Zapfanlage

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Eine Zapfanlage für Bier in einer Bar

Eine Zapfanlage, oftmals auch Schankanlage oder Getränkeschankanlage genannt, ist eine Vorrichtung, mit der Getränke aus Vorratsbehältern, z. B. Fässern (oftmals Kegs), Tanks, oder sogenannten BIBs=Bag in Box, in Trinkgefäße abgefüllt werden. Die Anlage besteht aus einem Zapfhahn und Armaturen für den Anschluss der Vorratsbehälter, normalerweise Fässer, dazu eine Pumpe oder ein Druckgasbehälter, auch Kohlendioxid- oder Stickstoff-Bombe genannt, mit hierfür geeignetem Druckminderer. Für das Erwärmen oder Kühlen der Getränke kann die Zapfanlage mit einer entsprechenden Ausrüstung versehen werden. Zapfanlagen werden in der Regel in der Gastronomie oder dort verwendet, wo Getränke in großer Menge ausgegeben werden. Die einzufüllende Menge kann dabei manuell oder automatisch dosiert werden. Mittlerweile gibt es auch Cocktail-Schankanlagen, bei denen trinkfertige Cocktails aus Kanistern per Knopfdruck in Trinkgefäße gefüllt werden.

Eine Zapfanlage in gängiger Ausführung

Durch mit der Anlage verbundene technische Schankkontrollen und die richtige Schanktechnik (Anlagenauslegung) lässt sich der Schankverlust minimieren.

Kontamination[Bearbeiten]

Die Behälter sowie Rohr- und Schlauchleitungen von Zapfanlagen sind gefährdet, zu verkeimen. Vor allem die luftberührten Teile, wie die Zapfarmatur (Zapfhahn) oder die Ansticharmatur (z. B. Zapfkopf) sind hygienisch besonders stark gefährdet. Daher schrieben entsprechende Verordnungen[1] in Deutschland bis Juni 2005 die regelmäßige Reinigung vor. Ab dem 1. Juli 2005 regeln die allgemeinen Hygienevorschriften für Lebensmittel, z. B. für ganz Europa die sog. BasisVO, VO (EG) Nr. 178/2002 in Verbindung mit dem sog. Hygienepaket H1, VO (EG) Nr. 852/2004 und in Deutschland zusätzlich das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) zusammen mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) in Verbindung mit den anerkannten Leitlinien die Reinigungsziele. Beschichtetete Bauteile, wie z. B. ein Messingzapfhahn vernickelt oder verchromt, sind für viele Getränke, vor allem aber für kohlensaure Getränke nicht mehr erlaubt.

Ausführung[Bearbeiten]

Grundsätzlich unterscheidet man drei Methoden des Ausschenkens:

Premix[Bearbeiten]

In Premixanlagen wird das Getränk fertig angemischt wie das gleichartige Flaschengetränk geliefert. Das Gebinde (z. B. Fass, Container, Tank) mit dem fertigen Getränk wird mittels Steck- oder Keganschluss an der Anlage angeschlossen. Mittels lebensmittelechtem CO2, Mischgas (Gemisch aus CO2 und N2) oder Stickstoff (N2) wird das Getränk mittels Betriebsüberdruck optional durch eine Kühlung und danach zur Zapfanlage gepresst. Bier und Wein sind Getränke, die ausschließlich als Premix ausgeschenkt werden.

Postmix[Bearbeiten]

Bei Postmixanlagen wird das Getränk aus Wasser und einem Konzentrat des Getränkes ("Sirup") gemischt. Der wird mit einem Treibgas (meist Kohlendioxid oder Stickstoff) zum Zapfhahn gepresst. In einem Karbonator wird vorgekühltes Trinkwasser unter Druck mit CO2 versetzt und dann gleichzeitig zum Zapfhahn gepresst. Erst im Zapfhahn werden Wasser und Sirup im vom Grundstoff-Hersteller vorgegebenen Verhältnis ausgemischt. Cola und Fruchtsäfte sind Getränke, das sowohl als Post- wie auch als Premixgetränk ausgeschenkt werden.

Mittlerweile gibt es für Postmix- und Premixanlagen auch ein Vakuumsystem, dabei wird der Sirup bzw. das Getränk mittels einer Vakuumpumpe aus den sogenannten Bag-in-Boxen oder Kanistern gesaugt und zur Schankanlage gepresst. Der Betrieb der Pumpen kann elektrisch oder mit den bekannten Druckgasen CO2,N2, Mischgas CO2/N2 oder auch mit spezieller, reiner Druckluft (da kein Getränkekontakt) erfolgen.

Brühverfahren[Bearbeiten]

Bei der Brühanlage wird das Getränk portionsweise aus einem Feststoff (beispielsweise Kaffeemehl) oder Sirup (beispielsweise in Kapseln) durch Heißwasser gelöst.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Getränkeschankanlagenverordnung (SchankV)