Alpen-Hexenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alpen-Hexenkraut
Alpen-Hexenkraut (Circaea alpina)

Alpen-Hexenkraut (Circaea alpina)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Hexenkräuter (Circaea)
Art: Alpen-Hexenkraut
Wissenschaftlicher Name
Circaea alpina
L.

Das Alpen-Hexenkraut, auch Gebirgs-Hexenkraut und Kleines Hexenkraut genannt, (Circaea alpina), ist eine sommergrüne und ausdauernde Pflanze und kommt entgegen ihrem Namen auch im Flachland vor. Es bildet unterirdische Ausläufer aus, die auch als Hibernakel bezeichnet werden. Seine Blüten werden von Insekten bestäubt, die Früchte bleiben durch Klettwirkung an Tieren haften. Die Pflanze hatte früher eine ethnobotanische Bedeutung als Zauberpflanze. Es wurde vor allem als psychoaktives Aphrodisiakum genutzt.[1] Der Name Circaea ist der griechischen Zauberin Circe angelehnt, die eine besonders fesselnde Wirkung auf Männer ausstrahlen soll (bezirzen).[2] Wahrscheinlich ist dies eine Anlehnung an die Klettfrüchte, die schnell an Kleidung haften bleiben.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Alpen-Hexenkraut blüht zwischen Juni und August in feuchten Laub- oder Nadelmischwäldern und kommt besonders in Schlucht- oder Auenwäldern vor. Es meidet kalkhaltige Böden. Es besitzt sein Schwerpunktvorkommen in der Pflanzenformation Bruch- und Auenwälder, sowie sein Hauptvorkommen in Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte. Es kommt in den gemäßigten Klimazonen der südlichen und nördlichen Hemisphäre vor (circumpolar) vom Flach- bis in montane Regionen der Gebirge. In ganz Deutschland und Europa ist es jedoch nur wenig verbreitet. In einigen Bundesländern steht es sogar auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen. Im Saarland sind seine Bestände sogar ganz verschwunden.

Erkennungsmerkmale[Bearbeiten]

Das Alpen-Hexenkraut wird nur etwa 4 cm bis 20 cm groß und bildet relativ dünne, am Ende knollig verdickte unterirdische Ausläufer aus. Dadurch bildet es oft zwar kleine, aber dichte Bestände. Der ebenfalls recht dünne, aufrechte Stängel ist nur oberseits etwas verästelt und ist höchstens zur Zeit der Blüte ein wenig flaumig behaart. Die Blätter sind am Grund herzförmig, sonst eiförmig bis rundlich geformt. An ihren Rändern sind diese mehr oder weniger oft scharf gezähnt. Die Blattspreite glänzt auf charakteristische Weise. Am Rhizom bildet die Pflanze zudem kleine, bleibende Niederblätter aus. Die Blütenstiele weisen schnell abfallende Tragblätter auf, die fast durchsichtig und sattgrün glänzend sind. Die Einzelblüten stehen zu mehreren in einer Schirmtraube zusammen durch die sich verlängernde Traubenachse.[3] Die hakigen oder borstigen Kronblätter sind nur max. 2 mm lang und deutlich genagelt. Die Narbe ist kopfig. Die birnenartig geformten Nussfrüchte sind einfächrig und einsamig. Sie besitzen zudem lange hakenförmige Borsten.

Unterarten[Bearbeiten]

Die Unterteilung in Unterarten ist nach neuerer Literatur fragwürdig. Es gibt sowohl:

  • Circaea alpina subsp. alpina
  • Circaea alpina subsp. pacifica

Quellen[Bearbeiten]

  1. Flora Web: http://www.floraweb.de/pflanzenarten/druck.xsql?suchnr=1553&sipnr=1553&
  2.  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  3.  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Circaea alpina – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien