André Le Breton

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André François Le Breton (* August 1708 in Paris; † 5. Oktober 1779 Paris) war ein französischer Verleger, imprimeur ordinaire du Roy. Darüber hinaus war er neben Gottfried Sellius und John Mills einer der drei Initiatoren eines Enzyklopädieprojektes, das später unter der Leitung von Diderot zur Encyclopédie wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Sein Großvater mütterlicherseits war Laurent d'Houry (1683–1725), der Buchhändler, Drucker und der berühmte Verleger des Almanach royal war, einem jährlich herausgegebenen, vom König autorisierten Nachschlagewerk im Folio-Format. Sein Vater war André Le Breton seine Mutter Elisabeth d'Houry. Ihr Bruder Charles-Maurice d'Houry (1688-1755) übernahm vom Großvater Laurent d'Houry nach dessen Tod die Druckerei.

Le Breton ergriff im April 1745 die Gelegenheit und beantragte ein Privileg, ein mehrbändiges Buch, die Encyclopédie drucken zu dürfen, das ihm am 21. Januar 1746 bewilligt wurde[1]. Doch zunächst wurde an einer reinen Übersetzung der 1728 erschienenen und von Ephraim Chambers editierten britischen Cyclopaedia, or Universal Dictionary of the Arts and Sciences gedacht. Dazu tat er sich mit drei weiteren Verlegern zusammen, Antoine-Claude Briasson, Michel-Antoine David, Laurent Durand. Mit der organisatorischen Leitung wurde Jean-Paul de Gua de Malves beauftragt. Im Jahre 1747 gab jener aber seine Teilnahme an diesem Projekt auf und Denis Diderot übernahm seine Funktion, aus dem ursprünglichen Vorhaben entstand die Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.

Abstammung André François Le Bretons
Titelseite einer Ausgabe von 1762

Auf Anregung Diderots fügte man jedoch auch zusätzliche Texte bei. Was ursprünglich ein Prestigeobjekt zum Ruhme des Königs generieren sollte, wurde ein Kassenschlager: 1754 waren bereits weit über 4000 Stück der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers gedruckt statt der geplanten 1625 Exemplare. Die Mitarbeit von Denis Diderot und des Mathematikers d'Alembert sowie weiteren Enzyklopädisten verschoben den bei der Cyclopaedia auf die Königswissenschaft Theologie angelegten Mittelpunkt in ihre Richtung, das bei den Lesers positiv aufgenommen wurde.[2] Europaweit wurden die Bände – zum Teil auch illegal – nachgedruckt. Insgesamt belaufen sich Schätzungen zufolge die Gesamtzahl der verkauften Exemplare auf etwa 25000.[3]

Die Originaltexte wurden von Le Breton aus eigenem Ermessen und zum Ärgernis von Denis Diderot verändert, wahrscheinlich aus Angst des Verlegers, dass sie sonst die Zensur nicht passieren würden. Le Breton fand hierin auch Unterstützung in seinem Vorarbeiter, contremaître Louis-Claude Brullé. Wegen dieser internen Zensur gerieten die beiden oft in Streit, einmal sogar zu Handgreiflichkeiten, die vor Gericht kamen, jedoch mit einem Freispruch endeten.[4]Le Breton und auch die übrigen Verleger waren nicht nur wenig am Wohle des Erscheinens der Encyclopédie als verlegerischem Projekt orientiert, sondern nahmen durchaus die Arbeitskraft etwa von Louis de Jaucourt, aber auch von Denis Diderot in sehr berechnender Weise, mit zum Teil inadäquater Entlohnung, in Anspruch.

Le Breton war Syndikus der Pariser Buchhändlerzunft, communauté des libraires.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Britannica Concise Encyclopedia: Denis Diderot, online
  2. ORF ON Science. Gerald Heidegger. ORF.at, online
  3. Werner Raupp: DIDEROT, Denis. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 25, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7, Sp. 221–288.
  4. Frank A. Kafker: The Encyclopedists as a group. A collective biography of the authors of the Encyclopédie, Oxford 1996, Seite 99