Adobe InDesign

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Adobe InDesign
Adobe InDesign CS5 Icon.png
InDesign CS4 screenshot.png
InDesign CS4 (XP)
Basisdaten
Entwickler Adobe Systems
Aktuelle Version CC (9.0)
Betriebssystem Windows XP, Vista, 7, 8, Mac OS X
Kategorie Desktop-Publishing
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
Adobe InDesign

Adobe InDesign [əˌdoʊbi in̩'di'zaɪ̯n] ist ein professionelles Layout- und Satzprogramm für das Desktoppublishing, das anfänglich von Aldus unter dem Projektnamen K2 entwickelt wurde. Nach der Übernahme von Aldus durch Adobe wurde es als Konkurrenz zu QuarkXPress aufgebaut.[1] InDesign ist der Nachfolger von Adobe PageMaker, das ursprünglich auch von Aldus entwickelt und von Adobe aufgekauft, aber in der Form nicht mehr weiterentwickelt wurde. Von der Version 3.0 an war das Programm Teil der Creative Suite und trug bis zur CS6 als Namenszusatz dessen Versionsnummerierung. Die letzte Creative Suite-Version trägt die Bezeichnung CS6 und war auch die letzte, die als Boxprodukt über den Fachhandel verkauft wurde. Ab Sommer 2013 kann die letzte InDesign-Version (wie die meisten Adobe-Produkte) nur noch als Mietmodell abonniert werden. InDesign CS6, Version 8 wird jedoch weiterhin als Download-Version zum Verkauf angeboten. Mit der Version 9.0 beginnt Adobe das Branding als Creative Cloud, zwar sind auch weiterhin neue Versionen geplant, alle werden jedoch im Branding Creative Cloud ohne Zusatznummer vermarktet. Etwa alle drei Monate erscheint ein Dot-Release mit neuen Funktionen, dazwischen erscheinen Bugreleases, allerdings auch mit Funktionsänderungen. Etwa alle 12 bis 18 Monate ist ein Versionssprung geplant.

Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

InDesign wird vor allem in Werbeagenturen und von freien Grafikern sowie in Druckereien und Verlagen eingesetzt. Zusammen mit Redaktionssystemen ist es häufig in Kombination mit anderen Redaktionswerkzeugen und Textprogrammen in der professionellen Zeitungs- und Zeitschriftenproduktion anzutreffen. Weitere Einsatzbereiche sind etwa die Herstellung von Prospekten, Broschüren, Katalogen, Faltblättern, Plakaten, Geschäftsdrucksachen, seltener auch PDF-Bildschirmpräsentationen mit eingebundenen Filmen, Flash und Interaktion sowie datenbankbasierte Verlagsanwendungen. Seit der Version CS 5.5 baut Adobe die Funktionalität für (interaktive) E-Books aus.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Mit InDesign ist es möglich, visuell ein- oder mehrseitige Layouts in beliebigen Seitenformaten zu erstellen. Das Programm unterstützt den Layouter bei der Aufteilung und Verwaltung der Seiten und Bögen.

Elemente, im Programm „Objekte“ genannt, werden auf den Seiten in Form von Rahmen angebracht, die anschließend mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden können. Hauptsächlich werden diese zum Positionieren von Texten, Tabellen, Bildern und Grafiken angewendet, aber auch Musik und Videos lassen sich in die Dokumente einfügen.

Alle Objekte lassen sich gruppieren, in verschiedenen Ebenen unterbringen und das in einer beliebig tiefen Verschachtelung. Die Bearbeitungsmöglichkeiten umfassen u. a.:

  • Rahmen- und Inhaltsfarbe
  • Vektorbearbeitung
  • Zeichen- und Absatzattribute
  • Tabellen-, Zellen- und Objektformate
  • Typografie
  • Konturstile
  • Transparenzen
  • Ecken- und Überlagerungseffekte

Für die Bearbeitung von Vektoren sind in InDesign die gleichen grundlegenden Werkzeuge wie in Adobe Illustrator verfügbar.

Viele Parameter können dabei frei und flexibel definiert und in Stilvorlagen für die spätere Wiederverwendung gespeichert werden. InDesign beherrscht in Grundzügen das XML-Format beim Im- und Export, das sich gerade im Umfeld von Database Publishing weitgehend etabliert hat.

