al-Yaʿqūbī

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al-Yaʿqūbī, mit vollständigem Namen Abū l-ʿAbbās Aḥmad b. Isḥāq b. Djaʿfar b. Wahb b. Wāḍiḥ al-Yaʿqūbī, war ein arabischer (schiitischer) Historiker und Geograph, der in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts lebte (geboren in Bagdad, starb vermutlich um 897 in Ägypten).

al-Yaqubi wurde in der Kalifatshauptstadt Bagdad geboren und erhielt dort eine Ausbildung als Staatssekretär. Er diente unter den Tahiriden in Chorasan, wo er sein Geschichtswerk (Ta'rīkh) kurz vor dem Sturz der Dynastie 873 beendete.[1] Er reiste dann nach Indien und ließ sich schließlich in Ägypten nieder. Hier, am Hof der Tuluniden, schrieb er sein Kitāb al-Buldān, das er 889–890 fertigstellte. Dieses "Buch der Länder" gilt als erstes geographisches Werk, das die Gebiete südlich der Sahara genauer beschreibt, jedoch ohne den Tschadsee zu erwähnen. Einige Autoren vermuten, dass das Geographiewerk einem Namensvetter des Historikers zuzuschreiben ist, da es keinerlei schiitische Tendenzen aufweist.[2] Seine Länderkunde wurde 1892 von M. de Goeje in Leiden herausgegeben (Kitab al-Boldan).

Seine Chronik Tarikh al-Yaqubi gilt als eine der frühesten Kulturgeschichten des islamischen Mittelalters. Der erste Teil behandelt die vorislamische Zeit und nicht-islamische Völker, wie die griechische Antike, Babylonien/Assyrien, das alte Ägypten, biblische Erzählungen (wobei er unter anderem die Syrische Schatzhöhle als Quelle verwendete), den Evangelien und Indien (mit Erzählungen aus der Panchatantra und Schilderung der Seewege nach Indien und den Fernen Osten). Dabei gibt er auch Auszüge aus griechischen antiken Wissenschaftlern wie Hippokrates von Kos, Galenos, Euklid, Aristoteles, Nikomachos von Gerasa und Claudius Ptolemäus. Der zweite Teil behandelt Geschichte islamischer Länder bis 872. Ein Schwerpunkt ist dabei Armenien und Khorasan, er zitiert vor allem Theologen statt Dichter und gibt astronomische Informationen. Seine Neigung gilt der schiitischen Sichtweise. Die Chronik wurde 1883 von M. T. Houtsma in Leiden in zwei Bänden herausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Klamroth: Über die Auszüge aus griechischen Schriftstellern bei al-Ja´qubi, 4 Teile, Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 40, 1886, S. 189-233, 612-638, Band 41, 1887, S. 415-442, Band 42, 1888, S. 1-44, Teil 1 (Hippokrates) , Teil 2 (Die übrigen Ärzte), Teil 3 (Philosophisches), Teil 4 (Mathematiker und Astronomen)
  • Martin Klamroth Der Auszug aus den Evangelien bei dem arabischen Historiker Ja’qûbî, in: Festschrift zur Einweihung des Wilhelms-Gymnasiums in Hamburg am 21. Mai 1885. S. 115-128.
  • André Miquel: La géographie humaine du monde musulman, Bd. I, Paris 1967, 285–292.
  • N. Levtzion, und J. Hopkins: Corpus of Early Arabic Sources for West African History, Cambridge 1981, 19-22.
  • Muhammad Zaman: "Al-Yaqūbī". In: Encyclopaedia of Islam, Bd. XI, Leiden 2002, 257–258.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Levtzion/Hopkins: Corpus, 19.
  2. Levtzion/Hopkins: Corpus, 20.