Alexander Schrijver

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alexander „Lex“ Schrijver (* 4. Mai 1948) ist ein niederländischer Mathematiker, der sich mit kombinatorischer Optimierung und Kombinatorik beschäftigt.

Alexander Schrijver, Oberwolfach 2004

Schrijver studierte an der Freien Universität Amsterdam, an der er 1977 bei Pieter Cornelis Baayen promoviert wurde (Matroids and Linking Systems)[1] 1983 wurde er Professor an der Universität Tilburg, bis er 1989 an das Centrum Wiskunde & Informatica (CWI) in Amsterdam ging. Er leitete dort das Cluster-Programm Probability, Networks and Algorithms: Er lehrt seit 1990 auch an der Universität Amsterdam. Er war Gastwissenschaftler an der Universität Oxford, in Bonn, an der Ecole Normale Superieure in Paris, an der Rutgers University, bei Microsoft Research und in Szeged.

Schrijver beschäftigt sich mit kombinatorischer Optimierung (optimaler Algorithmen für kombinatorische Probleme), Graphentheorie, Netzwerktheorie, Kombinatorik von Polyedern. Unter anderem untersuchte er Methoden zur Optimierung der niederländischen Eisenbahn (Nederlandse Spoorwegen). Das führte 2006 zur Einführung eines neuen Zugfahrplans mit erheblichen Einsparungen[2]. Er verfasste ein dreibändiges Standardwerk zur kombinatorischen Optimierung und befasste sich auch mit historischen Aspekten der Kombinatorik und Optimierung.[3]

1982 und 2003 erhielt er den Fulkerson-Preis[4]. Er erhielt den höchsten niederländischen Wissenschaftspreis, den Spinoza-Preis (2005)[5], den George-B.-Dantzig-Preis (2003) sowie den Frederick-W.-Lanchester-Preis der Operations Research Society of America (für sein Buch Combinatorial Optimization 2004 und Theory of linear and integer programming 1987). 2002 wurde er Ehrendoktor der University of Waterloo in Ontario. Er ist Mitglied der Niederländischen Akademie der Wissenschaften (seit 1995) und der Nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften. 1986 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Berkeley (Polyhedral combinatorics- some recent developments and results) und 1998 in Berlin (Routing and time tabling by topological search). Er ist Fellow der American Mathematical Society.

Schriften[Bearbeiten]

  • Combinatorial optimization - polyhedra and efficiency, 3 Bände, Springer 2003 (auch als CD herausgekommen)
  • Theory of linear and integer programming, Wiley 1986, 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project
  2. Kroon, Schrijver u.a. The new dutch time table- the OR Revolution, Interfaces, Band 39, 2009, S.6-17 Online, pdf
  3. In seinem Lehrbuch über kombinatorische Optimierung und zum Beispiel in On the history of combinatorial optimization (till 1960), in: K. Aardal, G.L. Nemhauser, R. Weismantel (Herausgeber) Handbook of Discrete Optimization, Elsevier, Amsterdam, 2005, S.1-68
  4. für Martin Grötschel, László Lovász, Alexander Schrijver The ellipsoid method and its consequences in combinatorial optimization, Combinatorica, Bd.1, 1981, S.169-197 und Alexander Schrijver A combinatorial algorithm minimizing submodular functions in strongly polynomial time, Journal of Combinatorial Theory Series B, Bd.80, 2000, S.346-355
  5. Zum Erhalt des Spinoza Preises, niederländisch