Zwerg-Filzkraut

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Zwerg-Filzkraut
Zwerg-Filzkraut (Filago minima)

Zwerg-Filzkraut (Filago minima)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Gnaphalieae
Gattung: Filzkräuter (Filago)
Art: Zwerg-Filzkraut
Wissenschaftlicher Name
Filago minima
L.

Das Zwerg-Filzkraut (Filago minima (Sm.) Pers.; Syn: Logfia minima (Sm.) Dumort.), auch Kleines Filzkraut genannt, ist eine zierliche Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Habitus

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 20 cm erreicht und meist bereits vom Grund an verzweigt ist (im Gegensatz zum recht ähnlichen Acker-Filzkraut, Filago arvensis). Die gesamte Pflanze ist seidig graufilzig. Die linealischen Laubblätter werden nicht länger als 10 mm und nur 0,5 bis 1,2 mm breit.

Der Hauptstängel endet in einem Knäuel aus drei bis sieben körbchenförmigen Blütenständen. Die winzigen Blütenkörbchen sind nur etwa 3 mm groß. Die breit hautrandigen Hüllblätter sind nur in der unteren Hälfte filzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[1]

Vorkommen, Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zwerg-Filzkraut ist in Europa von Nordspanien bis Westrussland verbreitet und besiedelt Trocken- und Halbtrockenrasen. Zudem ist es in kurzlebigen, ruderalen Äcker- und Unkrautfluren zu finden, wobei es leicht saure, trockene, vor allem aber stickstoffarme, sandige, basenarme, humus- und feinerdearme Sand- und Steingrusböden bevorzugt. Da solche Flächen in der intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft Mitteleuropas immer seltener werden, gilt das Zwerg-Filzkraut lokal und regional als gefährdet; in Deutschland wird es auf der Vorwarnliste der Roten Liste geführt.[2] Vom Brachfallen sandiger Ackerstandorte profitiert die Pflanze; umgekehrt bewirkt eine intensive Inanspruchnahme bisheriger Stilllegungsflächen – etwa zwecks Anbaus nachwachsender Rohstoffe – ein Zurückdrängen der Bestände. Das Zwerg-Filzkraut ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Thero-Airion und kommt auch in Gesellschaften des Verbands Corynephorion vor, ist aber in Südeuropa eine Charakterart des Verbands Helianthemion guttati.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 917.
  2. Bundesamt für Naturschutz: Checkliste von Pflanzenarten Deutschlands, ggf. mit Rote-Liste-Einstufung (PDF; 785 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Filzkraut (Filago minima) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien