00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse

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Filmdaten
Originaltitel 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Altersfreigabe FSK 0[1]
Stab
Regie Helge Schneider
Drehbuch Helge Schneider
Produktion Ulf Israel,
Manfred Wenzel,
Helge Sasse
Musik Helge Schneider
Kamera Voxi Bärenklau
Schnitt Andrea Schumacher
Besetzung

00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse ist ein absurd-komischer Kriminalfilm des deutschen Komikers Helge Schneider aus dem Jahr 2013, der die Hauptrolle des Kriminalkommissars 00 Schneider spielt sowie das Drehbuch schrieb und Regie führte. Die Uraufführung war am 1. Juli 2013 beim Filmfest München.[2] Der Film kam am 10. Oktober 2013 in die deutschen Kinos.[3] 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse ist der zweite Spielfilm mit der Figur 00 Schneider in der Hauptrolle. Der erste 00-Schneider-Film mit dem Titel 00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter erschien 1994. Außerdem war die Figur in einer Nebenrolle bereits in Helge Schneiders Film Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem zu sehen.

Handlungen[Bearbeiten]

Der gealterte Kommissar 00 Schneider, mit dem Vornamen Roy, der Leiter einer international besetzten Abteilung der örtlichen Polizei ist, wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen und seine Memoiren schreiben. Allerdings treibt in seiner Nachbarschaft ein Sittenstrolch sein Unwesen, ein Tabakladen wird überfallen und dabei wird eine Schachtel Zigaretten erbeutet. Außerdem wird ein Huhn eines Bauern entführt. Bei dem Überfall bereichern sich die Polizisten an Speiseeis und Zigaretten. 00 Schneider löst beide Fälle. Als Prostituierte verkleidet fängt er als Lockvogel zunächst den Sittenstrolch. Die Eigentumsdelikte gehen jeweils auf das Konto des Kettenrauchers Jean-Claude Pillemann, wegen seiner geschmeidigen Bewegungen und fauchend-zischenden Laute „die Eidechse“ genannt. Pillemann ist sehr intelligent und gilt auch wegen seines ätzenden Speichels, den er als Waffe bei seinen Straftaten einsetzt, als besonders gefährlich. Der Kommissar hält es gar für möglich, dass es sich um einen Echsenmenschen handelt. Pillemann hat bereits ein Grundstück ausfindig gemacht, auf dem er mit dem entführten Huhn eine Eierfarm gründen will. Er wird jedoch ebenfalls von 00 Schneider gefasst und kommt ins Gefängnis, wo sich bereits der Sittenstrolch befindet. Dort werden beide ordentlich verprügelt und angekettet.

Schneider läuft bei einem Autounfall sein geliebter Hund weg, bei einem Erdbeben taucht er aber aus dem Nichts plötzlich wieder vor Schneider auf. Ein Staubsaugervertreter sucht Schneider auf und bekommt von diesem brutal die Tür ins Gesicht geknallt, was ihn mehrere Zähne kostet. Um Rache zu nehmen, zielt er auf Schneider, um ihn zu erschießen, führt die Tat aber nicht aus. Sein etwa zehnjähriger Sohn, den er nun nicht mehr ernähren kann, entschließt sich, eine Bank zu überfallen, weil er als Kind nicht dafür bestraft werden kann. Der Überfall gelingt, das Kind entkommt mit einem großen Geldsack. Zwischenzeitlich bekommt Schneider starke Zahnschmerzen, er sucht einen Zahnarzt auf, der immer abwechselnd mit seiner Assistentin kopuliert und Patienten quält. Von den Schmerzschreien abgeschreckt verlässt Schneider die Praxis wieder.

Zwischenzeitlich war Schneiders ihm unbekannte Tante aus Amerika zu Besuch zu ihm gekommen. Sie lässt sich in Schneiders Wohnung nieder und animiert ihn zum Kauf einer Waschmaschine. Beim Transport der Waschmaschine aus dem Laden geraten die beiden in ein verschneites Gebirge und dort in Bergnot, sie werden aber von einem Bernhardiner-Hund gerettet. In Wirklichkeit ist Schneiders Tante aber gar nicht seine Tante, sondern ein Trickbetrüger. Dieser ergaunert sich Schneiders mit sechs Richtigen plus Zusatzzahl ausgefüllten Lottoschein und den damit verbundenen Millionengewinn (der im Kiosk in bar ausbezahlt wird), flüchtet in einem kleinen Flugzeug, stürzt über dem Meer ab, rettet sich an Land und läuft dabei in der Schlusssequenz an Schneider vorbei, der sich nach seinen gelösten Fällen entspannt und ihm nicht folgt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde mit 550.000 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert. Der Drehbeginn war am 15. Oktober 2012, gedreht wurde unter anderem in Schneiders Heimatstadt Mülheim an der Ruhr und im spanischen Almeria.

