„Engmaulfrösche“ – Versionsunterschied

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'''Engmaulfrösche''' (Microhylidae), auch Engmundfrösche, sind eine Familie der [[Froschlurche]] (Anura). Es handelt sich um zumeist recht kleine, plump wirkende Frösche, die sich bevorzugt in Gewässernähe aufhalten und tagsüber im Erdboden versteckt sind. Es gibt aber auch baumbewohnende Arten. Die Familie ist vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet, zu ihr zählt das kleinste Landwirbeltier ''[[Paedophryne amauensis]]''.
'''Engmaulfrösche''' (Microhylidae), auch Engmundfrösche, sind eine Familie der [[Froschlurche]] (Anura). Es handelt sich um zumeist recht kleine, plump wirkende Frösche, die sich bevorzugt in Gewässernähe aufhalten und tagsüber im Erdboden versteckt sind. Es gibt aber auch baumbewohnende Arten. Die Familie ist vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet, zu ihr zählt das kleinste Landwirbeltier ''[[Paedophryne amauensis]]''.<ref name="Rittmeyer 2012"/>


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<ref name="ASW">Darrel R. Frost: ''Microhylidae Günther, 1858 (1843)''. In: ''Amphibian Species of the World: an Online Reference''. Version 6.0 (abgerufen am 2. März 2014). ([http://research.amnh.org/vz/herpetology/amphibia/Amphibia/Anura/Microhylidae online]).</ref>
<ref name="ASW">Darrel R. Frost: ''Microhylidae Günther, 1858 (1843)''. In: ''Amphibian Species of the World: an Online Reference''. Version 6.0 (abgerufen am 2. März 2014). ([http://research.amnh.org/vz/herpetology/amphibia/Amphibia/Anura/Microhylidae online]).</ref>
<ref name="Rittmeyer 2012">Eric N. Rittmeyer, A. Allison, M. C. Gründler, D. K. Thompson, Christopher C. Austin: ''Ecological Guild Evolution and the Discovery of the World's Smallest Vertebrate.'' [[PLoS]] ONE 7, 1, e29797, Januar 2012 {{DOI|10.1371/journal.pone.0029797}}</ref>
<ref name="Peloso et al. 2015">Pedro L. V. Peloso, Darrel R. Frost, Stephen J. Richards, Miguel T. Rodrigues, Stephen Donnellan, Masafumi Matsui, Cristopher J. Raxworthy, S.D. Biju, Emily Moriarty Lemmon, Alan R. Lemmon & Ward C. Wheeler: ''The impact of anchored phylogenomics and taxon sampling on phylogenetic inference in narrow-mouthed frogs (Anura, Microhylidae).'' Cladistics, 3, 1-28, März 2015 {{DOI|10.1111/cla.12118}}
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Version vom 15. Oktober 2015, 04:56 Uhr

Engmaulfrösche

Dermatonotus muelleri
(Südamerika; Unterfamilie Gastrophryninae)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Engmaulfrösche
Wissenschaftlicher Name
Microhylidae
Günther, 1858

Engmaulfrösche (Microhylidae), auch Engmundfrösche, sind eine Familie der Froschlurche (Anura). Es handelt sich um zumeist recht kleine, plump wirkende Frösche, die sich bevorzugt in Gewässernähe aufhalten und tagsüber im Erdboden versteckt sind. Es gibt aber auch baumbewohnende Arten. Die Familie ist vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet, zu ihr zählt das kleinste Landwirbeltier Paedophryne amauensis.[1]

Übersicht

Indischer Ochsenfrosch
(Kaloula pulchra)
(Thailand; Unterfamilie Microhylinae)
Weltweite Verbreitung der Familie Microhylidae

Zu dem Taxon werden gegenwärtig mehr als 500 Arten gerechnet, die in elf Unterfamilien (und mehreren Gattungen ohne Unterfamilien) geordnet werden. Engmaulfrösche kommen in Nord-, Mittel- und Südamerika, Afrika südlich der Sahara, Madagaskar, Ost- und Südostasien, auf dem Malaiischen Archipel sowie im äußersten Norden und Nordosten Australiens vor. In den USA, in China und auf der Koreanischen Halbinsel werden über die Tropen und Subtropen hinaus teilweise auch gemäßigte Zonen erreicht. Man nimmt an, dass sich diese Tiergruppe, von der keine direkten fossilen Vorläufer bekannt sind, ursprünglich vom heutigen Südostasien her ausgebreitet hat. 19 Arten aus zwei Gattungen (Austrochaperina und Cophixalus) zählen zur Fauna Australiens und sind dort ausschließlich in den Regenwäldern zu finden.

Diese umfangreiche Familie hat nur wenige auffallende gemeinsame Merkmale (zu anatomischen Charakteristika siehe auch Neobatrachia). Viele haben aber einen besonders kleinen Kopf bzw. eine kurze Schnauze oder ein kleines Maul (Name!), gering hervorstehende Augen und kurze Hinterbeine. Während die eher wenigen neuweltlichen Gattungen noch relativ einheitlich erscheinen, macht sich die Formenfülle besonders bei asiatischen und afrikanischen Vertretern bemerkbar.

Eine unter Terrarienhaltern bekanntere Art ist der sogenannte Indische Ochsenfrosch (Kaloula pulchra), der mit dem nordamerikanischen Ochsenfrosch aber nicht näher verwandt ist. Außerdem ist weniger Indien, sondern vielmehr Südostasien und Indonesien sein Verbreitungszentrum. Ähnlich wie beispielsweise bei der europäischen Knoblauchkröte sind die Fersenhöcker als Grabschaufeln umgebildet und verhärtet.

