Nederlandse Spoorwegen

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Nederlandse Spoorwegen
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Rechtsform Naamloze vennootschap (Aktiengesellschaft)
ISIN US6289161084
Gründung 1938
Sitz Utrecht
Leitung Timo Huges, CEO
Mitarbeiter 27.380 (Stand: 2006)
Umsatz 3,5 Milliarden EUR (2010)[1]
Branche Transport von Fahrgästen und Gütern, Instandhaltung der Infrastruktur
Produkte ICE-International, Intercity, Stoptrein, Sneltrein, SprinterVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ns.nl

Nederlandse Spoorwegen N.V. (Abkürzung NS, deutsch: Niederländische Eisenbahnen AG) ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der Niederlande, die wie die Deutsche Bahn AG eine rechtlich unabhängige Aktiengesellschaft (in Staatsbesitz) ist. Das Eisenbahnnetz ist nicht im Eigentum der NS, sondern auf die Gesellschaft ProRail unter der Aufsicht des Verkehrsministeriums ausgelagert. Die NS bietet täglich etwa 4.800 Zugfahrten an, in denen ca. 1,1 Million Fahrgäste befördert werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Bedingt durch den Ersten Weltkrieg wurde 1917 eine Zweckgemeinschaft der unabhängigen Eisenbahngesellschaften HSM beziehungsweise HIJSM (Hollandsche IJzeren Spoorweg-Maatschappij) und SS (Maatschappij tot Exploitatie van Staatsspoorwegen) gegründet. Die beiden Gesellschaften errichteten einen gemeinsamen Bahnbetrieb, blieben aber rechtlich unabhängig. Dies änderte sich 1938, als HIJSM und SS vollständig fusionierten und in der AG NS (Nederlandse Spoorwegen, früher Nederlandsche Spoorwegen geschrieben) aufgingen.

Am 19. Februar 1993 stimmte die Regierung einer weitgehenden Selbstständigkeit der Bahngesellschaft zu. Die jährlichen Betriebsbeihilfen von rund 450 Millionen Gulden sollten bis zum Jahr 2000 eingestellt werden. Die NS erhielten ferner die Möglichkeit, ab 1994 die Fahrpreise selbst festzulegen. Die Infrastruktur wurde in die neue Gesellschaft ProRail ausgelagert, welche fortan die Beihilfen des Staates für Infrastrukturkosten in Höhe von rund einer Milliarde Gulden pro Jahr bekommen sollte. [2]

Die Güterverkehrssparte der NS (ehemals NS Cargo) firmiert seit einigen Jahren als DB Schenker Rail Nederland N.V. und ist seit 2003 nicht mehr im Eigentum der NS.

Streckennetz[Bearbeiten]

Das Niederländische Schienennetz des Personenverkehrs
Niederländisches IC-Netz 2013

Die NS betreibt den Verkehr auf einem sehr dichten Streckennetz, das schon seit Jahrzehnten überregional in regelmäßigem Takt bedient wird, was vielen europäischen Bahnen als Vorbild diente. Ein bis zwei Züge pro Stunde verbinden regelmäßig alle größeren Städte des Landes; zwischen den vier größten Städten Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht verkehren bis zu zwölf Züge in der Stunde.

Der größte Teil des Streckennetzes in den Niederlanden, welches von ProRail betrieben wird, ist elektrifiziert (73,5 % oder 2064 km, Stand 2004). Die elektrische Spannung beträgt, bis auf die HSL Zuid und die Betuweroute 1500 Volt Gleichspannung.[3]

Struktur[Bearbeiten]

Hauptsächlich sind die NS auf fünf Geschäftsfeldern aktiv. NS Reizigers, NS Hispeed und Abellio betreiben Personenverkehr. NedTrain ist für die Wartung der Züge verantwortlich. Die Personenbahnhöfe in den Niederlanden werden durch NS Stations betrieben.

NS Reizigers[Bearbeiten]

Diese Sparte ist für den inländischen Personenverkehr zuständig. Mit über 10.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 2 Mrd. Euro ist es die größte Sparte der NS. Im Personenverkehr wird in den Niederlanden zwischen mehreren Zuggattungen unterschieden:

  • der Intercity verbindet im Taktverkehr die größeren Städte des Landes und
  • Sprinter wird das im Regelfall überall haltende Basisangebot im Nahverkehr genannt.
  • Die Zuggattungen Sneltrein (hielt etwas häufiger als der Intercity) und Stoptrein (ehemals Grundangebot im Nahverkehr) sind seit Dezember 2012 nur noch bei privaten Bahngesellschaften in Benutzung und bei der NS sukzessive durch den Intercity bzw. den Sprinter abgelöst worden.

Die Züge des Fernverkehrs (Intercitys, internationale Züge) werden von NS Reizigers betrieben. Im Regionalverkehr wurde ein Teil des Netzes an andere Anbieter vergeben, z. B. Syntus, Veolia und Arriva.

Es besteht ein Nachtnetz im Stundentakt zwischen Utrecht und Rotterdam über Amsterdam – Flughafen Schiphol – Den Haag.

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 wurde auf den meisten Strecken die Symmetriezeit bei den Taktfahrplänen an die in den meisten anderen europäischen Ländern übliche Minute :58,5 angeglichen. Zuvor lag diese abweichend bei Minute :46; dadurch waren bei grenzüberschreitenden Zügen Probleme entstanden.

