Allmächtiger Baumeister aller Welten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
The Ancient of Days (1794) von William Blake
The Ancient of Days (1794) von William Blake

Der Allmächtige Baumeister aller Welten (A.B.a.W.) (auch: Großer Baumeister des Weltalls) ist ein symbolischer Begriff der Freimaurerei für das Schöpfungsprinzip. Das Konzept des Demiurgs als Großer Architekt ist auch im Gnostizismus und in einigen Religionen bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriff

Der Begriff hat sprachgeschichtlich platonische und gnostische Bezüge (Demiurg) und wird bereits in der Bibel erwähnt:

„denn er erwartete die Stadt, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

– Hebräer 11,10 (Elberfelder Bibel)

[Bearbeiten] Freimaurerei

Frühe Version des Allsehenden Auges der Freimaurer mit Wolken und halbem Strahlenkranz.
Frühe Version des Allsehenden Auges der Freimaurer mit Wolken und halbem Strahlenkranz.

In der Freimaurerei stellt dieses Konstrukt kein Gottesbild dar, sondern ist ein Symbol, das dem persönlichen Glauben eines jeden Bruders vorbehalten bleibt.

Das freimaurerische Symbol des A.B.a.W. lässt sich als Sinnbild betrachten, das dazu auffordern möchte, den eigenen sittlichen Willen in Weisheit zu stärken und eigene Unvollkommenheit zu erkennen.

Der Begriff des A.B.a.W. kam dabei zur Zeit des Deismus auf und findet sich in den Alten Pflichten von 1723 in der Formulierung des „Great Architect of the Universe“.

[Bearbeiten] Geschichtliche Bedeutung

Als 1877 der Grand Orient de France aus Gründen der Gewissensfreiheit (Frédéric Desmons: „Die Freimaurerei hat zu Grundsätzen die unbedingte Gewissensfreiheit und die menschliche Solidarität. Sie schließt niemanden um seines Glaubens willen aus.“) auf das Symbol des Allmächtigen Baumeister aller Welten verzichtete, brach die Vereinigte Großloge von England einseitig die Kontakte ab und erkennt seither den Großorient von Frankreich und die von ihr anerkannten Großlogen und Logen nicht mehr als regulär an.

[Bearbeiten] Literatur

Ernst Robert Curtius: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter. Bern und München, 5. Auflage 1965, S. 527-529

Persönliche Werkzeuge