Zusammenarbeit mit anderen Anwendungen[Bearbeiten]

InDesign hat eine ähnliche Benutzeroberfläche wie viele Adobe-Programme. Weiterhin unterstützt InDesign die Ausgabe im verbreiteten hauseigenen Portable Document Format (PDF), einem ISO-zertifizierten Standard für Druck und Druckvorstufe, sowie viele für professionelle Benutzer relevante Funktionen wie z. B. Preflight, Farbseparation oder ein Farbmanagement. Aus InDesign können sowohl über die Export- als auch die Druckfunktion und mithilfe des Distillers druckbare PDF-Dateien erstellt werden. Interaktive Bildschirmpräsentationen und Transparenzen können hingegen nur über die programminterne Exportfunktion in das zu erstellende PDF übertragen werden.

InDesign erlaubt eine direkte Zusammenarbeit mit den anderen Produkten von Adobe, z. B. Photoshop, Illustrator, Dreamweaver und Flash. Auch das Öffnen von QuarkXPress-Dateien bis Version 4.x und von PageMaker-Dateien ab Version 6 ist möglich, die programmintern in die aktuelle InDesign-Dokumentversion konvertiert, als solche bearbeitet und gespeichert werden können. Plugins anderer Anbieter ermöglichen auch das Öffnen von Quark-Dateien bis zur Version 7, wenn auch, wie bei jeder Konvertierung, die Qualität der Resultate stark von der Komplexität der Layouts abhängt. Die in InDesign erstellten Dokumente (.indd) sind nicht abwärtskompatibel.

Durch die Akquisition von Macromedia durch Adobe Systems hat sich mit InDesign CS3 die Interoperabilität mit Flash und Dreamweaver erhöht. Adobe InDesign CS3 wird mit der Adobe Creative Suite 3 Design Premium und Standard ausgeliefert und ist auch in der Creative Suite Master Collection enthalten.

InDesign wird wie die anderen Anwendungen der Creative Suite mit Adobe Bridge ausgeliefert. Dies bietet einen direkten Zugang zu den InDesign-Daten, wobei sich, ohne eine Datei zu öffnen, die Metadaten bearbeiten oder die verwendeten Farben und Schriften auslesen lassen. Außerdem bietet sich damit über das Werkzeugmenü die Möglichkeit, Arbeitsschritte über JavaScript zu automatisieren.

Sprachen und Schriften in InDesign[Bearbeiten]

Abhängig vom Zeichensatz erlaubt InDesign den Zugriff auf Unicode-Zeichen und bietet sowohl unter Windows als auch unter Mac OS X Unterstützung für lateinische OpenType-Fonts.

Mitteleuropäische Sprachen, die in lateinischer Schrift geschrieben werden (z. B. Tschechisch und Ungarisch), können mit den westeuropäischen Versionen ab InDesign CS2 verarbeitet werden; zuvor gab es dafür eine eigene Version InDesign CE (Central Europe).

InDesign unterstützt in der von Adobe in der westlichen Welt ausgelieferten Version keine Rechts-nach-links-Sprachen wie Arabisch oder Hebräisch; dafür existiert eine eigene Version für den Nahen Osten: InDesign ME (Middle East). Auch für die ostasiatischen Sprachen Chinesisch, Japanisch und Koreanisch gibt es eigene Versionen mit den nötigen typografischen Sonderfunktionen (Kontrolle über Zeichensetzung, Satzspiegel, Furigana usw.). Dokumente, die in fremden InDesign-Versionen erstellt wurden, bleiben beim Öffnen in der Version für europäische Sprachen erhalten.

Mit der 2007 erschienenen Version CS3 (5.0) unterstützt das Programm die alte Rechtschreibung und beide Versionen der Rechtschreibreform (1996 und 2006). Schweizer Hochdeutsch ist als „Deutsch: Schweiz“ (alte Rechtschreibung) und als reformierte Version (Rechtschreibreform 2006) integriert. Die von Adobe für die deutschen Sprachen eingesetzten Trennalgorithmen stammen bislang ausnahmslos vom US-Unternehmen Proximity.

