Alexander von Hales

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Alexander von Hales (* um 1185 in Hales, heute Halesowen in West Midlands, England; † 21. August 1245 in Paris)[1] war ein bedeutender Vertreter der Scholastik und Begründer der so genannten älteren Franziskanerschule, insbesondere des Kommentars der Sentenzen des Petrus Lombardus.

Nach einer Klostererziehung in Hales studierte er die sieben freien Künste und Theologie an der Sorbonne in Paris und lehrte dort seit den 1220er-Jahren an der theologischen Fakultät. An der Universität war Hales an den Auseinandersetzungen 1229/1231 beteiligt sowie an den Verurteilungen einiger Meinungen des Aristoteles 1241.

In der Dissertation von Jakob Bisson wird die Bedeutung Alexander von Hales’ darin gesehen, „… dass er in seiner Summa Theologica zuerst die ganze Philosophie des Aristoteles als Hilfswissenschaft benutzt hat.“ Das wird bei Bisson damit erläutert, dass der „… Anstoß, sich in den theologischen Schriften wenigstens implicite mehr und mehr mit den ethischen Fragen in ihrer Bedeutung und Tragweite für das sittliche Verhalten und Handeln des Menschen, in ihren Forderungen überhaupt, zu beschäftigen, […] seit Anfang des 13. Jahrhunderts, bereits auch seit Ausgang des 12. Jahrhunderts, [durch] das Bekanntwerden weiterer Schriften des Aristoteles …“ gegeben wurde.[2]

Alexander von Hales trat um 1231 dem Franziskanerorden bei und nahm seinen theologischen Lehrstuhl mit. 1245 beteiligte er sich am 1. Konzil von Lyon und verstarb nach seiner Rückkehr unerwartet.

Alexander von Hales starb im Jahr 1245 in Paris und wurde in der Klosterkirche des Couvent des Cordeliers (auch Grand Couvent) beigesetzt, wo sein Grabstein bis zu der Zerstörung der Kirche während der Revolution zu sehen war. Sein berühmtester Schüler und Nachfolger auf dem Lehrstuhl war der hl. Bonaventura.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Dettloff: Alexander Halesius. In: TRE 2 (1978), 245-248 Google-Booksearch
  • Georg Steer: Alexander von Hales. In: Verfasserlexikon2 1 (1978), 218-220. Google-Booksearch
  • Jakob Bisson: Die Willensfreiheit bei Alexander von Hales. Würzburg, philosophische Dissertation 1930. In: Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft. Auf Veranlassung und mit Unterstützung der Görres-Gesellschaft herausgegeben von den Professoren M. Grabmann und ED. Hartmann. 45. Band. Fulda 1932. Heft 3, Seiten 290–315 und Heft 4, Seiten 413–439.

Referenzen[Bearbeiten]

  1.  B. Steinseifer: Alexander von Hales. (ca. 1185-1245). In: Helmut Burkhardt und Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. 1, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1992, ISBN 3-417-24641-5, S. 35.
  2. Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 1932, Seiten 291–292.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander von Hales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien