Alfredo Marceneiro

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Alfredo Marceneiro, eigentlich Alfredo Rodrigo Duarte, (* 25. Februar 1891 in Lissabon; † 26. Juni 1982 in Lissabon) war ein portugiesischer Fado-Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war Schuster. Alfredo trat 1908 das erste Mal öffentlich auf, war schon mit 20 Jahren ein relativ bekannter Fado-Sänger und lernte die großen Fadisten seiner Zeit kennen. Über dreißig Jahre war dies nur Nebenerwerb; seinen Lebensunterhalt verdiente er als Schiffszimmerer. Als im Zweiten Weltkrieg die Arbeitszeiten auf zwölf Stunden täglich verlängert wurden, nahm er an einem Streik teil, verließ die Werft und arbeitete nur noch als Sänger. Alfredo hatte sich bescheiden den Künstlernamen Marceneiro – der Zimmerer – gegeben: Er sang in seinem Lied O Marceneiro (Text Armando Neves), dass er seine Lieder eigentlich auch nur so zurechtzimmere.

In Wahrheit war er einer der bedeutenden Sänger der Fado-Tradition, der durchaus um seinen Wert wusste: Normalerweise wurde Fado in Gaststätten vorgetragen, wo viel Lärm war. Wenn es Alfredo zu laut wurde, hörte er auf zu singen und stampfte kurz mit dem Fuß auf, dann gab es Ruhe. Er sang mit hoher Stimme, überwiegend im Falsett, über das Leben der einfachen Leute. Im Lissabon seiner Zeit war seine Beliebtheit unübertroffen. So wurde er bei einer Veranstaltung 1948 in Anwesenheit von Amália Rodrigues und anderen Fado-Größen zum König des Fado ausgerufen.

Alfredo Marceneiro gilt als der Förderer, der Amália Rodrigues zum Erfolg verhalf. Im Gegensatz zu dem ihren blieb sein Ruhm lokal begrenzt. Von der Diktatur blieb er unbehelligt, er biederte sich nicht an und wurde als reiner Fado-Künstler in Ruhe gelassen. Die von ihm erhaltenen Tonaufnahmen dokumentieren den klassischen Fado ohne Anpassung an ein Massenpublikum. Alfredo blieb bis ins hohe Alter aktiv, er trat letztmals 1980 auf, mit fast neunzig Jahren.

Weblinks[Bearbeiten]