InDesign CS4 für europäische Sprachen unterstützt die folgenden Sprachen und Sprachvarianten: Bulgarisch, Dänisch, Deutsch Alte Rechtschreibung, Deutsch Neue Rechtschreibung, Deutsch Reform 1996, Deutsch Reform 2006, Deutsch Schweiz, Deutsch Schweiz Reform 2006, Englisch GB, Englisch Kanada, Englisch USA, Englisch USA Medizin, Englisch USA Recht, Estnisch, Finnisch, Französisch, Französisch Kanada, Griechisch, Italienisch, Katalanisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Niederländisch Reform 2005, Norwegisch Bokmål, Norwegisch Nynorsk, Polnisch, Portugiesisch, Portugiesisch Brasilien, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch Standard, Tschechisch, Türkisch, Ukrainisch und Ungarisch.

Weitere Funktionen[Bearbeiten]

Weiterhin bietet das Programm seit Version 2.0 Transparenzeffekte, die seit CS3 getrennt für Texte und deren Rahmenkonturen und -flächen angewandt werden können. Etliche FrameMaker-ähnliche Funktionen sind dazugekommen, u. a. Textvariablen und Listen.

InDesign erlaubt es, vorhandene Layouts weiterzuverwenden, indem man eine vorhandene INDD-Datei in einem anderen InDesign-Dokument ablegt.

Mit der Version CS4 wurde zudem der Live-Preflight eingeführt, der während des Arbeitens das Dokument auf Probleme überprüft und im Informationsfeld des Dokumentenfensters sowie in einem Bedienfeld den Preflight-Status anzeigt.

Grafik-Import und -Export[Bearbeiten]

InDesign erlaubt das Platzieren fast aller gängigen Grafikformate. Transparenzen werden für die Formate AI (Adobe Illustrator), PSD (Adobe Photoshop), PDF, TIFF und INDD (Adobe InDesign) unterstützt. Zu beachten sind dabei die in der Praxis gesetzten Anforderungen an das Endprodukt, wie Farbraum, Farbmanagement und Auflösung, die in der Druckvorstufe meistens fest vorgegeben sind. Bei EPS-Formaten kann die programminterne Überfüllung nicht angewandt werden.

InDesign-CS3-Dokumente können in der Mac-Version neben den nativen Dateiformaten in folgende Formate exportiert werden:

Mit InDesign CS4 kamen dazu:

  • SWF
  • XFL-Austauschformat für Flash CS4
  • IDML: InDesign Markup Language

Die SVG-Unterstützung entfiel mit CS4.

Skripte[Bearbeiten]

Um sich wiederholende Arbeitsroutinen wie etwa die Formatierung von Überschriften oder die Durchnummerierung von Seiten zu automatisieren, bietet InDesign verschiedene Schnittstellen an. Die Automatisierung solcher Arbeiten wird bei InDesign über Skripte realisiert. Mögliche Programmiersprachen dafür sind JavaScript (.jsx), VB-Script (.vbs) oder AppleScript (.scpt bzw. .applescript). Unter Windows kann mit JavaScript oder VBScript entwickelt werden und unter Mac OS X mit JavaScript und AppleScript.

Für die Erstellung von Skripten bietet Adobe InDesign das mitgelieferte „ExtendScript-Toolkit [2]“ an, welches einen Editor und einen Debugger beinhaltet. Die InDesign-Skriptsprachen basieren auf einem objektorientierten Klassenmodell, das alle Objekte von der Basisklasse „Application“ oder kurz „app“ ableitet.

Native Dateiformate[Bearbeiten]