Taxonomie

Myersiella microps
(Brasilien; ohne Unterfamilie)
Relictivomer pearsei
(nördl. Südamerika; ohne Unterfamilie)
Tomatenfrosch (Dyscophus antongilii; Madagaskar; Unterfamilie Dyscophinae)
Südlicher Tomatenfrosch (Dyscophus guineti
Madagaskar; Unterfamilie Dyscophinae)
Elachistocleis ovalis
(Brasilien; Unterfamilie Gastrophryninae)
Gastrophryne carolinensis
(USA; Unterfamilie Gastrophryninae)
Uperodon montanus
(Indien; Unterfamilie Microhylinae)
Laich von Paradoxophyla palmata
(Madagaskar; Unterfamilie Scaphiophryninae)
Scaphiophryne spinosa
(Madagaskar; Unterfamilie Scaphiophryninae)

Die Systematik der Engmaulfrösche ist sehr komplex und immer wieder größeren Veränderungen unterworfen. Von den zahlreichen (rund 65) Gattungen sind nicht wenige monotypisch, bestehen also nur aus einer Art. Auch einige der zurzeit elf Unterfamilien setzen sich aus nur wenigen Arten zusammen, Melanobatrachinae sogar nur aus einer Spezies (Melanobatrachus indicus). Die Papua-Engmaulfrösche (Asterophryinae) Neuguineas sind dagegen mit der Hälfte aller Arten (>300) die umfangreichste Unterfamilie. Von den Eigentlichen Engmaulfröschen (Microhylinae) wurden zuletzt mehrere Gattungen zu anderen Unterfamilien gestellt (insbesondere zu Gastrophryninae) oder keiner Unterfamilie mehr zugeordnet. Die südost- und südafrikanischen Kurzkopffrösche werden inzwischen als eigene Familie Brevicipitidae betrachtet.

Unterfamilien und Gattungen

Die Engmaulfrösche umfassen 13 Unterfamilien mit insgesamt 576 Arten.[2]

(Bearbeitungsstand: 14. Oktober 2015)

Unterfamilie Adelastinae Peloso, Frost, Richards, Rodrigues, Donnellan, Matsui, Raxworthy, Biju, Lemmon, Lemmon, and Wheeler, 2015

Unterfamilie Asterophryinae Günther, 1858 – Papua-Engmaulfrösche

Die Gattung Albericus Burton & Zweifel, 1995 wurde 2015 mit der Gattung Choerophryne zusammengelegt. Molekulargenetische Untersuchungen hatten ergeben, dass Albericus paraphyletisch war.[3]

Unterfamilie Cophylinae Cope, 1889 – Madagaskar-Engmaulfrösche

Die Gattung Stumpffia wurde 2015 mit Rhombophryne zusammengelegt.[3] Platypelis wurde mit Cophyla synonymisiert.[3]

Unterfamilie Chaperininae Peloso, Frost, Richards, Rodrigues, Donnellan, Matsui, Raxworthy, Biju, Lemmon, Lemmon, and Wheeler, 2015

  • Gattung Chaperina Mocquard, 1892

Unterfamilie Dyscophinae Boulenger, 1882 – Tomatenfrösche, Taubfrösche

Unterfamilie Gastrophryninae Fitzinger, 1843

Die Gattung Syncope Walker, 1973 wurde im Jahr 2014 mit der Gattung Chiasmocleis Méhely, 1904 synonymisiert.

Unterfamilie Hoplophryninae Noble, 1931

Unterfamilie Kalophryninae Mivart, 1869

Unterfamilie Melanobatrachinae Noble, 1931 – Schwarzfrösche

Unterfamilie Microhylinae Günther, 1858 – Eigentliche Engmaulfrösche

Die Gattung Ramanella Rao & Ramanna, 1925 sowie die Art Kaloula taprobanica Parker, 1934 wurden mit der Gattung Uperodon Duméril and Bibron, 1841 vereint. Kaloula taprobanica heißt nun Uperodon taprobanicus (Parker, 1934).[3] Die Gattung Calluella Stoliczka, 1872 wurde in die Gattung Glyphoglossus Günther, 1869 gestellt.[3]

Unterfamilie Otophryninae Wassersug & Pyburn, 1987

Unterfamilie Phrynomerinae Noble, 1931

Unterfamilie Scaphiophryninae Laurent, 1946 – Marmorkrötchen

Einzelnachweise

  1. Eric N. Rittmeyer, A. Allison, M. C. Gründler, D. K. Thompson, Christopher C. Austin: Ecological Guild Evolution and the Discovery of the World's Smallest Vertebrate. PLoS ONE 7, 1, e29797, Januar 2012 doi:10.1371/journal.pone.0029797
  2. Darrel R. Frost: Microhylidae Günther, 1858 (1843). In: Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 6.0 (abgerufen am 2. März 2014). (online).
  3. a b c d e Pedro L. V. Peloso, Darrel R. Frost, Stephen J. Richards, Miguel T. Rodrigues, Stephen Donnellan, Masafumi Matsui, Cristopher J. Raxworthy, S.D. Biju, Emily Moriarty Lemmon, Alan R. Lemmon & Ward C. Wheeler: The impact of anchored phylogenomics and taxon sampling on phylogenetic inference in narrow-mouthed frogs (Anura, Microhylidae). Cladistics, 3, 1-28, März 2015 doi:10.1111/cla.12118
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