NS Hispeed[Bearbeiten]

NS Hispeed ist zuständig für den inländischen Hochgeschwindigkeitsverkehr unter der Marke Fyra und den internationalen Reiseverkehr. Im Zusammenhang mit dem Debakel um die stillgelegten Hochgeschwindigkeitszüge AnsaldoBreda V250 entschied der niederländische Verkehrsminister, NS Hispeed ab Oktober 2013 mit NS Reizigers zusammenzulegen.[4]
Die internationalen Verbindungen (früher unter NS Internationaal geführt)[4] werden in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern durchgeführt. In Kooperation mit der Deutschen Bahn AG fahren alle zwei Stunden ICE International-Züge zwischen Amsterdam und Frankfurt (–Basel SBB) sowie alle zwei Stunden Internationale treinen zwischen Amsterdam Schiphol und Berlin über Osnabrück – Hannover. Die City Night Line bietet direkte Züge nach Wien, Kopenhagen, Berlin, Prag, Zürich (im Winter auch nach Brig) und München (im Winter auch nach Garmisch-Partenkirchen) an. Die EuroNight-Linie Jan Kiepura verbindet täglich Amsterdam mit Warschau, Minsk und Moskau. In Zusammenarbeit mit der französischen SNCF werden außerdem Thalys-Verbindungen von Amsterdam über den Flughafen Schiphol nach Brüssel und Paris angeboten.

Abellio[Bearbeiten]

Hauptartikel: Abellio (Unternehmen)

Im 100-prozentigen Tochterunternehmen Abellio (früher NedRailways) sind ausländische Aktivitäten im regionalen Schienenverkehr und Busverkehr gebündelt. Derzeit ist Abellio in Großbritannien und Deutschland aktiv.

NedTrain[Bearbeiten]

NedTrain BV wartet die Züge von NS Reizigers, NS Hispeed und anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Außerdem werden Züge modernisiert.

NS Stations[Bearbeiten]

Diese Tochtergesellschaft ist ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen und für über 400 Personenbahnhöfe zuständig. Dort steigen täglich durchschnittlich 2,2 Mio Reisende aus und ein.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die NS ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

Dienstleistungen[Bearbeiten]

IC-Doppelstock-Triebzug vom Typ VIRM bei der Einfahrt in den Bahnhof von Utrecht

Europaweit dürfen die Erstattungsrichtlinien der Nederlandse Spoorwegen gegenüber Kunden bei Zugverspätungen als vorbildlich gelten: Sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr erstattet das Unternehmen ab 30 Minuten Verspätung 50 Prozent des Fahrpreises, ab 60 Minuten den vollen Fahrpreis. Dies gilt auch, wenn die Störung nicht selbst verursacht wurde (Unfall, Schienensuizid). Ausnahmen gelten lediglich, wenn höhere Gewalt im Spiel ist (zum Beispiel: nationaler Stromausfall) oder die Verspätung aufgrund von Baustellenarbeiten im Voraus angekündigt wurde. Beträge kleiner als 2,20 (Stand: Juni 2008) sowie internationale Fahrkarten werden allerdings nicht erstattet.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Vierteiliger Elektrotriebwagen der NS im Herbst 1954 in Tilburg (NL)
IC in Venlo
Schnellzug (S) in Venlo

Schon seit den 1940er Jahren setzt die NS für den Personenverkehr vorwiegend Triebwagen ein. Der internationale Reisezugverkehr wurde hingegen, abgesehen vom TEE-Verkehr, mit lokbespannten Zügen durchgeführt, da die elektrischen Triebwagen der NS nicht in der Lage waren, unter den Stromsystemen der Nachbarländer zu fahren. Seit dem Jahr 1996 verkehren jedoch mehrsystemfähige Thalys-Triebwagen nach Belgien und Frankreich, und seit 2000 auch Triebwagen des Typs ICE 3M nach Deutschland.

Berühmte Triebzüge waren:

  • DE 5: 160 km/h schnelle fünfteilige Dieseltriebwagen für den Städteverkehr außerhalb des elektrifizierten Netzes
  • ELD 4: 125 km/h schnelle vierteilige Elektrotriebwagen für den Regionalverkehr
  • DE 1001 - 1003 RAm (ausgemustert): Gemeinsam mit den SBB wurden um 1957 fünf dieser Dieseltriebzüge beschafft, von denen drei der NS gehörten.
  • AnsaldoBreda V250

Fahrzeuge bei NS Reizigers:

  • ICE 3M
  • NS-Baureihe 1600/1800, Baureihe 1700 (E-Loks für den Personen- und Güterverkehr)
  • VIRM (ehem. „Regiorunner“, Doppelstock-Triebzüge für den Intercity-Verkehr)
  • ICMm (Intercity-Triebwagen)
  • Mat '64 (Elektrotriebwagen aus den 1960er Jahren für den Regionalverkehr)
  • SGMm (modernisierte Elektrotriebwagen für S-Bahn ähnlichen Verkehr)
  • DD-AR und NID (Doppelstock-Triebwagen für den Regionalverkehr, zurzeit im Umbau zum Intercity-Fahrzeug)
  • SLT (Triebwagen für den S-Bahn-ähnlichen Verkehr)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nederlandse Spoorwegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DB Mobility Logistics AG: Wussten Sie schon, dass... (Broschüre), Berlin 2012, S. 5.
  2. Meldung Niederlande: Die Bahn weitgehend selbstständig. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 42, Nr. 7/8, 1993, S. 432
  3. ProRail Netverklaring 2012, Anlage 18: Oberleitungsspannungen. (PDF; 98 kB) Abgerufen am 15. August 2013.
  4. a b NS Hispeed wordt samengevoegd met NS Reizigers. Novum Nieuws / Treinreiziger.nl, 11. Juli 2013, abgerufen am 26. September 2013 (niederländisch).