Ackerröte

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Ackerröte
Ackerröte (Sherardia arvensis)

Ackerröte (Sherardia arvensis)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Sherardia
Art: Ackerröte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Sherardia
L.
Wissenschaftlicher Name der Art
Sherardia arvensis
L.
Illustration.

Die Ackerröte (Sherardia arvensis) ist einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Sherardia aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Der Gattungsname ehrt den englischen Botaniker William Sherard (1659–1728) und das Artepitheton arvensis bezieht sich darauf, dass sie oft in Äckern zu finden ist.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Ackerröte wächst meist als niederliegende, überwinternd grüne, einjährige (bis zweijährige), krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis zu 20 cm. Ihre vierkantigen, verzweigten Stängel sind rau behaart. Vier bis sechs schmale, länglich-lanzettliche, feinstachelig-raue Laubblätter stehen in einem Quirl zusammen. Außerhalb der Blütezeit kann die Ackerröte leicht mit verwandten Labkraut-Arten, beispielsweise dem Wiesen-Labkraut verwechselt werden.

Die Ackerröte blüht von Mai bis Oktober. Die Blüten stehen in einem kleinen, trugdoldigen, „kopfigen“ Blütenstand zusammen und sind von acht bis zehn, am Grund verwachsenen, unbewimperten Hüllblättern sternförmig umgeben. Die sehr kurz gestielten Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und vier- bis fünfzählig. Der Kelch besteht aus vier bis sechs deutlichen, meist etwa 0,5 mm langen, dreieckigen Zähnen und verbleibt an der Frucht. Die vier oder fünf etwa 4 bis 5 mm langen Blütenkronblätter sind trichterförmig verwachsen und rosa-, hell-purpur-lila bis lila, selten weiß. Die Kronlappen sind nur halb so lang wie die Kronröhre. Es ist ein Kreis mit vier oder fünf Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer zweiästigen Narbe.

Die 4 mm lange Frucht zerfällt in zwei verkehrt-eiförmige, einsamige Teilfrüchte, gekrönt mit sich bis zur Fruchtreife sich vergrößernden Kelchzähnen. Es findet Wind- oder Klettausbreitung statt.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Blüten sind gynodynamisch, d.h. es existieren Pflanzen mit rein weiblichen, neben anderen mit ausschließlich zwittrigen Blüten.

Die Blütezeit ist von Mai bis Oktober.

Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen

Die Ackerröte ist ein typisches Unkraut von Getreideäckern, Maisäckern, Brachland, Wegrändern und Ruderalstandorten. Sie braucht nährstoffreiche, nicht zu kalkarme, lehmige Böden. Als ursprünglich mediterrane Art, ist die Ackerröte außerdem etwas Wärme liebend. Sie ist eine Verbandscharakterart des Caucalidion.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Ackerröte stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, ist heute jedoch über weite Teile Europas und Nordamerikas verbreitet, auch in Australien ist sie als Neophyt vorhanden.

Ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg für die Ackerröte.

Sherardia arvensis wächst in Mitteleuropa bevorzugt auf etwas sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoff- und kalkhaltigen Lehm- und Tonböden, vor allem auf Äckern und Brachflächen sowie an Wegrändern. Sie gilt als Lehmzeiger und Kulturbegleiter.

Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Im Tiefland westlich der Elbe kommt die Ackerröte sehr selten vor, desgleichen in den Mittelgebirgen und den Alpen mit kalkarmem Gestein oder wo Sandböden vorherrschen; sonst tritt sie zerstreut auf, jedoch meist nur in lockeren, wenn auch individuenreichen Beständen. Sie steigt etwa bis zur Ackerbaugrenze auf.

Verwendung[Bearbeiten]

Früher wurde die Ackerröte - wie auch andere Rötegewächse - als Färberpflanze zum Rotfärben genutzt. Insbesondere auf Grund der intensivierten Landwirtschaft kommt die Ackerröte mittlerweile in vielen Gegenden Deutschlands nur noch zerstreut vor und gilt als gefährdet.

Bilder[Bearbeiten]

Ackerröte:

Quellen[Bearbeiten]

  • Mark Hyde & Bart Wursten: Eintrag in der Flora of Zimbabwe. (engl.)
  • LSU Herbarium Suche über Genus>S> Sherardia arvensis. Abgerufen am 27. Februar 2014.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3342-3
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 3, ISBN 3- 440-08048-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ackerröte – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ackerröte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen