Air (Musik)
Das Air (auch Ayr, Ayre, Aria) ist eine Nebenform der musikalischen Gattung Lied, kann aber auch ein einfaches Instrumentalstück bezeichnen. Immer handelt es sich jedoch um eine einfach angelegte Komposition meist in zweiteiliger Liedform.
Die Bezeichnung Air (in der Bedeutung „Melodie“, „Lied“) stammt in diesem Zusammenhang nicht aus dem Englischen, sondern aus dem Französischen. Im Barock war das Air, sofern es sich nicht um eine Vokalkomposition handelte, ein nicht auf einen Tanz anspielendes Instrumentalstück, auch wenn es in eine Suite eingeschoben war.
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Air bei Bach [Bearbeiten]
Johann Sebastian Bach setzt in mehreren seiner Suiten einen mit Air oder Aria bezeichneten Satz ein, beispielsweise in der zweiten und vierten Französischen Suite und in der vierten und sechsten Partita. Diese Sätze sind in Tempo und Charakter sehr unterschiedlich, so dass sich kaum eine konkrete Bedeutung dieser Bezeichnung folgern lässt. Auch Bach wird einfach „Melodie“ gemeint haben, wenn er diesen Satztitel verwendete.
Air aus der 3. Orchestersuite [Bearbeiten]
Wohl das bekannteste Beispiel eines mit Air bezeichneten Satzes findet sich in Bachs Ouverture D-Dur BWV 1068: Im 2. Satz schweigen die Trompeten, Oboen und Pauken; Streicher und Basso continuo entwickeln alleine einen liedhaften Satz im 4/4-Takt ohne genaue Tempobezeichnung, der zwischen der ausladenden Oberstimmenmelodie und dem in regelmäßigen Achteln schreitenden Bass motivisch voll entwickelte, imitierende Mittelstimmen enthält.
Auf den Geiger August Wilhelmj geht eine Bearbeitung für Violine und Klavier zurück, in der dieses Air nach C-Dur transponiert nur auf der G-Saite gespielt wird; in dieser Bearbeitung erhielt das Stück den Namen Air auf der G-Saite. In dieser Form und in vielen weiteren darauf aufbauenden Bearbeitungen wird die Komposition bis heute immer wieder aufgeführt.
Der Thomanerchor Leipzig führt seit 2008 das BWV 1068/2 in einer für Chor eingerichteten Version von Georg Christoph Biller mit dem Text Dona nobis pacem (Gib uns Frieden) auf.