Uvula

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Uvula als Gaumenzäpfchen, für weitere Bedeutungen siehe Uvula (Begriffsklärung)
Mund mit Gaumen und Uvula
Uvula

Die Uvula (Diminutiv zu lat. uva „Traube“, also etwa „Träubchen“) ist die medizinische Bezeichnung für das Gaumenzäpfchen oder Halszäpfchen, das zum weichen Gaumen (Palatum molle) gehört und sich in der Mitte des Gaumensegels befindet. Ein synonymer Begriff ist die Staphyle, was aus dem Griechischen kommt und auch „Weintraube“ bedeutet (daher auch „Staphylitis“ für eine Entzündung der Uvula).

Anatomie[Bearbeiten]

Die Grundlage der Uvula bildet ein Muskel, der Musculus uvulae, der das Zäpfchen verkürzt. Der Muskel wird vom Nervus vagus, dem X. Hirnnerven, innerviert und ist von verschieblicher Schleimhaut (Mucosa) bedeckt. Bei Berührung der Uvula kann ein Würgreflex ausgelöst werden, der insbesondere bei empfindlichen Personen in Erbrechen übergehen kann.

Rolle bei der Lautbildung[Bearbeiten]

Manche Konsonanten des Deutschen können neben anderen Varianten auch durch Luftreibung an der Uvula oder Vibration der Uvula artikuliert werden, so gibt es etwa eine uvulare vibrierende Form des r-Lauts oder seine geriebene Variante, daneben kann auch der „Ach-Laut“ uvular gebildet werden. In anderen Sprachen, beispielsweise im Französischen, Arabischen und in der – 1992 ausgestorbenen – nordkaukasischen Sprache Ubychisch gibt es Konsonanten, die grundsätzlich mit Hilfe der Uvula gesprochen werden; im Englischen hingegen fehlen solche Laute ganz.

• Siehe auch: Uvular

Pathologie[Bearbeiten]

Durch eine Entzündung oder eine mechanische Irritation (etwa durch Schnarchen) kann ein Ödem des Gaumenzäpfchens (Uvulaödem) auftreten, eine starke und bisweilen sehr unangenehme Anschwellung. Es besteht jedoch in der Regel keine Erstickungsgefahr und die Schwellung geht im Laufe eines Tages von selbst zurück.

Bei einem Hirnstamminfarkt, der das Kerngebiet des Nervus glossopharyngeus betrifft oder bei peripherer Schädigung des Nerven (Glossopharyngeusparese) kann es zu einer Lähmung des Gaumensegels der betroffenen Seite kommen. Kennzeichnend sind eine Abweichung der Uvula (Uvuladeviation) bei der Phonation zur gesunden Seite (Kulissenphänomen) und ein abgeschwächter Würgreflex.

Während der embryonalen Entwicklung kann es im Mutterleib zu einer Längsspaltung des Gaumenzäpfchens kommen, was als Uvula bifida bezeichnet wird. Die Diagnose eines gespaltenen Gaumenzäpfchens kann auf eine letale Genmutation hinweisen [1], die eine verminderte oder fehlende Bildung des Enzyms Phosphoglucomutase 1 (PGM 1) zur Konsequenz hat. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kann der Enzymmangel durch den Zucker Galaktose nahezu ausgeglichen werden, der im Verdauungsprozess aus Laktose (Milchzucker) gewonnen werden kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Uvula – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], Die Welt, Gespaltenes Zäpfchen verrät seltene Erkrankung, Zugriff am 04.12.2014.