indd
normales Dokument
indt
Template, Vorlagenformat
indb
Buchdatei; synchronisiert Dokumenteigenschaften und verwaltet ihre Seitenzahlen, Nummerierungen und Querverweise
indl
Bibliotheksdatei; nimmt, ähnlich einer Zwischenablage, häufig benutzte Objekte und Objektgruppen auf und gibt sie als Kopien an die Dokumente zurück
inds
Snippets („Schnipsel“); ins Dateiverzeichnis gezogene oder exportierte Objekte und Objektgruppen, die von dort zurück ins Layout gezogen oder platziert werden können
inx
Austauschformat zum Öffnen einer InDesign-Datei mit der Vorgängerversion des Programms, bis CS3 diente es auch als Reparaturformat
idml
InDesign Markup Language, ein ZIP-Format, das die Bestandteile des Dokuments in Form von XML-Dateien enthält. Seit CS4 dient es zur Reparatur beschädigter Dokumente; wegen seines offenen Formats kann es auch zur textgesteuerten Erzeugung und Änderung von InDesign-Dokumenten herangezogen werden.
icml
InCopy-Dokument (ab CS4), zum Austausch mit InCopy CS4
incx
InCopy-Dokument (ab CS3), zum Austausch mit InCopy CS3 und CS2
incd
InCopy-Dokument (bis CS3), zum Austausch mit InCopy CS
xfl
Austauschformat für Flash (ab CS4)

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

  • InDesign 1.0, Ende 1999: Versionen für Windows und Macintosh
  • InDesign 1.5, Mai 2001
  • InDesign 2.0, Februar 2002: erste Version mit Unterstützung von Mac OS X, Transparenzen und Schlagschatten
  • InDesign CS (3.0), Dezember 2003: ab Mitte 2004 als „InDesign CS PM“-Edition mit erweiterten Plugins
  • InDesign CS2 (4.0), Mai 2005: verschachtelte Formate, magnetische Henkel, Objektstile
  • InDesign CS3 (5.0), Juni 2007: erste Mac-Intel-native Version; GREP- und Objekt-Suche, Zellen- und Tabellenformate, XHTML-Export, Transparenzeffekte
  • InDesign CS4 (6.0), November 2008: bedingter Text, GREP- und Zeilenformate mittels Zeichenformaten in Absatzformaten, Profil-gesteuerter Live-Preflight, erweitertes Verknüpfungsbedienfeld, IDML- (InDesign Markup Language), SWF- und XFL-Export, interaktiv-intelligente („magnetische“) Hilfslinien, Dokumentenfenster mit Reitern, um 90° drehbare Druckbogenansichten, Querverweise, neues Hyperlink-Funktionalitäten-Bedienfeld, Seitenübergänge.
  • InDesign CS5 (7.0), April 2010: u. a. Export nach Adobe Flash, unterschiedliche Seitengrößen innerhalb eines Dokumentes, Ausgabe als E-Book, spaltenübergreifende Absätze, PDF-Export im Hintergrund, in Ebenen einzelne Elemente abschaltbar
  • InDesign CS5.5 (7.5), April 2011: kostenpflichtiges Zwischenupdate, hauptsächlich Verbesserungen im ePub-Export, neues Artikel-Bedienfeld, neue Möglichkeiten zum Verankern von Objekten in einem Textfluss, neues Tag-Attribut für HTML-, ePub- und PDF-Export in den Absatz- und Zeichenformaten
  • InDesign CS6 (8.0), angekündigt im April 2012, Auslieferung ab 7. Mai 2012: Verbesserungen im e-Publishing, platzieren von HTML-Snippets für HTML- und ePub-Export, ePub-3.0-Exportmöglichkeiten, HTML5-Export, PDF-Formulare: Felder bereits in InDesign erstellen, Liquid Layout, alternative Layouts (selber Inhalt, unterschiedliche Layouts parallel), PDF-Export für Graustufen-Profile, primärer Textrahmen auf der Musterseite, Einbindung von HTML-Snippets, Textrahmen-Autogrößen-Funktion
  • InDesign CC, Version 9.0 Indesign als Teil der Creative Cloud, Juni 2013[2]
  • InDesign CC, Version 9.2 Indesign als Teil der Creative Cloud, 15. Januar 2014 2013[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea Forst: Adobe InDesign CS5. Schritt für Schritt zum perfekten Layout. Galileo Press, Bonn 2010, ISBN 978-3-8362-1592-3. (Mit Videotraining auf DVD)
  • Winfried Seimert: Das Einsteigerseminar. Adobe InDesign CS5. bhv, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8266-7526-3.
  • Gregor Fellenz: InDesign automatisieren: Keine Angst vor Skripting, GREP & Co. dpunkt, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-89864-734-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rückblick und Ausblick. Abgerufen am 2. Dezember 2009.
  2. Produktseite von Adobe
  3. Produktseite von Adobe