Am Startwochenende hatte der Film 33.202 Zuschauer und stieg damit auf Platz 11 in die deutschen Kinocharts ein.

Im Film sind diverse Reminiszenzen an Schneiders frühere Filme[4] sowie CDs und frühe Hörspiele enthalten.

Laut Schneider ist Roy Scheider, der Darsteller des Polizisten im Filmklassiker Der weiße Hai, über „500.000 Ecken“ mit dem Kommissar 00 Schneider verwandt.[5]

Kritiken[Bearbeiten]

„Vor allem überraschen einige Passagen zu Beginn, die geschickt mit den Bildern des Genrefilms, insbesondere des Polizeithrillers spielen; selbstverständlich ohne dass der Film auch nur für eine Sekunde ernsthaft zum Spannungskino hin tendieren würde [...] Schneider nimmt sich vom Genre nur, was ihm gerade, in der jeweiligen Einstellung, in den Kram passt. Besonders springt die aufwändige Subjektive beim ersten Betreten des Reviers ins Auge, die dessen Inneres nervös erkundet. Die hektischen Schnitte in der nachfolgenden Szene könnten fast einem der Polizeifilme Dominik Grafs abgeschaut sein; oder deren italienischen und amerikanischen Vorbildern - nicht umsonst wird im Revier wild durcheinander deutsch, italienisch und englisch (bis hin zum Eastwood'schen "Make my day!") gesprochen. Anders als diese Vorbilder will der Film nicht auf Konfrontation hinaus; die Solidargemeinschaft der Krummen und Schiefen, der alle Schneiderfiguren implizit angehören, ist mächtiger als jedes Drehbuch.“

Lukas Foerster, Perlentaucher[6]

„Mit seinem neuen Film "00 Schneider 2: Im Wendekreis der Eidechse" arbeitet Helge Schneider konsequent weiter an der Reduktion seines Publikums. Kein Problem, das waren sowieso viel zu viele Leute. [...] Schneiders neuer Film "00 Schneider 2: Im Wendekreis der Eidechse" ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg, und er verdient höchsten Respekt. Andere würden vielleicht versuchen, weitere Millionen zu scheffeln bei der abgeschmackten Unternehmung, den Publikumsgeschmack zu bedienen. Helge Schneider hingegen verweigert sich, aber das tut er nicht kalt, sondern mit Charme. Denn es ist durchaus nicht so, dass dieser Film keinen Witz hätte oder keine Pointen - Schneider zelebriert hier die große Kunst, offenbar alle Pointen zwar parat zu haben, ihre Ausführung dann jedoch elaboriert zu unterlassen. [...] Zwischendurch passiert auch mal gefühlte Minuten lang überhaupt nichts, was dem Zuschauer die Zeit gibt, das eigene Leben und seine eigene Helge-Schneider-Verehrung gründlich zu durchdenken und sich zu fragen, ob es eine gute Idee war, heute ins Kino zu gehen, ob man sich darüber ärgern sollte, dass da wieder keine Pointe kommt und schon wieder keine.“

Stefan Kuzmany, Spiegel Online[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK, abgerufen am 2. September 2013
  2. 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse beim Filmfest München, abgerufen am 2. Juli 2013
  3. 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse bei kinonews.de, abgerufen am 2. Juli 2013
  4. „Schlecht Fotzen lecken“, taz vom 10. Oktober 2013
  5. "Eine Figur spielen, wie früher im Kindergarten", Die Welt vom 11. Oktober 2013
  6. Solidargemeinschaft der Krummen und Schiefen. perlentaucher.de, abgerufen am 9. Oktober 2013.
  7. Neuer Film von Helge Schneider: Keine Pointe, ist auch gut so. spiegel.de, abgerufen am 11. Oktober 2013.