Zinsbauer

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Zinsbauern, auch Zinsleute,[1] Gabelleute[2] oder Zensualen (lat. homines censuales) waren Angehörige des Bauernstands, die gegenüber dem Grundherrn zur Leistung von bestimmten Geldabgaben (Zinsgeld, zu lat. census = Abgabe, Zins) verpflichtet waren.[3]

Adelung[4] definiert den Zinsbauern als einen Bauern, "welcher für den Genuß seiner Grundstücke dem Grundbesitzer Zins zu entrichten verbunden ist."

Hervorgegangen aus dem antiken Patronatswesen, waren im Mittelalter eine Heiratsgebühr, eine Abgabe im Todesfall sowie ein Kopfzins geschuldet.[5]

Durch Zahlung des Kopfzinses konnte die leibrechtliche Bindung an den Leibherrn (Verpflichtung zu persönlichen Frondiensten) abgelöst werden.[6][7]

Der geschuldete Zins wurde in das Zinsregister eingetragen und von den Zinsmeiern eingezogen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zinsleute Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 31, Sp. 1528, abgerufen am 26. Februar 2017.
  2. Gabelleute Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 31, Sp. 1122, abgerufen am 26. Februar 2017
  3. Zinsbauer Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 31, Sp. 1505 ff. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  4. Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart 1811
  5. Stefan Esders: Die Formierung der Zensualität. Zur kirchlichen Transformation des spätrömischen Patronatswesens im frühen Mittelalter. Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Sonderband 54. Jan Thorbecke-Verlag, 2010. ISBN 978-3-7995-6764-0
  6. Peter C. A. Schels: Zensuale Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters, abgerufen am 25. Februar 2017
  7. Wolfram Baer: Zensualen (Zinser) in: Günther Grünsteudel, Günter Hägele, Rudolf Frankenberger (Hrsg.): Augsburger Stadtlexikon Online, abgerufen am 25. Februar 2017