Physik. Bereits 1958 erhielt die Universität die erste elektronische Rechenanlage Zuse Z22 und 1962 wurde die röhrenbestückte Anlage gegen die transistorisierte Zuse Z23 ausgetauscht, sie ging 1966 an das 1964 gegründete Institut für Numerische und Instrumentelle Mathematik.[4]

Weitere Zuse-Rechner (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zuse Z23 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Technische Daten Zuse Z3 auf der Homepage von Professor Dr.-Ing. Horst Zuse, horst-zuse.homepage.t-online.de
  2. a b Zuse Z23 - Programmgesteuerte elektronische Rechenanlage In Transistor-Technik, Beschreibung einschließlich der Zusatzgeräte, Ausgabe Januar 1963; PDF; 27MB
  3. Hans Dieter Hellige (Hrsg.): Geschichten der Informatik. Visionen, Paradigmen, Leitmotive. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-00217-0.
  4. Erinnerung an die erste Rechenstelle der Universität, PDF; Münster, 15. August 2012