Zitadelle von Saladin

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Die Zitadelle im 19. Jahrhundert

Die Zitadelle von Saladin (Salah ad-Din) (arabisch قلعة صلاح الدين Qalaʿat Salāḥ ad-Dīn) ist eine der wenigen erhaltenen befestigten Anlagen der Stadt Kairo und zugleich eine ihrer markantesten Sehenswürdigkeiten. Sie befindet sich auf einer Anhöhe, in ostsüdöstlicher Richtung vom Stadtzentrum aus gelegen.

Die Zitadellenanlage gehört seit 1979 als Teil des Historischen Kairo zum UNESCO-Weltkulturerbe.[1]

Erst seit etwa 20 Jahren ist die Zitadelle für die Öffentlichkeit zugänglich. Von der Zitadelle aus genießt man einen weiten Blick über Kairo. Bei klarem Wetter sind die Pyramiden von Gizeh am Horizont zu erkennen. Gleich unterhalb der Festung liegt das islamische Zentrum Kairos; die Sultan-Hassan-Moschee und die Ibn-Tulun-Moschee sind ein Teil davon.

Die Zitadellenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zitadelle von Kairo
Die Mauern der Zitadelle von Kairo mit einer Festungspforte (vorne links im Bild) – Blick schräg nach oben gerichtet

Mit dem Bau der Zitadellenanlage wurde 1176 vom Ayyubidenkönig Salah al-Din begonnen,[2] um die Stadt Kairo besser gegen die Angriffe der Kreuzritter verteidigen zu können. Nachdem sie 1207 vollendet war, war sie die Residenz der Sultane der Mamelukenzeit und der osmanischen Paschas.[2] Dazu diente der westliche Teil der Anlage, während der östliche Teil der Zitadelle eine militärische Funktion hatte.

Muhammad Ali Pascha (1769–1849) machte die Festung Anfang des 19. Jahrhunderts zu seinem Regierungssitz – noch in der Zeit, als er politisch in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Osmanen stand. Doch schon wenige Jahre später (1811) erklärte er die Unabhängigkeit Ägyptens von der osmanischen Oberherrschaft, nachdem er in der Zitadelle sämtliche 480 versammelten Mamlukenführer, die er zu einem Gastmahl geladen hatte, ermorden ließ.

Neben der von ihm auf dem Zitadellenplateau errichteten Muhammad-Ali-Moschee befindet sich der „Schneckenbrunnen“, ein Schöpfbrunnen mit spiralförmigem Treppenhaus, der als Burgbrunnen ursprünglich der Wasserversorgung der Zitadelle diente. Der Schacht ist 88 m tief; in 48 m Tiefe befindet sich ein Absatz, wo früher mit Hilfe von Rindern eine Schöpfvorrichtung (sakija) das Wasser aus der Tiefe befördert wurde.[3]

Muhammad-Ali-Moschee (Alabastermoschee)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Explosion im Pulverlager der Zitadelle wurde der Palast im Jahr 1824 zerstört und danach nicht mehr aufgebaut. Stattdessen begann Muhammad Ali mit dem Bau einer großen Moschee im türkischen Stil, die von seinem Sohn Sa’id Pascha 1857 vollendet wurde.[4] Die 82 m hohen[4] Stiftminarette sind ihr Erkennungsmerkmal; ihr Vorbild sind die Minarette Istanbuler Moscheen des Baumeisters Sinan Pascha.[4]

Man betritt zunächst einen Vorhof, der umgeben ist von einem von kleinen Kuppeln überwölbten Arkadenumgang.[4] In der Mitte des Hofs befindet sich ein Reinigungsbrunnen (hanafiyya) mit einem vorkragenden Kuppeldach. Er dient der rituellen Waschung vor dem Gebet.

Von diesem Hof aus betritt man den Innenraum der Moschee, dessen alabasterverkleideten Wände der Moschee ihren gängigen Namen „Alabastermoschee“ gegeben haben.[3] Eine Zentralkuppel (52 m hoch, Durchmesser 21 m[3]) überkrönt das mit dicken Teppichen ausgelegte Innere, vier kleinere Kuppeln in den Ecken und vier Halbkuppeln über den Seiten ergänzen diese.[3]

Die ursprünglich der Beleuchtung dienenden Öllampen befinden sich mittlerweile im Museum und wurden durch elektrische Leuchten ersetzt – sie hängen kreisförmig von der Kuppel herunter und geben dem Ganzen einen schwerelosen Eindruck.

Wenn man sich das unten stehende Panoramabild genau ansieht, erkennt man, dass zwei reich verzierte Kanzeln (Minbar) vorhanden sind. Neben der großen (älteren) Kanzel gibt es eine kleinere, die weiter in Richtung des Mihrab, der Gebetsnische, steht. So wurde der Gebetsraum erheblich vergrößert, denn kein Gläubiger darf hinter dem Vorbeter niederknien.

Der 28 m hohe Uhrturm der Alabastermoschee ist ein Geschenk des französischen Königs Louis Philippe an Muhammad Ali, welcher seinerseits Louis Philippe den Obelisken zum Geschenk machte, der sich heute auf dem Place de la Concorde befindet.[3]

Weitere Besonderheiten der Zitadellenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Zitadellenhügel (des Hügelgebiets Moqattam) fehlt ein Abschnitt; und es besteht die Möglichkeit, dass dieser zeitweise als Steinbruch von den Pharaonen benutzt wurde, vielleicht, um Sandstein für den Bau der großen Pyramiden von Gizeh zu gewinnen.

Die Zitadelle enthält darüber hinaus weitere Moscheen, unter anderem die Al-Nasir Muhammad Ibn Qalawun-Moschee, den Al-Gawhara Palast, das Militärische Museum und das Polizei-Museum.

Visuelle Eindrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zitadelle von Kairo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zitadelle von Kairo – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emma Brunner-Traut: Ägypten, Kunst- und Reiseführer mit Landeskunde. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz, 6. Aufl. 1988. ISBN 3-17-010192-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historic Cairo. whc.unesco.org, abgerufen am 26. April 2015 (ID 89-002: Mosque of Ahmed Ibn Tulun, The Citadel Area, The Fatimid Nucleus of Cairo, Necropolis).
  2. a b Emma Brunner-Traut: Ägypten. S. 390.
  3. a b c d e Emma Brunner-Traut: Ägypten. S. 393.
  4. a b c d Emma Brunner-Traut: Ägypten. S. 391.

Koordinaten: 30° 1′ 46″ N, 31° 15′ 41″ O