Andenländer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dunkelbraun: Andenländer im engeren Sinn. Hellbraun: Sonstige Staaten mit Anden-Anteil.
Die Höhenstufe der tierra fría in den Zentralanden.
Die Südanden in Chile.

Mit dem Begriff Andenländer wird eine Gruppe von Staaten im Westen Südamerikas bezeichnet, die Anteil am Gebirge der Anden haben.

Naturräumliche Abgrenzung[Bearbeiten]

Im engeren Sinne versteht man darunter häufig jene Staaten Südamerikas, deren Territorium maßgeblich von den Anden geprägt wird: Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Chile. Obwohl Argentinien und Venezuela ebenfalls Anteil an den Anden haben, werden sie normalerweise nicht als Andenländer bezeichnet, da der Anteil der Anden am Landesterritorium in diesen beiden Fällen gering ist. Die andinen Regionen Argentiniens und Chile werden zudem häufig zur Region des Südkegels gerechnet.

Andenländer als Kulturraum[Bearbeiten]

Die Kultur der Andenländer, insbesondere die der Länder der Zentralanden (Bolivien, Peru und Ecuador, der Norden Chiles und der Nordosten Argentiniens), weist eigenständige ethnische, sprachliche und kulturelle Elemente auf, etwa die Verwendung des Quechua oder Aymara sowie die Adobe-Bauweise. Einer der Gründe dafür ist das Inka-Reich, das sich in dieser Region etwa zwischen 800 und 1500 erstreckte, sowie deren kulturelle Vermischung (mestizaje) mit iberischen Einflüssen. Dies hat dazu geführt, dass die Bezeichnung Andenländer heute auch als Begriff für einen Kulturraum verwendet wird.

Auch in der traditionellen Musik haben die Andenländer Gemeinsamkeiten in Harmonik und Rhythmik sowie bei den verwendeten Musikinstrumenten. Es herrschen Stile vor, die Mischungen aus dem vorkolumbischen Erbe (insbesondere der Einsatz von Blasinstrumenten wie diverser Flöten und Panflöten wie Quena und Sicus, aber auch der Obertonharmonik) und spanischen Einflüssen (Saiteninstrumente wie Gitarre, Charango etc. sowie Diatonik) sind.

Politisch-wirtschaftlicher Raum[Bearbeiten]

Seltener wird die Bezeichnung Andenländer auch als Synonym für die Staaten der Andengemeinschaft (Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien) verwendet. Während Venezuela und Argentinien Mitglieder des Mercosur sind, ist Chile über Assoziierungsabkommen mit beiden Bündnissen verbunden – ohne Mitglied zu sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Winter und André Scharmanski: "Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru." In: Zeitschrift Entwicklungspolitik. 14/2005, S. 30-34. Download