Zustandslosigkeit

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In der Informatik bezeichnet Zustandslosigkeit die Eigenschaft eines Protokolls oder Systems, mehrere Anfragen – auch desselben Auftraggebers – grundsätzlich als voneinander unabhängige Transaktionen zu behandeln. Anfragen werden also durch das Protokoll nicht gespeichert. Somit können weder Anfragen in Verbindung mit einander gesetzt, noch Sitzungsinformationen ausgetauscht und/oder verwaltet werden. Das Gegenteil ist Zustandsbehaftung oder auch Zustandshaltend.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung "Zustandslos" rührt daher, dass das Protokoll seinen Zustand nicht speichert und somit nicht kennt. Nehmen wir beispielsweise ein zustandsloses Protokoll, welches den Versand von jeweils einem Bilde ermöglicht. Wenn ein Nutzer nun eine Reihe von 10 Bildern versendet, kann das Protokoll weder eine Aussage darüber treffen, wie viele Bilder es bereits empfangen hat, noch darüber wie viele noch kommen. Das Protokoll hat immer nur die Informationen zu dem Bild was gerade gesendet wird und "vergisst" alle zuvor ausgeführten Sende-Operationen.

Ein reales Beispiel eines zustandslosen Netzwerkprotokolls ist das Hypertext Transfer Protocol (HTTP). Das Mitführen von Sitzungsdaten kann hier erst auf Anwendungsebene implementiert werden, zum Beispiel durch die explizite Übermittlung eines Sitzungsbezeichners in jeder Anfrage einer Anforderungs-URL oder „Cookie“-Header.

Zustandslosigkeit von Komponenten ist eine bestimmende Eigenschaft beim REST-Paradigma für verteilte Systeme.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Stiehl: Prozessgesteuerte Anwendungen entwickeln und ausführen mit BPMN. 1. Auflage. d.punkt.verlag, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-86490-007-5.
  • Manfred Steyer, Vildan Softic: Angular JS. Moderne Webanwendungen und Single Page Applications mit JavaScript. O'Reilly Verlag, Köln 2015, ISBN 978-3-95561-950-3.
  • Dieter Masak: IT-Alignment. IT-Architektur und Organisation, Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg 2006, ISBN 3-540-31153-X.
  • Matthias Knoll, Stefan Meinhardt (Hrsg.): Mobile Computing. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-12028-3.
  • Heiko Häckelmann, Hans J. Petzold, Susanne Strahringer: Kommunikationssysteme. Technik und Anwendungen, Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg 2000, ISBN 3-540-67496-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]