Adenoide

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Adenoide Vegetationen (z. B. der Rachenmandeln oder der Gaumenmandeln) sind Hyperplasien des Drüsengewebes im Rachen. Der Begriff stammt vom Wort adenoid ab, was drüsenähnlich bzw. lymphoid, lymphknotenähnlich bedeutet. Vergrößerungen der Rachenmandeln (Tonsillae pharyngeales) werden umgangssprachlich auch als „Wucherungen“, „Polypen“ oder kurz Adenoide bezeichnet.

Unter adenoider Konstitution versteht man eine sehr starke Vergrößerung der Adenoide bei Kindern. Sie wird für schnarchendes Atmen mit offenem Mund, näselnde Sprache, vorspringende Oberkieferschneidezähne und einen spitz zulaufenden, hochgewölbten Gaumen verantwortlich gemacht. Ein permanent geöffneter Mund ergibt außerdem oft einen stupiden Gesichtsausdruck. Das Symptombild geht häufig mit besonderer Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten einher. Früher wurden Solbäder, Licht, Luft oder Sport empfohlen, heute wird meist die partielle oder totale Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) mit dem Beckmann-Ringmesser (Adenotom) in Vollnarkose durchgeführt.

Der Ausdruck adenoide Konstitution, der zuerst vom dänischen Mediziner Wilhelm Meyer beschrieben wurde, wird heute kaum noch verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

Lehrbücher[Bearbeiten]

  • A.K. Lalwani (Hrsg.): Current Diagnosis & Treatment in Otolaryngology – Head & Neck Surgery. Lange Medical Books, 2004, ISBN 0-07-140237-3, S. 574 ff.

Leitlinien[Bearbeiten]

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